Stadtansichten und Pläne

Nationalsozialismus

Unter den "Stadtansichten und Plänen" findet man auf TOWN unterschiedlichste Foto-Aufnahmen, die einen Einblick in die Straßen, Gassen und Plätze der Stadt während der Zeit des Nationalsozialismus geben. Darunter sind auch Aufnahmen von erhöhten Positionen, wie zum Beispiel aus der Perspektive von einzelnen Kirchtürmen. Diese Fotografien über die Dächer der Stadt hinweg zeigen uns im Besonderen die alten Stadtstrukturen mit ihrer Architektur. Schließlich gewinnen wir mit Hilfe von Luftbildern die beste Übersicht über Wiener Neustadt und sehen die Stadt in unterschiedlichsten Höhen und Winkeln aus der Vogelperspektive.

Adolf-Hitler-Platz - ehemals Hauptplatz

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Der Wiener Neustädter Hauptplatz wurde 1938 rasch zum Adolf-Hitler-Platz umbenannt, wie dies in sehr vielen anderen Gemeinden der "Ostmark" zum selben Zeitpunkt geschah. Als zentrale Fläche inmitten der Stadt war der Adolf-Hitler-Platz ein idealer Ort für politische Versammlungen und Propaganda-Veranstaltung der NSDAP. Die Lauben im Norden und Süden des Platzes und die Marktstände im östlichen Teil desselben bildeten im Laufe der Geschichte - abseits von fotografisch festgehaltenen Ereignissen auf dem Platz - gerne die typischen Motive für die Fotografen.

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Akademiepark

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Der Akademiepark war ein wichtiges Erholungsgebiet für die Bevölkerung der Stadt gewesen. Abgesehen von den militärischen Einrichtungen und Gebäude bestanden auf dem Areal ein Turnplatz, eine Sporthalle und ein Spielplatz. Die größten Spazier- und Fahrwege waren die Hauptallee, die Kleine Allee und die Große Querallee. Der Knollteich unmittelbar neben dem Maria-Theresien-Platz und der Pionierteich bildeten idyllische Plätze. Dennoch wurde der Park der Kriegsschule ab November 1938 für die Zivilbevölkerung gesperrt.

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Babenbergerring

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Der Babenbergerring begann an der Herzog-Leopold-Straße 34 und endete an der Jubiläums-Volksschule am Baumkirchnerring. An diesem Teil des Rings hatten mehrere wichtige Bildungseinrichtungen ihren Platz gefunden: mit der Realschule (Nr. 2) und dem Bundesgymnasium (Nr. 10) nicht nur zwei höhere Schulen, sondern auch die Bundeslehrerbildungsanstalt (Nr. 4). Darüber hinaus war hier der Standort der freiwilligen Feuerwehr bzw. Stadtfeuerwehr (Nr. 6), und der Deutsche Turnverein hatte seinen Vereinsmittelpunkt (Nr. 7).

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Bahngasse

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Die Bahngasse begann an der Neunkirchner Straße (Neunkirchnerstraße) 28 bzw. 30 und schloss damit an die Burggasse an; sie endete am Bahnhofsplatz des Hauptbahnhofes. In der Bahngasse befanden sich mit dem Bürgerhof und Hobelhof zwei große, repräsentative Wohngebäude nahe der Kapuzinerkirche, ihrem Kloster und Klostergarten. Eines der größten Kaffeehäuser der Stadt war das Café Bank (kurzzeitig als Café Berlin geführt). Die in ihrem letzten Teil zum Bahnhof breit verlaufende Bahngasse war ein günstiger Verkehrsweg zwischen Kriegsschule und Bahn, aber auch zum Brauhof und in die Erholungsräume der Stadt (Stadtpark).

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Baumkirchnerring - Café Breit

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Der Baumkirchnerring begann an der Wiener Straße (Wienerstraße) 29 und endete mit der Jubiläums-Volksschule (Nr. 18), vor der sich der Babenbergerring erstreckte. Unweit der bis heute bestehenden Volksschule fand sich ein Knaben- (Nr. 11) und ein Mädchenhort (Nr. 13). Die auffällige und während des Novemberpogroms beschädigte Synagoge (Nr. 4) überstand ebenso wie das Arbeiterheim (Nr. 6) unbeschädigt den Krieg. Anders verhielt es sich beim beliebten Café Breit (Nr. 2), das durch einen Bombentreffer zerstört wurde.

