Vor 100 Jahren – Waschplätze und Schwabbänke

Erinnerungsort

Vor 100 Jahren – Waschplätze und Schwabbänke

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Wiener Straße „Schwabbank“ – Waschtag ohne Waschmaschine   Der Fischabach durchzieht bis heute die Stadt, aber er hat nicht mehr seine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, die ihm einst zukam (zum Beispiel für den Antrieb von Mühlen und Hammerwerken). Nahe der Vorstadt-Kirche und der Schule Sta. Christiana findet sich ein Waschplatz, eine Schwabbank. Dieser Waschplatz war ein Ort für Klatsch und Tratsch gewesen, denn hier kamen nicht nur die Hausfrauen, Hausgehilfinnen und Lohnwäscherinnen – die man im Volksmund derb als „Waschweiber“ bezeichnete – zusammen, sondern auch Kinder, die ihre Mütter begleiteten und dann vor Ort gemeinsam spielten. Das Wort „Waschweiber“ ist heute noch als Zungenbrecher in Gebrauch, wenn es heißt: „Wir Wiener Waschweiber würden weiche weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo weiches warmes Waschwasser wäre.“ Warmes Wasser hatten die Frauen einst nicht zur Verfügung, sondern sie mussten im Sommer wie im Winter die Textilien reinigen. Verfügte man über keine eigene Waschküche, dann musste die Wäsche zum öffentlichen Waschplatz getragen werden, wo man sie im vorbeirinnenden Wasser nass machte, dann auf eine hölzerne „Waschbank“ (eigentlich einen Tisch) bzw. ein Brett legte und Stück für Stück mit einer fettlösenden Seife zum Schäumen brachte. Die Wäschestücke wurden mit einer Bürste abgerieben oder an einem Waschbrett bzw. einer sogenannten Waschrumpel abgerieben, um den Schmutz aus dem Gewebe zu entfernen.  Die Waschrumpel setzte man natürlich auch zuhause beim Waschen im Waschtrog ein. Zu diesem Zweck bereitete man Aschenlauge vor, um das Waschwasser weich zu machen. Die schmutzige Wäsche weichte zuerst im Seifenwasser, wurde anschließend im Waschkessel ausgekocht und kam dann in den Trog, wo man Schmutz und Flecken auf der Waschrumpel durch Reiben und Pressen entfernte. Letztlich musste die Wäsche ausgewaschen, also „geschwemmt“ werden, sodass sie frei von Seifenresten war.  Zum Trocknen brachte man die Wäsche, aus der man die Nässe abschließend durch Winden herauspresste oder mit hölzernen flachen Wasch-Schlegeln herausschlug, in Gärten oder auf durchlüftete Dachböden, um sie dort auf Wäscheleinen aufzuhängen. Mancherorts legte man große Wäscheteile, wie Betttücher, auch auf Wiesenflächen zum Trocknen aus.  Ein solcher „Waschtag“ war für die Frauen ein anstrengendes Unterfangen, wo man auch zusammenhelfen musste und Unterstützung brauchte. Der „Bügeltag“ mit dem (Bügel-)Eisen und heißer Kohle war nicht minder anstrengend und Teil des Hausfrauen-Lebens von anno dazumal, aber das ist eine andere Geschichte. Die „Schwabbank“ in der Wiener Straße war von der Stadtgemeinde errichtet worden – wahrscheinlich im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Das Wasser kam vom Fischabach, von dem der sogenannte „Polierbach“ abgeleitet worden war, um zur nahe gelegenen Fabrik geleitet zu werden. Das heutige Aussehen entspricht nicht mehr dem ursprünglichen, wie anhand alter Fotografien belegt ist. Denn an der breiten Wiener Straße gab es damals noch ein zur Seite offenes Gebäude, unter dessen schützendem Dach sich die Frauen unterstellen konnten.  

Vor 100 Jahren – Ursprung einer Notkirche

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Wiener Straße

„Schwabbank“ – Waschtag ohne Waschmaschine

 

Der Fischabach durchzieht bis heute die Stadt, aber er hat nicht mehr seine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, die ihm einst zukam (zum Beispiel für den Antrieb von Mühlen und Hammerwerken). Nahe der Vorstadt-Kirche und der Schule Sta. Christiana findet sich ein Waschplatz, eine Schwabbank.

Dieser Waschplatz war ein Ort für Klatsch und Tratsch gewesen, denn hier kamen nicht nur die Hausfrauen, Hausgehilfinnen und Lohnwäscherinnen – die man im Volksmund derb als „Waschweiber“ bezeichnete – zusammen, sondern auch Kinder, die ihre Mütter begleiteten und dann vor Ort gemeinsam spielten. Das Wort „Waschweiber“ ist heute noch als Zungenbrecher in Gebrauch, wenn es heißt: „Wir Wiener Waschweiber würden weiche weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo weiches warmes Waschwasser wäre.“

Warmes Wasser hatten die Frauen einst nicht zur Verfügung, sondern sie mussten im Sommer wie im Winter die Textilien reinigen. Verfügte man über keine eigene Waschküche, dann musste die Wäsche zum öffentlichen Waschplatz getragen werden, wo man sie im vorbeirinnenden Wasser nass machte, dann auf eine hölzerne „Waschbank“ (eigentlich einen Tisch) bzw. ein Brett legte und Stück für Stück mit einer fettlösenden Seife zum Schäumen brachte. Die Wäschestücke wurden mit einer Bürste abgerieben oder an einem Waschbrett bzw. einer sogenannten Waschrumpel abgerieben, um den Schmutz aus dem Gewebe zu entfernen. 

Die Waschrumpel setzte man natürlich auch zuhause beim Waschen im Waschtrog ein. Zu diesem Zweck bereitete man Aschenlauge vor, um das Waschwasser weich zu machen. Die schmutzige Wäsche weichte zuerst im Seifenwasser, wurde anschließend im Waschkessel ausgekocht und kam dann in den Trog, wo man Schmutz und Flecken auf der Waschrumpel durch Reiben und Pressen entfernte. Letztlich musste die Wäsche ausgewaschen, also „geschwemmt“ werden, sodass sie frei von Seifenresten war. 

Zum Trocknen brachte man die Wäsche, aus der man die Nässe abschließend durch Winden herauspresste oder mit hölzernen flachen Wasch-Schlegeln herausschlug, in Gärten oder auf durchlüftete Dachböden, um sie dort auf Wäscheleinen aufzuhängen. Mancherorts legte man große Wäscheteile, wie Betttücher, auch auf Wiesenflächen zum Trocknen aus. 

Ein solcher „Waschtag“ war für die Frauen ein anstrengendes Unterfangen, wo man auch zusammenhelfen musste und Unterstützung brauchte. Der „Bügeltag“ mit dem (Bügel-)Eisen und heißer Kohle war nicht minder anstrengend und Teil des Hausfrauen-Lebens von anno dazumal, aber das ist eine andere Geschichte.

Die „Schwabbank“ in der Wiener Straße war von der Stadtgemeinde errichtet worden – wahrscheinlich im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Das Wasser kam vom Fischabach, von dem der sogenannte „Polierbach“ abgeleitet worden war, um zur nahe gelegenen Fabrik geleitet zu werden.

Das heutige Aussehen entspricht nicht mehr dem ursprünglichen, wie anhand alter Fotografien belegt ist. Denn an der breiten Wiener Straße gab es damals noch ein zur Seite offenes Gebäude, unter dessen schützendem Dach sich die Frauen unterstellen konnten.

 

Bilder

Schwabbank in der Wiener Straße mit Zugang zum Wasserlauf

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Holzbalken der Schwabbank zum Ablegen der Wäschestücke

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Erinnerungstafel an die hiesigen Schwabbänke

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Gemeinsames Waschen einer Gruppe von jungen Frauen, frühe 1930er Jahre

Die einzelnen Arbeitsschritte beim Wäschewaschen und die erforderlichen Utensilien sind hier sehr gut erkennbar.
Datierung: 1930er Jahre Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Franz Klimek Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Aufhängen der Wäsche unter Dach, frühe 1930er Jahre

Datierung: 1930er Jahre Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Franz Klimek Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Gemauerter Ofen in einer Waschküche zum Wärmen des Wassers, 1940

Der abgebildete Ofen wurde 1940 mit Ziegeln im Kellergeschoß der Daun-Kaserne gebaut. Hier wurde die "Koch-Wäsche" gereinigt.
Datierung: 2015 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Waschpulver der Marke Thompson, wie es nach dem Ersten Weltkrieg in Verwendung kam

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Packung der berühmten Marke Henko - Waschpulver, Soda, Bleiche

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto