Vor 100 Jahren – Meteorologische Daten aus Wiener Neustadt

Erinnerungsort

Vor 100 Jahren – Meteorologische Daten aus Wiener Neustadt

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Burgplatz 1 Meteorologische Beobachtungsstationen   Kenntnisse für die Luftfahrt Im Zusammenhang mit dem Wiener Neustädter Flugfeld spielte die Beobachtung der Wetterlage eine sehr wichtige Rolle. So waren beispielsweise die Windrichtung, die Windstärke, die Gewittergefahr und die Frost- bzw. Nebelsituation wichtige Punkte für die Luftfahrt.  Beim Einsatz von Ballons (zur Beobachtung) und von Luftschiffen (vor allem bei den gefährlichen Start- und Lande-Manövern) mussten diverse Wetterparameter berücksichtigt werden. Windböen konnten die Seile, die zum Fixieren von Luftschiffen am Boden dienten, aus ihren Verankerungen reißen und das Luftschiff mit Gebäuden kollidieren lassen. Soldaten, die in Ballons (zur Feindbeobachtung oder als Artilleriebeobachter) eingesetzt waren, konnten die Verbindung zum Boden verlieren und weit abgetrieben werden oder sogar abstürzen. Dem entsprechend gab es in der k. u. k. Armee Soldaten, die die Aufgabe zu erfüllen hatten, die Wetterlage zu beobachten, zu beschreiben und zu melden. Wetterballons wurden in bewährter Weise hierfür verwendet. Aspekte, wie die Lufttemperatur, der Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit, die Niederschlagsmenge, die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung, vielleicht auch die Wolkenart und -höhe und die Sichtweiten (bei Nebel), könnten dokumentiert worden sein. Die Auswirkungen der Wetterverhältnisse mussten im militärischen Alltag und für Entscheidungen bedacht werden. Man denke an den Einsatz von Luftschiffen, Beobachtungsballons, Start- bzw. Landezeiten und Flugstrecken von Flugzeugen, die Durchführung von Transporten (zum Beispiel mit Pulver) etc.    Meteorologische Station am Rákóczi-Turm Bereits um 1800 war der Turm der Militärakademie, der Rákóczi-Turm, Standort für ein astronomisches Observatorium. Von ihm aus wurden seit der Zeit Maria Theresias Vermessungen vorgenommen, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Meridian-Messung. In späterer Zeit stellte er auch einen von mehreren Orten in der Stadt dar, an dem meteorologische Messungen vorgenommen wurden. Während in der Zwischenkriegszeit bis 1934 in der Akademie keine Offiziersausbildung erfolgte und am Burgplatz 1 die Bundeserziehungsanstalt (BEA), die „Schule am Turm“, untergebracht war, gab es dort nachweislich eine meteorologische Station. Professor Dr. Eisenbeißer oblag die Obsorge für diese Station und er wurde von zwei Personen, die als „Meteorologen“ bezeichnet wurden, unterstützt. Bei diesen handelte es sich um Schüler der Bundeserziehungsanstalt – sogenannte „Jungtürmer“. Die Aufgabe der jugendlichen Meteorologen bestand darin, die Station zu bedienen, deren Messwerte bzw. -angaben zu notieren und auszurechnen. Die Ergebnisse der Berechnungen und die getätigten Beobachtungen wurden der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien übermittelt.   Städtische meteorologische Beobachtungsstation Der Wirbelsturm von 1916 hatte in Wiener Neustadt nicht nur großen Schaden angerichtet, sondern auch Menschenleben gekostet. Die Erfahrungen führte zu einer gewissen Verunsicherung darüber, ob sich solches nicht jederzeit wiederholen könnte. Um Gefahren voraussehen zu können, braucht man Forschungsgrundlagen und Daten. Diese wurden nicht nur über die meteorologische Station am Rákóczi-Turm gesammelt, sondern auch noch an anderer Stelle in der Steinfeldstadt. Am Beginn der 1920er Jahre fungierte der Rayons-Inspektor Franz John als Beobachter auf dieser städtischen meteorologischen Beobachtungsstation. Da diese Aufgabe von einem Polizeibeamten wahrzunehmen war, wird angenommen, dass sich diese Station in oder nahe einer der Polizei-Dienststellen, vermutlich im Rathaus oder bei der Expositur am Flugfeld, befunden hat.  

Vor 100 Jahren – Ein Warmbad als Luxus

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Burgplatz 1

Meteorologische Beobachtungsstationen

 

Kenntnisse für die Luftfahrt

Im Zusammenhang mit dem Wiener Neustädter Flugfeld spielte die Beobachtung der Wetterlage eine sehr wichtige Rolle. So waren beispielsweise die Windrichtung, die Windstärke, die Gewittergefahr und die Frost- bzw. Nebelsituation wichtige Punkte für die Luftfahrt. 

