Vor 100 Jahren – Der Hauptplatz als riesiger Marktplatz

Erinnerungsort

Vor 100 Jahren – Der Hauptplatz als riesiger Marktplatz

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Hauptplatz Als der Hauptplatz noch ein großer Marktplatz war: vom Marktplatz und vom „Körbelmarkt“   Tages- und Wochenmärkte & der „Körbelmarkt“ Blickt man in die Vergangenheit von Wiener Neustadt zurück, so gab es hier ein lange bestehendes, aktives und eigenständig gewachsenes Marktwesen. In Wiener Neustadt wurden Tages- und Wochenmärkte abgehalten. Die Tagesmärkte dienten vor allem dazu, dass die einheimische Bevölkerung ihren Tagesbedarf decken konnte, und fanden täglich (Montag bis Samstag) von Mai bis Oktober von 06.00 Uhr, sonst von 05.00 Uhr morgens bis 12.00 Uhr mittags statt. Nur Obst durfte länger verkauft werden. Auf den Wochenmärkten verkauften außerdem auswärtige Produzenten und Händler. Diese Märkte sollten auch der Versorgung des Umlandes der Stadt dienen. Der Marktplatz befand sich auf dem Hauptplatz, wobei Waren bestimmten Bereichen zugeordnet waren: beispielsweise die Plätze vor den Häusern am Hauptplatz Nr. 30-33 den „Grünwaren“, jene vor den Nummern 34 und 35 den Blumenständen, vor der Alten Kronen-Apotheke den Korb-, Flecht- und Besenwaren sowie vor den Nummern 17 und 18 Bäumen und Sträuchern. Am „Fischplatz“ (im Nordwesten des Hauptplatzes) fand der Obst- und Fischverkauf statt.  Es gab außerdem den sogenannten „Körbelmarkt“, das heißt einen Verkauf von Waren direkt aus Körben, Taschen, Steigen oder Kraxen, bei dem die Händler also keine Tische, Verkaufsstände oder sogar Hütten hatten, sondern Waren in geringer Stückzahl anboten: meist Lebensmittel aus privatem Kleinanbau, Haushaltswaren, Textilien etc. Dies war auf allen anderen Teilen des Hauptplatzes und auf der (stadtauswärts) linken Seite der Neunkirchner Straße (von der Haus-Nr. 9 bis zur Burggasse) erlaubt.   Platzordnung für Wägen & Sonderregelungen für Fleisch und Holz Kamen Händler mit Wägen auf den Marktplatz, dann hatten jene, die hauptsächlich mit Körnern und Hülsenfrüchten beladen waren, um die Mariensäule am Hauptplatz Aufstellung zu nehmen. Kartoffelhändler mit Wagen mussten ebenso bei der Mariensäule stehen (oder vor der sogenannten „Obst-Zeit“ im Spätsommer bzw. Herbst auf den „Fischplatz“ weichen). Händler mit Kraut, Rüben, Häcksel oder Backwaren auf ihren Wägen hatten sich auf dem Pfarrplatz einzufinden. Der Verkauf von Fleisch fand in der städtischen Fleischmarkthalle statt und war am Hauptplatz nur einheimischen Fleischhauern (nach besonderer Genehmigung des Stadtrates) in fahrbaren Hütten erlaubt.  Holz, also Brenn-, Schnitt- und Langholz, aber auch „Weinstecken“ bekam der Kunde vor der k. k. Militär-Schwimmschule (Burgplatz 1), Heu und Stroh (im Großverkauf) nur am Viehmarkt (Neunkirchner Straße).   Mietflächen & Gebühren Verkäufer konnten Plätze für eine gewisse Dauer gegen Gebühr anmieten (Mietplätze) und hier ihre Verkaufsstände aufbauen, wobei diverse Regen- und Sonnendächer die Mietfläche nicht überragen durften. Verkäufer konnten aber auch eine Standgebühr (für den Tag) entrichten und ihre Waren auf einem ihnen zugewiesenen Platz zum Kauf anbieten (Standplätze). Für einen Standplatz (für einen Tag) zahlte man 1911 vier Heller pro m2. Auf dem Verkaufsplatz hatte der Verkäufer den Aufsichtsorganen die festgesetzten Markgebühren zu bezahlen. Diese war grundsätzlich nach der Anzahl und dem Gewicht der jeweiligen Ware berechnet, zum Beispiel: vier Heller pro Feldhase/Kaninchen, sechs Heller pro 30- bis 50kg-Sack oder Korb Erdäpfel, sechs Heller für 10 Laib Brot oder 10 Liter Milch.   Verhaltensvorschriften Allen Beteiligten war ein „im Marktverkehre anständiges Betragen“ verordnet. Das „überlaute, aufdringliche oder belästigende Anbieten der Waren“ und das „Anlocken von Kindern“ waren untersagt. Zum alltäglichen Bild auf dem Wiener Neustädter Marktplatz zählten neben Händlern und Kunden auch Personen, die nötige Hilfsarbeiten verrichteten: Markthelfer, Träger und „Auflader“. Hunde (abgesehen von „eingespannten Zughunden“), Kranke und Betrunkene waren auf dem Markt verboten und wurden von dort entfernt.  

