Vor 100 Jahren – Stadtpark als besonderer Erholungsraum

Erinnerungsort

Vor 100 Jahren – Stadtpark als besonderer Erholungsraum

47.809740

16.239113

Stadtpark Alles in einem: Tennisplatz – Teich – Eislaufplatz   Noch heute sieht der aufmerksame Spaziergänger, wenn er durch den Stadtpark flaniert, Tennisplätze nahe der südlichen Stadtmauer Wiener Neustadts. Schon vor über 100 Jahren waren dort Tennisplätze angelegt worden. Der Tennis-Sport galt nicht als Sportart der Arbeiter der Industriestadt, sondern wurde von der bürgerlichen Gesellschaft und Mitgliedern des Militärs gepflegt.  Die einstigen Stadtväter scheuten keine Mühen, den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt im Erholungsgebiet des Stadtparks etwas zu bieten. Denn sie versuchten dieses etwas tiefer gelegene Areal, das in mittelalterlicher Zeit und noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der alte Stadtgraben gewesen war, unterschiedlich zu nützen.  Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde an der Westseite ein langgestreckter Bau mit einem pavillonartigen Turm errichtet – ein wahres Baujuwel im Jugendstil, ein Blickfang. Von dort aus bot sich den Gästen die Möglichkeit, die sportbegeisterten Damen und Herren der Gesellschaft von einer Galerie aus zu beobachten. Eine Ebene tiefer – und somit zirka auf dem Niveau der Tennisplatz-Flächen, die durch weitere Stufen erreichbar waren – konnten die Sportler und ihre Begleitung konsumieren. Tische und Sessel luden im Freien zum Verweilen ein. Große Sichtfenster eröffneten den im Inneren Sitzenden einen großzügigen Blick auf die Fläche, die mit elektrischen Lampen beleuchtet werden konnte und wohl zu später Stunde ein äußerst reizvolles Ambiente darstellte. So fand der Erholungssuchende hier im Sommer gediegene moderne Tennisplätze und ein Restaurant vor. Im Spätherbst stand die Fläche aber bisweilen unter Wasser und wurde zum Teich, auf dem man mit Booten eine Ruderfahrt mit der Familie unternehmen konnte. Im Winter verwandelte sich das Areal zu einer Eisfläche zum Schlittschuhlaufen.  Fotografien aus der Zeit um 1900 zeigen uns, dass es hier einen Bootsverleih im Stadtgraben gab. Für die Damen und Herren bestand jedenfalls keine Gefahr zu ertrinken, war doch das Wasser höchstens ein paar Fuß tief. Eher noch dürfte das Ruder oft auf Grund gekommen sein.  

Vor 100 Jahren – Als es noch das echte Wiener Neustädter Bier gab

47.810160

16.241400

Stadtpark

Alles in einem: Tennisplatz – Teich – Eislaufplatz

 

Noch heute sieht der aufmerksame Spaziergänger, wenn er durch den Stadtpark flaniert, Tennisplätze nahe der südlichen Stadtmauer Wiener Neustadts. Schon vor über 100 Jahren waren dort Tennisplätze angelegt worden. Der Tennis-Sport galt nicht als Sportart der Arbeiter der Industriestadt, sondern wurde von der bürgerlichen Gesellschaft und Mitgliedern des Militärs gepflegt. 

Die einstigen Stadtväter scheuten keine Mühen, den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt im Erholungsgebiet des Stadtparks etwas zu bieten. Denn sie versuchten dieses etwas tiefer gelegene Areal, das in mittelalterlicher Zeit und noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der alte Stadtgraben gewesen war, unterschiedlich zu nützen. 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde an der Westseite ein langgestreckter Bau mit einem pavillonartigen Turm errichtet – ein wahres Baujuwel im Jugendstil, ein Blickfang. Von dort aus bot sich den Gästen die Möglichkeit, die sportbegeisterten Damen und Herren der Gesellschaft von einer Galerie aus zu beobachten. Eine Ebene tiefer – und somit zirka auf dem Niveau der Tennisplatz-Flächen, die durch weitere Stufen erreichbar waren – konnten die Sportler und ihre Begleitung konsumieren. Tische und Sessel luden im Freien zum Verweilen ein. Große Sichtfenster eröffneten den im Inneren Sitzenden einen großzügigen Blick auf die Fläche, die mit elektrischen Lampen beleuchtet werden konnte und wohl zu später Stunde ein äußerst reizvolles Ambiente darstellte.

So fand der Erholungssuchende hier im Sommer gediegene moderne Tennisplätze und ein Restaurant vor. Im Spätherbst stand die Fläche aber bisweilen unter Wasser und wurde zum Teich, auf dem man mit Booten eine Ruderfahrt mit der Familie unternehmen konnte. Im Winter verwandelte sich das Areal zu einer Eisfläche zum Schlittschuhlaufen. 

Fotografien aus der Zeit um 1900 zeigen uns, dass es hier einen Bootsverleih im Stadtgraben gab. Für die Damen und Herren bestand jedenfalls keine Gefahr zu ertrinken, war doch das Wasser höchstens ein paar Fuß tief. Eher noch dürfte das Ruder oft auf Grund gekommen sein.

 

Bilder

Tennisplatz und Vereinsgebäude im Stadtpark Wiener Neustadt

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Blick auf das Tennisvereinsgebäude mit der gut erkennbaren Geländestufe und dem Niveau-Unterschied

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Tennisplätze vor über 100 Jahren auf demselben Gelände wie heute, um 1900

Der alte Stadtgraben bot mit seiner Verbreiterung eine ideale Basis für mehrere Tennisplätze.
Datierung: um 1910 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Bootsfahrten im Stadtpark - anstellte der Tennisplatzflächen, ca. 1910

Mit der Elektrifizierung der Stadt erhielt auch der Stadtpark elektrische Beleuchtungskörper, beispielsweise beim Rosarium im westlichen Teil, aber auch auf den Tennisplätzen, die zum Teich mit Bootsfahrten-Betrieb wurden.
Datierung: ca. 1910 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Stadtpark-Teich vor seinem jährlichen Wandel zum Eislaufplatz, ca. 1910

Im Winter war das Areal der ehemaligen Tennisplätze ein beliebter Eislaufplatz. Denn der nunmehrige Teich fror in der kalten Jahreszeit zu. Einige Jahre nach der Jahrhundertwende endete die Ära des Tennissports; die Fläche blieb dauerhaft Teich und Eislaufplatz.
Datierung: ca. 1910 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat