Wohn- und Geschäftshaus - Neunkirchner Straße 14 - Dr. Wolf

Erinnerungsort

Wohn- und Geschäftshaus - Neunkirchner Straße 14 - Dr. Wolf

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Wohn- und Geschäftshaus – Neunkirchner Straße 14 Dr. Max Wolf und die Fotografie Dr. Max Wolf war eines von sechs Kindern des Stabsarztes Dr. Wilhelm Wolf und wurde 1892 als viertältester Sohn in Wiener Neustadt geboren. Er besuchte bis 1910 das K. k. Staats-Gymnasium in Wiener Neustadt (heute BG Babenbergerring) und folgte als einziges Kind beruflich seinem Vater, indem er in Wien Medizin studierte. Ab 1916 übernahm er an der italienischen Front die Stelle eines Chefarztes der Infektionsabteilung und internen Abteilung in einem Militärspital. Später war er im Krankenhaus an der Wieden und an der Allgemeinen Poliklinik tätig. Zu den Patienten des erfolgreichen Hautarztes zählten beispielweise Otto und Zita von Habsburg und Dr. Kurt Schuschnigg, die er in seiner Privatpraxis am Stephansplatz 8 behandelte. Wolf war ein hervorragender Fotograf, der zum einen früh damit begonnen hatte, dermatologische Erkrankungen und ihre Entwicklungen fotografisch festzuhalten, und schon im Ersten Weltkrieg fotografierte, zum anderen auch auf seinen privaten Reisen Beobachtetes ab 1927 abbildete. Als Mitglied des „Wiener Photoklubs“ beschäftigte er sich in den 1930er Jahren intensiv mit dem Thema Fotografie. Die Vielzahl von Fotos, die er auf seinen Reisen im deutschsprachigen Alpenraum und bei seinen Aufenthalten im Mittelmeerraum aufnahm, wurden mit Bildern ergänzt, die er aus seiner Wohnung am Wiener Stephansplatz schoss und mit denen der städtische Alltag in der Zwischenkriegszeit authentisch dokumentiert wurde. Zudem fotografierte er während der Unruhen im Februar 1934. 1938 musste er mit seiner Frau Margareta Wien verlassen. Albert Göring, der Bruder des Reichswirtschafts- und Reichsluftfahrtministers Hermann Göring, verhalf dem Paar zu den erforderlichen Ausreisedokumenten nach Jugoslawien und in die USA. In New York durfte Wolf schließlich ab 1940 wieder seinen Beruf ausüben und praktizierte bis zu seinem 97. Lebensjahr. Seine Reiselust brachte ihn nach Südamerika, Afrika und zurück nach Europa. Stets ausgestattet mit zwei Fotoapparaten nahm er seine Motive sowohl in Schwarz-Weiß – was er bevorzugte – als auch in Farbe auf. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Mitte der 1970er Jahre entstand der Großteil seiner Fotografien. Gerne wählte er Menschen und Christliches als Motive. Der Mediziner Max Wolf verstarb 1990 im Alter von 99 Jahren. Er vermachte seine Bibliothek dem Institut für Geschichte der Medizin: die „Wolf-Bibliothek“ für Geschichte der Dermatologie. Das Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek bewahrt den fotografischen Nachlass Wolfs im Umfang von mehreren tausend Schwarz-Weiß-Abzügen, Farbdias und Fotoalben auf. Eine Auswahl seiner Fotos können online (www.kulturpool.at) eingesehen werden.   Quellen/Literatur: Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt. Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, Wien 2010. The Austrian Heritage Collection at the Leo Baeck Institut, Austrian-Jewish Immigrants in the USA, Max and Margareta Wolf-Collection  

Wohn- und Geschäftshaus - Neunkirchner Straße 15 - Camilla Frydan

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Wohn- und Geschäftshaus – Neunkirchner Straße 14

Dr. Max Wolf und die Fotografie

Dr. Max Wolf war eines von sechs Kindern des Stabsarztes Dr. Wilhelm Wolf und wurde 1892 als viertältester Sohn in Wiener Neustadt geboren. Er besuchte bis 1910 das K. k. Staats-Gymnasium in Wiener Neustadt (heute BG Babenbergerring) und folgte als einziges Kind beruflich seinem Vater, indem er in Wien Medizin studierte. Ab 1916 übernahm er an der italienischen Front die Stelle eines Chefarztes der Infektionsabteilung und internen Abteilung in einem Militärspital. Später war er im Krankenhaus an der Wieden und an der Allgemeinen Poliklinik tätig. Zu den Patienten des erfolgreichen Hautarztes zählten beispielweise Otto und Zita von Habsburg und Dr. Kurt Schuschnigg, die er in seiner Privatpraxis am Stephansplatz 8 behandelte.

Wolf war ein hervorragender Fotograf, der zum einen früh damit begonnen hatte, dermatologische Erkrankungen und ihre Entwicklungen fotografisch festzuhalten, und schon im Ersten Weltkrieg fotografierte, zum anderen auch auf seinen privaten Reisen Beobachtetes ab 1927 abbildete. Als Mitglied des „Wiener Photoklubs“ beschäftigte er sich in den 1930er Jahren intensiv mit dem Thema Fotografie. Die Vielzahl von Fotos, die er auf seinen Reisen im deutschsprachigen Alpenraum und bei seinen Aufenthalten im Mittelmeerraum aufnahm, wurden mit Bildern ergänzt, die er aus seiner Wohnung am Wiener Stephansplatz schoss und mit denen der städtische Alltag in der Zwischenkriegszeit authentisch dokumentiert wurde. Zudem fotografierte er während der Unruhen im Februar 1934.

1938 musste er mit seiner Frau Margareta Wien verlassen. Albert Göring, der Bruder des Reichswirtschafts- und Reichsluftfahrtministers Hermann Göring, verhalf dem Paar zu den erforderlichen Ausreisedokumenten nach Jugoslawien und in die USA. In New York durfte Wolf schließlich ab 1940 wieder seinen Beruf ausüben und praktizierte bis zu seinem 97. Lebensjahr.

Seine Reiselust brachte ihn nach Südamerika, Afrika und zurück nach Europa. Stets ausgestattet mit zwei Fotoapparaten nahm er seine Motive sowohl in Schwarz-Weiß – was er bevorzugte – als auch in Farbe auf. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Mitte der 1970er Jahre entstand der Großteil seiner Fotografien. Gerne wählte er Menschen und Christliches als Motive.

Der Mediziner Max Wolf verstarb 1990 im Alter von 99 Jahren. Er vermachte seine Bibliothek dem Institut für Geschichte der Medizin: die „Wolf-Bibliothek“ für Geschichte der Dermatologie. Das Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek bewahrt den fotografischen Nachlass Wolfs im Umfang von mehreren tausend Schwarz-Weiß-Abzügen, Farbdias und Fotoalben auf. Eine Auswahl seiner Fotos können online (www.kulturpool.at) eingesehen werden.

 

Quellen/Literatur:
Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt. Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, Wien 2010.
The Austrian Heritage Collection at the Leo Baeck Institut, Austrian-Jewish Immigrants in the USA, Max and Margareta Wolf-Collection

 

Bilder

Blick aus der Fußgängerzone auf das Gebäude Neunkirchner Straße 14

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Froschperspektive auf den dreistufigen Erker und den Fachwerkbau des Hauses Neunkirchner Straße 14

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Dr. Max Wolf in seiner Privatordination am Stephansplatz, Wien, 1928

Datierung: 1928 Quelle: ÖNB Autor: unbekannt

SW-Foto von Max Wolf auf den Stephansplatz, Wien, 1932

In der Straßenszene erkennt man die Alte Feld-Apotheke, die Rotenturmstraße und den Thonet-/Kennedyhof.
Datierung: 1932 Quelle: ÖNB Autor: Max Wolf Zusatzinfo: Fotografie

Max Wolf (1. Reihe, 1. von rechts) mit Kollegen und Mitarbeitern in der Poliklinik in Wien, 1930

Datierung: 1930 Quelle: Josephinum, Bildersammlung, MedUni Wien Autor: unbekannt Zusatzinfo: Fotografie