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Herzog-Leopold-Straße

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Die Herzog-Leopold-Straße reicht vom Hauptplatz (Adolf-Hitler-Platz) 6 bzw. 7 bis zum Babenberger- und Bismarckring (1934 bis 1938 Dollfußring). Auch während der NS-Zeit waren in dieser Geschäftsstraße weiterhin das städtische Theater (Nr. 19) und mehrere Schulen (Nr. 21, 34), wobei Zweitere nach den Bombardierungen 1944/45 als Notunterkünfte dienten. Einige Geschäfte kennt man bis heute (Scheidtenberger, Ditz), andere bestehen noch heute (Tomann etc.).

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Innenstadt

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Die so genannten Innenstadt von Wiener Neustadt setzt sich aus den seit dem Mittelalter bestehenden Vierteln zusammen. Damit ist das Stadtgebiet innerhalb der einstigen Stadtmauern bzw. des Rings bezeichnet. Diese "Innere Stadt" - die auch als "Altstadt" bezeichnet wurde - umfasste das Deutschherrenviertel (im Nordosten), das Dominikaner-/Dreifaltigkeits- (Südosten), das Kapuziner-/Minderbrüder-/Brüder- (Südwesten) und das Liebfrauenviertel (im Nordwesten). Außerhalb dieser Zone hatten sich Vorstädte (zum Beispiel die Wiener Vorstadt) entwickelt, die zu Bezirken der Stadt wurden: Ungarviertel, Gymelsdorfer Vorstadt, Zehnerviertel, Flugfled und Josefstadt. (Ältere Bezeichnungen für Stadtteile sind Schneebergviertel, Zehnergärten, Deutschgärten etc.).

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Kurioses

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In der Sammlung von Stadtansichten von Wiener Neustadt findet sich durchaus Kurioses. Im Falle einer Postkarte aus der Zeit des Nationalsozialismus erkennt der Betrachter zwar sicherlich den Dom mit seinen zwei Türmen, aber bei den anderen Gebäuden entsteht zurecht Verwirrung, denn der Produzent des Bildes bzw. der Postkarte hat hier manipuliert: Die auffällige Gebäudefront in der Mitte zeigt uns beispielsweise die östliche Seite des "Marienheims" mit Kloster und Kirchentrakt (Waisenhaus-/Komarigasse) und links ist die ehemalige Taubstummenanstalt, nunmehr Landesberufsschule, erkennbar. Finden Sie noch anderes?

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Neukloster

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Das Neukloster mit seinen großflächigen Gebäuden wurde zum Sitz mehrerer NS-Organisationen, wie zum Beispiel der Schutzstaffel (SS) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Dort gab es einen wichtigen öffentlicher Luftschutzraum, den man über das Tor in der Neuklostergasse 1 erreichte. Ein Teil des Neuklosters, nämlich jener zum Stiftsgarten, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt.

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Neunkirchner Straße

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Die Neunkirchner Straße (Neunkirchnerstraße) beginnt am Hauptplatz (Adolf-Hitler-Platz) 1 und führte in die Reichsstraße. Neben öffentlichen Einrichtungen, wie dem Rathaus (Nr. 2), der ehemaligen Zeughaus-Kaserne (Nr. 66), dem Festplatz (Nr. 57) und dem städtischen Schlachthof (Nr. 67) spielte die Straße im Bereich der Vorstadt für die Bundesbahnen eine wichtige Rolle, weil dort unter anderem die ÖBB-Streckenleitung (Nr. 84a) und einige Häuser für das Personal untergebracht waren (Nr. 78, 80, 84, 90). In der Innenstadt stellte die Neunkirchner Straße eine wichtige Geschäftsstraße nach Süden dar (Walter, Neumann, "Martha", Meszaros, Treister, "Merkur", Sparkasse etc.).