Beim Einsatz von Ballons (zur Beobachtung) und von Luftschiffen (vor allem bei den gefährlichen Start- und Lande-Manövern) mussten diverse Wetterparameter berücksichtigt werden. Windböen konnten die Seile, die zum Fixieren von Luftschiffen am Boden dienten, aus ihren Verankerungen reißen und das Luftschiff mit Gebäuden kollidieren lassen. Soldaten, die in Ballons (zur Feindbeobachtung oder als Artilleriebeobachter) eingesetzt waren, konnten die Verbindung zum Boden verlieren und weit abgetrieben werden oder sogar abstürzen.

Dem entsprechend gab es in der k. u. k. Armee Soldaten, die die Aufgabe zu erfüllen hatten, die Wetterlage zu beobachten, zu beschreiben und zu melden. Wetterballons wurden in bewährter Weise hierfür verwendet. Aspekte, wie die Lufttemperatur, der Luftdruck, die Luftfeuchtigkeit, die Niederschlagsmenge, die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung, vielleicht auch die Wolkenart und -höhe und die Sichtweiten (bei Nebel), könnten dokumentiert worden sein. Die Auswirkungen der Wetterverhältnisse mussten im militärischen Alltag und für Entscheidungen bedacht werden. Man denke an den Einsatz von Luftschiffen, Beobachtungsballons, Start- bzw. Landezeiten und Flugstrecken von Flugzeugen, die Durchführung von Transporten (zum Beispiel mit Pulver) etc. 

 

Meteorologische Station am Rákóczi-Turm

Bereits um 1800 war der Turm der Militärakademie, der Rákóczi-Turm, Standort für ein astronomisches Observatorium. Von ihm aus wurden seit der Zeit Maria Theresias Vermessungen vorgenommen, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Meridian-Messung. In späterer Zeit stellte er auch einen von mehreren Orten in der Stadt dar, an dem meteorologische Messungen vorgenommen wurden. Während in der Zwischenkriegszeit bis 1934 in der Akademie keine Offiziersausbildung erfolgte und am Burgplatz 1 die Bundeserziehungsanstalt (BEA), die „Schule am Turm“, untergebracht war, gab es dort nachweislich eine meteorologische Station. Professor Dr. Eisenbeißer oblag die Obsorge für diese Station und er wurde von zwei Personen, die als „Meteorologen“ bezeichnet wurden, unterstützt. Bei diesen handelte es sich um Schüler der Bundeserziehungsanstalt – sogenannte „Jungtürmer“. Die Aufgabe der jugendlichen Meteorologen bestand darin, die Station zu bedienen, deren Messwerte bzw. -angaben zu notieren und auszurechnen. Die Ergebnisse der Berechnungen und die getätigten Beobachtungen wurden der Zentralanstalt für Meteorologie in Wien übermittelt.

 

Städtische meteorologische Beobachtungsstation

Der Wirbelsturm von 1916 hatte in Wiener Neustadt nicht nur großen Schaden angerichtet, sondern auch Menschenleben gekostet. Die Erfahrungen führte zu einer gewissen Verunsicherung darüber, ob sich solches nicht jederzeit wiederholen könnte. Um Gefahren voraussehen zu können, braucht man Forschungsgrundlagen und Daten. Diese wurden nicht nur über die meteorologische Station am Rákóczi-Turm gesammelt, sondern auch noch an anderer Stelle in der Steinfeldstadt. Am Beginn der 1920er Jahre fungierte der Rayons-Inspektor Franz John als Beobachter auf dieser städtischen meteorologischen Beobachtungsstation. Da diese Aufgabe von einem Polizeibeamten wahrzunehmen war, wird angenommen, dass sich diese Station in oder nahe einer der Polizei-Dienststellen, vermutlich im Rathaus oder bei der Expositur am Flugfeld, befunden hat.

 

Bilder

Der Rákóczi-Turm in seiner heutigen Gestalt

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Rákóczi-Turm in seiner Form vor rund 100 Jahren, ca. 1912

Der Rákóczi-Turm hatte einst eine Plattform auf seiner höchsten Ebene, auf der man in alle Himmelsrichtungen sehen konnte. Auch militärische Posten hielten dort Wache und beobachteten die Umgebung der Militärakademie. 
Datierung: ca. 1912 Quelle: Sammlung Gerdenits Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto

Nahaufnahme der höchsten Turmebene, um 1910

Datierung: um 1910 Quelle: Sammlung Geel Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto