Das ehemalige Café Bank - Bahngasse 17

Erinnerungsort

Das ehemalige Café Bank - Bahngasse 17

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Das ehemalige Café Bank – Bahngasse 17 Das jüdische Gesellschaftsleben Kaum ein anderer jüdischer Betrieb ist in den Erinnerungen von Zeitzeugen in Wiener Neustadt so eingeprägt wie das Café Bank. Dies liegt unter anderem daran, dass es in der Nachkriegszeit nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin (unter anderen Eigentümern) für kurze Zeit bestand und im Gebäude lange Jahre die gern besuchte Tanzschule Resnicek (1946-1969) untergebracht war. In der Gastronomie stellte das Café Bank das größte Kaffeehaus der Stadt dar. Konkurrenz hatte es höchstens durch das Café Lehn in der Wiener Straße. Das Café Bank war nämlich mehr als ein Kaffeehaus, denn es handelte sich um den gesellschaftlichen Treffpunkt der bürgerlichen Gesellschaft. Gäste kamen aus der Region, sogar mit der Bahn aus Wien, um an den Veranstaltungen des Hauses teilzunehmen. Um Kundschaft anzulocken, gab es Musik-Konzerte, Gesangsabende, Matinees, Kabaretts und andere Unterhaltungsangebote. Das nicht ohne Grund als „Konzert-Café Julius Bank“ angepriesene Kaffeehaus hatte in seinen Räumlichkeiten einen Musik- bzw. Konzertsaal für 200 Personen, eine Tanzdiele und einen Garten mit Steinbalustraden und mit einem großen Musikpavillon. Dieser Gastgarten befand sich auf dem Kapuzinerplatz, also dem Bereich zwischen der Mauer zur Kapuzinerkirche im Westen und dem Gebäude Bahngasse 21, durch welches man vom eigentlichen Café in den Garten gelangen konnte. Mit Schirmen oder einer Überdachung an der Westseite geschützt konnten die Gäste an lauen Sommerabenden die Nacht zum Tag werden lassen und sich von den Kutschern dann nachhause oder zum Bahnhof bringen lassen. Außerdem wurde das Café Bank als Casino beworben, da es Klub- und Spielzimmer hatte, in denen die Männer so manche Krone bzw. so manchen Schilling verspielten. Mit einer Tasse Kaffee, süßen Köstlichkeiten, gutem Lesestoff aus internationalen Zeitungen oder Raucherware versorgt, bei angenehmer Musik, konnte es die Gästeschar sicherlich lange aushalten. Das Café war schlichtweg eine Institution in der Stadt.   Quellen/Literatur: Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt. Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, Wien 2010. Werner Sulzgruber, Lebenslinien. Jüdische Familien und ihre Schicksale. Eine biografische Reise in die Vergangenheit von Wiener Neustadt, Wien/Horn 2013.  

Die mittelalterlichen hebräischen Grabsteine - Schubertweg

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Das ehemalige Café Bank – Bahngasse 17

Das jüdische Gesellschaftsleben

Kaum ein anderer jüdischer Betrieb ist in den Erinnerungen von Zeitzeugen in Wiener Neustadt so eingeprägt wie das Café Bank. Dies liegt unter anderem daran, dass es in der Nachkriegszeit nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin (unter anderen Eigentümern) für kurze Zeit bestand und im Gebäude lange Jahre die gern besuchte Tanzschule Resnicek (1946-1969) untergebracht war.

In der Gastronomie stellte das Café Bank das größte Kaffeehaus der Stadt dar. Konkurrenz hatte es höchstens durch das Café Lehn in der Wiener Straße. Das Café Bank war nämlich mehr als ein Kaffeehaus, denn es handelte sich um den gesellschaftlichen Treffpunkt der bürgerlichen Gesellschaft. Gäste kamen aus der Region, sogar mit der Bahn aus Wien, um an den Veranstaltungen des Hauses teilzunehmen. Um Kundschaft anzulocken, gab es Musik-Konzerte, Gesangsabende, Matinees, Kabaretts und andere Unterhaltungsangebote. Das nicht ohne Grund als „Konzert-Café Julius Bank“ angepriesene Kaffeehaus hatte in seinen Räumlichkeiten einen Musik- bzw. Konzertsaal für 200 Personen, eine Tanzdiele und einen Garten mit Steinbalustraden und mit einem großen Musikpavillon. Dieser Gastgarten befand sich auf dem Kapuzinerplatz, also dem Bereich zwischen der Mauer zur Kapuzinerkirche im Westen und dem Gebäude Bahngasse 21, durch welches man vom eigentlichen Café in den Garten gelangen konnte. Mit Schirmen oder einer Überdachung an der Westseite geschützt konnten die Gäste an lauen Sommerabenden die Nacht zum Tag werden lassen und sich von den Kutschern dann nachhause oder zum Bahnhof bringen lassen.

Außerdem wurde das Café Bank als Casino beworben, da es Klub- und Spielzimmer hatte, in denen die Männer so manche Krone bzw. so manchen Schilling verspielten. Mit einer Tasse Kaffee, süßen Köstlichkeiten, gutem Lesestoff aus internationalen Zeitungen oder Raucherware versorgt, bei angenehmer Musik, konnte es die Gästeschar sicherlich lange aushalten. Das Café war schlichtweg eine Institution in der Stadt.

 

Quellen/Literatur:
Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt. Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, Wien 2010.
Werner Sulzgruber, Lebenslinien. Jüdische Familien und ihre Schicksale. Eine biografische Reise in die Vergangenheit von Wiener Neustadt, Wien/Horn 2013.

 

Bilder

Blick auf den ehemaligen Standort des Café Bank in der Bahngasse

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Blick in der Bahngasse Richtung Kapuzinerkirche

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Aufnahme der eingelassenen "Türkenkugeln", die sich einst in der Fassade des Kaffeehauses befanden

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Erhaltene Statue der römischen Göttin Ceres an der nördlichen Fassade (Haus 1 der Firma Leiner)

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Café Bank in der Bahngasse 17-21, 1920er Jahre

Datierung: 1920er Jahre Quelle: Stadtarchiv Wiener Neustadt Autor: unbekannt Zusatzinfo: Fotografie

Café Bank an der Ecke Bahngasse/Lederergasse, 1928

Das Bild wurde im Oktober 1928 zum großen Aufmarsch der Heimwehr und des Schutzbundes in Wiener Neustadt aufgenommen. Auf dem Foto sieht man Verbände der Heimwehr, die vom Bahnhof in die Innenstadt marschieren.
Datierung: 1928 Quelle: Privatbesitz Rudolf Setznagl Autor: unbekannt Zusatzinfo: Repro

Front des Café Bank mit den eingemauerten Türkenkugeln in der Fassade, 1916

Datierung: 1916 Quelle: Privatbesitz Heinrich Witetschka Autor: Verlag Sperling Wien Zusatzinfo: Postkarte

Zugang zum Kaffeehaus-Garten mit Musikpavillon des Café Bank von der Bahngasse, ca. 1938

Datierung: ca. 1938 Quelle: Privatbesitz Heinrich Witetschka Autor: Verlag Kuderna Zusatzinfo: Postkarte

Musikpavillon des Café Bank an der Bräuhausgasse, 1931

Datierung: 1931 Quelle: Privatbesitz Heinrich Witetschka und Rudolf Setznagl Autor: Verlag F. Eisenmenger Zusatzinfo: Postkarte