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Rákoczy-Turm der Kriegsschule

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Der letzte erhaltene Turm der Burg (also der Theresianischen Miliitärakademie, ab 1938 Kriegsschule) diente den Soldaten als Wachturm, von dem man besonders gut in den Süd-Westen der Stadt blicken konnte. Man vermochte einen großen Teil der Bahngasse genau einzusehen, aber natürlich auch bis in den Stadtpark (im Südwesten) und in die Innenstadt sowie den Norden zu sehen. Zur Zeit des so genannten "Anschlusses" beobachtete man von dort genau die herannahenden Nationalsozialisten, die nach der Abdankung von Bundeskanzler Dr. Schuschnigg Kasernen übernehmen wollten. Die Akademie hielt damals alle Soldaten in Alarmbereitschaft und war auf alles vorbereitet, aber man öffnete nicht die Tore. 1945 wurde der Rákoczy-Turm schwer beschädigt und brannte völlig aus.

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Schleifmühlgasse

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Die Schleifmühlgasse begann in der Pottendorfer Straße (Pottendorferstraße) 25 und endete an der Kreuzgasse 20 bzw. der Südost-Mauer des Städtischen Friedhofs. Aufgrund der Nähe zu den Industrieanlagen an der Pottendorfer Straße wurde sie von den Bombenangriffen der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs getroffen. Dieses Schicksal erlitten auch andere Gassen und Straßen, die eigentlich nur Wohnhäuser aufwiesen, aber zu nahe an Angriffszielen lagen.

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Wiener Neustadt aus der Luft

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Die unterschiedlichsten Luftaufnahmen sind als Erinnerungsort mit dem Absteckpunkt (des Hauptplatzes) der Stadt Wiener Neustadt geo-referenziert. Damit ist der zentrale Vermessungspunkt gemeint, der für die Stadtplanung von Wiener Neustadt im Mittelalter (1192) eine bedeutende Rolle spielte. Es ist keineswegs einfach, die jeweiligen Örtlichkeiten auf einzelnen Luftaufnahmen von Wiener Neustadt zu erkennen bzw. zuzuordnen, da sich manche Teil der Stadt erheblich verändert haben.

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Wiener Straße

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Die Wiener Straße (Wienerstraße) beginnt am Hauptplatz (Adolf-Hitler-Platz) 13 bzw. 14 und führte in die Wiener Reichsstraße. Neben öffentlichen Gebäuden, wie dem Posthof (Nr. 17), der Kreiskrankenkasse (Nr. 42) und dem Institut Sta. Christiana (Nr. 65), dem städtischen Friedhof (Nr. 108) sowie beispielsweise der ehemaligen Zollegstätte-Kaserne (Nr. 66) und der landwirtschaftlichen Genossenschaft (Nr. 93) reihten sich viele Firmen und Betriebe in dieser Geschäftsstraße aneinander (Thiel, Riha, Witetschka, Blum & Jaul etc.). In der Peripherie sind für die damalige Zeit jedenfalls zwei große Industriebetriebe zu nennen: die Nationale Radiatoren GmbH (Nr. 118) und die Wiener Neustädter Flugzeugwerke (Nr. 120).

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Zehnerviertel

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Das Zehnerviertel bildet einen Bezirk der Wiener Neustädter Vorstadt und endet in der Peripherie an den Gemeindegrenzen von Weikersdorf und Bad Fischau-Brunn. Im Stadtgebiet wurde es von der Warmen Fischa, der Äußeren Dammgasse (heute Bahnzeile) bzw. dem Bahndamm der Südbahnstrecke und der Haidbrunngasse begrenzt. Der zentralste Straßenzug in den Osten war die Zehnergasse, über die man - wie noch heute - rasch in die "Zehnergärten" oder die "Schmuckerau" gelangte. Die Brunner- und die Weikersdorferstraße führten adäquat in Richtung der Hohen Wand und des Schneeberges, wodurch man die Gebiete des älteren "Schneebergviertels" (mit der Schneebergbahn), aber auch die Fischel-Kolonie im Südwesten der Stadt erreichte.

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