Vor 100 Jahren – Kliniken für die Porzellanpuppe

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Hauptplatz

Als der Hauptplatz noch ein großer Marktplatz war: vom Marktplatz und vom „Körbelmarkt“

 

Tages- und Wochenmärkte & der „Körbelmarkt“

Blickt man in die Vergangenheit von Wiener Neustadt zurück, so gab es hier ein lange bestehendes, aktives und eigenständig gewachsenes Marktwesen. In Wiener Neustadt wurden Tages- und Wochenmärkte abgehalten. Die Tagesmärkte dienten vor allem dazu, dass die einheimische Bevölkerung ihren Tagesbedarf decken konnte, und fanden täglich (Montag bis Samstag) von Mai bis Oktober von 06.00 Uhr, sonst von 05.00 Uhr morgens bis 12.00 Uhr mittags statt. Nur Obst durfte länger verkauft werden. Auf den Wochenmärkten verkauften außerdem auswärtige Produzenten und Händler. Diese Märkte sollten auch der Versorgung des Umlandes der Stadt dienen.

Der Marktplatz befand sich auf dem Hauptplatz, wobei Waren bestimmten Bereichen zugeordnet waren: beispielsweise die Plätze vor den Häusern am Hauptplatz Nr. 30-33 den „Grünwaren“, jene vor den Nummern 34 und 35 den Blumenständen, vor der Alten Kronen-Apotheke den Korb-, Flecht- und Besenwaren sowie vor den Nummern 17 und 18 Bäumen und Sträuchern. Am „Fischplatz“ (im Nordwesten des Hauptplatzes) fand der Obst- und Fischverkauf statt. 

Es gab außerdem den sogenannten „Körbelmarkt“, das heißt einen Verkauf von Waren direkt aus Körben, Taschen, Steigen oder Kraxen, bei dem die Händler also keine Tische, Verkaufsstände oder sogar Hütten hatten, sondern Waren in geringer Stückzahl anboten: meist Lebensmittel aus privatem Kleinanbau, Haushaltswaren, Textilien etc. Dies war auf allen anderen Teilen des Hauptplatzes und auf der (stadtauswärts) linken Seite der Neunkirchner Straße (von der Haus-Nr. 9 bis zur Burggasse) erlaubt.

 

Platzordnung für Wägen & Sonderregelungen für Fleisch und Holz

Kamen Händler mit Wägen auf den Marktplatz, dann hatten jene, die hauptsächlich mit Körnern und Hülsenfrüchten beladen waren, um die Mariensäule am Hauptplatz Aufstellung zu nehmen. Kartoffelhändler mit Wagen mussten ebenso bei der Mariensäule stehen (oder vor der sogenannten „Obst-Zeit“ im Spätsommer bzw. Herbst auf den „Fischplatz“ weichen). Händler mit Kraut, Rüben, Häcksel oder Backwaren auf ihren Wägen hatten sich auf dem Pfarrplatz einzufinden.

Der Verkauf von Fleisch fand in der städtischen Fleischmarkthalle statt und war am Hauptplatz nur einheimischen Fleischhauern (nach besonderer Genehmigung des Stadtrates) in fahrbaren Hütten erlaubt. 

Holz, also Brenn-, Schnitt- und Langholz, aber auch „Weinstecken“ bekam der Kunde vor der k. k. Militär-Schwimmschule (Burgplatz 1), Heu und Stroh (im Großverkauf) nur am Viehmarkt (Neunkirchner Straße).

 

Mietflächen & Gebühren

Verkäufer konnten Plätze für eine gewisse Dauer gegen Gebühr anmieten (Mietplätze) und hier ihre Verkaufsstände aufbauen, wobei diverse Regen- und Sonnendächer die Mietfläche nicht überragen durften. Verkäufer konnten aber auch eine Standgebühr (für den Tag) entrichten und ihre Waren auf einem ihnen zugewiesenen Platz zum Kauf anbieten (Standplätze). Für einen Standplatz (für einen Tag) zahlte man 1911 vier Heller pro m2. Auf dem Verkaufsplatz hatte der Verkäufer den Aufsichtsorganen die festgesetzten Markgebühren zu bezahlen. Diese war grundsätzlich nach der Anzahl und dem Gewicht der jeweiligen Ware berechnet, zum Beispiel: vier Heller pro Feldhase/Kaninchen, sechs Heller pro 30- bis 50kg-Sack oder Korb Erdäpfel, sechs Heller für 10 Laib Brot oder 10 Liter Milch.

