Soziales

Ständestaat

Freiwillige Rettungsmänner des Roten Kreuzes

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Natürlich gab es in Wiener Neustadt vonseiten des Allgemeinen Krankenhauses die notwendige medizinische Versorgung. Das Sanitätspersonal fungierte aber nicht als Rettungsdienst für die Stadt und den Bezirk, sondern diese Aufgabe oblag der damals mobilen Feuerwehr. Der Ausweis vom Landesverein vom Roten Kreuze für Wien, Niederösterreich und das Burgenland gehörte einem gewissen Franz Karacson, bei dem es sich entweder um den Werkzeugmachergehilfen in der Herrengasse 28 oder den Schuhmachermeister in der Baumgartgasse 3 handelte. Wahrscheinlich war es der Erstgenannte, denn in der Herrengasse 28 befand sich auch die "Rettungskolonne der freiwilligen Stadtfeuerwehr".

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Vaterländische Front - Mutterschutzwerk

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Es herrscht bis heute der Mythos, dass der Muttertag erst mit Adolf Hitler in Österreich bestanden habe, was aber unrichtig ist. Denn bereits in den 1920er Jahren Jahre war der Muttertag hierorts begangen worden. Noch bevor er in der NS-Zeit stark forciert werden sollte, bewarb man den Muttertag in der Ständestaat-Zeit. Das "Mutterschutzwerk" der Vaterländischen Front (VF) war hierin federführend. Mit eindringlichen Werbe-Sprüchen, wie "Jeder Mutter eine Freude am Muttertag", mit dem Organisieren von Muttertagsfeiern und der Verbreitung von Druckwerken versuchte man diesen Tag zu etablieren. Das Mutterschutzwerk der VF - dessen Bezirksführung sich in der Wiener Straße 12 befand - bemühte sich um die Unterstützung von Müttern. Hilfs- und Lebensmittelaktionen bildeten einen wichtigen Teil der Arbeit des Mutterschutzwerkes. So wurde zum Beispiel 1935 von der Stadtgemeinde, der VF und dem Mutterschutzwerk an besonders bedürftige Mütter und Schulkinder jeden Tag 250 Liter Milch ausgegeben!

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Waldschule im Föhrenwald

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Die "Städtische Kinder- und Erholungsanstalt Waldschule", die 1920 in Betrieb genommen worden war, wurde in den 1930er Jahren nicht mehr für die Pflege erholungsbedürftiger und kranker Kinder verwendet, sondern diente als Ort der Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen. Seit 1928 hatte sich die Stadtgemeinde dazu gezwungen gesehen, die Waldschule im Föhrenwald nur in den Sommerferien für so genannte "Erholungsaktionen" zu aktivieren. In der verbleibenden Zeit des Jahres absolvierten dort zum Beispiel Mädchen und Frauen Kurse in Haushaltsführung und Näharbeiten. Über einen Zeitraum - 1933 bis zirka 1936 - war die Waldschule auch zum Lager für den Freiwilligen Arbeitsdienst (FAD) geworden. Männliche Arbeitskräfte führten zumeist Aufforstungsarbeiten und Anpflanzungen durch. Während der im Sommer realisierten Kindererholungsaktionen ruhte die FAD-Arbeit.

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