 

Verhaltensvorschriften

Allen Beteiligten war ein „im Marktverkehre anständiges Betragen“ verordnet. Das „überlaute, aufdringliche oder belästigende Anbieten der Waren“ und das „Anlocken von Kindern“ waren untersagt. Zum alltäglichen Bild auf dem Wiener Neustädter Marktplatz zählten neben Händlern und Kunden auch Personen, die nötige Hilfsarbeiten verrichteten: Markthelfer, Träger und „Auflader“. Hunde (abgesehen von „eingespannten Zughunden“), Kranke und Betrunkene waren auf dem Markt verboten und wurden von dort entfernt.

 

Bilder

Blick auf den neuen Hauptplatz von Südosten

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Mariensäule inmitten des östlichen Hauptplatzes

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Südwestlicher Hauptplatz mit dem Pferdewagen-Platz, 1901

Kam es zu Transporten auf den Hauptplatz, die mit einem Pferdewagen erfolgten, dann mussten diese vor über 100 Jahren vor dem Hotel "Zum weißen Rössel" abgestellt werden. Dort wurden die Tiere auch versorgt.
Datierung: 1901 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Ledermann, Wien Zusatzinfo: Postkarte

Blick auf den westlichen Hauptplatz in Richtung Süden, 1905

Das Wasser aus dem sich vor Ort befindenden Brunnen diente auch den Zugpferden, die dort angebunden wurden, um zu fressen und zu trinken - bis die Fahrt mit dem Wagen in der Stadt oder in die Region weiterging.
Datierung: 1905 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: unbekannt Zusatzinfo: Postkarte

Nordöstlicher Hauptplatz mit abgestellten Transportwagen, 1909

Auch an bestimmten anderen Teilen des Hauptplatzes, zum Beispiel im Nordosten, durften Transportwagen abgestellt werden. Von dort wurden die Waren und Produkte zu den Verkaufsständen nahe dem Grätzl (Häusergruppe inmitten des Hauptplatzes) gebracht.
Datierung: 1909 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Julius Seiser, Neunkirchen Zusatzinfo: Postkarte

Marktstände mit zumeist runden Schirmen am Hautplatz, 1910

Das Marktleben war durchwegs von Frauen bestimmt: den Marktfrauen. Die Waren bot man auf Holztischen und in Körben, Säcken oder anderen Gebinden an. 
Datierung: 1910 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Ledermann, Wien Zusatzinfo: Postkarte

Marktstände entlang der Nord-Süd-Verbindung über den Hauptplatz, 1910

Die Stände wurden entlang der Nord-Süd-Achse des Hauptplatzes gereiht. Die Gaslampen (später elektrischen Lampen) gaben auch in dunklen Stunden ausreichend Licht.
Datierung: 1910 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Kuderna Zusatzinfo: Postkarte

Marktplatz westlich der Mariensäule, ca. 1911

Durch Linien auf und im Bodenbelag war den Verkäufern auf dem Markt angezeigt, wo sie ihre Stände aufbauen bzw. platzieren durften. Auch fahrende "Standln" (also kleine Hütten auf Rädern) fanden Platz.
Datierung: ca. 1911 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Photobrom, Wien Zusatzinfo: Postkarte

Blick auf die Marktfrauen und ihre Stände nahe dem Rathaus, 1913

Datierung: 1913 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Leopold Stern Zusatzinfo: Postkarte

Kolorierte Postkarte vom östlichen Hauptplatz und seinem Markt, 1915

In der Zeit des Ersten Weltkriegs vergrößerte sich der Markt auf dem Hauptplatz, denn es musste auch eine stark wachsende Bevölkerung versorgt werden.
Datierung: 1915 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Kuderna Zusatzinfo: Postkarte

Großer Markt in der Zeit des Ersten Weltkriegs, 1915

Auf der Marktfläche stieg mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs nicht nur die Zahl der Händler, sondern auch die der zugelassenen Hütten. Diese standen vor allem in den hinteren Reihen.
Datierung: 1915 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Kuderna Zusatzinfo: Postkarte

Marktplatz mit sehr vielen Hand-Zugwagen der Händler, 1929

In den 1920er-Jahren hatte die Mobilität der Menschen zugenommen, was sich auf dem Markt mit seinen vielen Hand-Zugwagen widerspiegelt. Auch Automobile zählen jetzt zum Bild des Wiener Neustädter Hauptplatzes.
Datierung: 1929 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Julius Seiser, Neunkirchen Zusatzinfo: Postkarte

Der zwischen der Mariensäule und dem Grätzl zusammengedrängte Markt, 1931

Die Straßen und Wege auf dem Hauptplatz, die durch den Bodenbelag kenntlich gemacht waren, mussten stets freigehalten werden.
Datierung: 1931 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Ledermann, Wien Zusatzinfo: Postkarte