Wohnhaus - Eyerspergring 3 - Jimmy Berg

Erinnerungsort

Wohnhaus - Eyerspergring 3 - Jimmy Berg

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Wohnhaus – Eyerspergring 3 Radiojournalist Jimmy Berg Kaum jemand weiß, dass eine Verbindung zwischen dem US-amerikanischen Journalisten Jimmy Berg und Wiener Neustadt besteht, denn Berg hieß ursprünglich Weinberg: Simson/Symson Weinberg kam am 23. Oktober 1909 in Kolomea, Galizien, als Sohn des Buchhalters Samuel und seiner Frau Fanny Weinberg zur Welt. 1910 fasste die Familie wieder in Wiener Neustadt, dem Standort des Arbeitgebers des Vaters, für kurze Zeit Fuß und wohnte am Corvinusring 18 und dann am Eyerspergring 3. Die Zeit des Ersten Weltkriegs war für den kleinen Simson zweifellos schwierig, nicht nur weil sein Vater zur kaiserlichen Armee eingezogen wurde, sondern seine Mutter an „Schwindsucht“, also Tuberkulose, erkrankte und 1918 starb. Simson wuchs fortan bei seinen Großeltern in Wien auf. Das Interesse für Musik scheint Simson Weinberg von seiner Mutter geerbt zu haben, die als Zither-Spielerin ihr Einkommen hatte. Entdeckt wurde die Begabung des Knaben vom Dirigenten des Wiener Arbeitersängerbundes, Georg Marcus. Als Jugendlicher mit 16 Jahren und begeistert von Jazz produzierte Simson seine ersten eigenen Kompositionen. Es zog ihn in die Welt hinaus: 1931 nach Deutschland, wo er unter anderem amerikanische Schlager verdeutschte, und 1933 nach Paris. Mitte der 30er Jahre und wieder zurück in Wien schrieb Symson, der sich nun Jimmy nannte und unter den Namen Jimmy Weinberg und Jimmy Berg veröffentlichte, Unterhaltungsmusik und Wiener Lieder. Von 1935 bis 1938 war er der musikalische Leiter der Wiener Kleinkunstbühne ABC, die mit Namen wie Jura Soyfer, Josef Meinrad oder Leo Askenasy (Leon Askin) verbunden ist. 1938 konnte er Österreich verlassen und in die USA emigrieren, wo er rasch zu einem vielseitigen Künstler und Radiojournalisten avancierte. Zu seinem Repertoire zählten Kompositionen und Texte für Radiosendungen, Shows, Revuen, Club-Veranstaltungen und Kabaretts, Kurz-Operetten, Songs und Chansons. Dies führte zur Zusammenarbeit mit berühmten Persönlichkeiten in der Kunst- und Kulturszene in den USA. Im Zusammenhang mit seinen ersten Arbeiten in den USA wird stets seine Mitwirkung in der Show „From Vienna“ der „Refugee Artists Group“ angeführt, aber auch seine Tätigkeit für Oscar Tellers und Erich Juhns „Arche“ sowie mit Karl Farkas und Armin Berg in der Revue „Ali Farkas und die 40 Berge“. Durch Hermann Leopoldi wurde sein Wiener Lied „In den kleinen Seitengassen“ im Österreich der Nachkriegszeit bekannt. Berg selbst erreichte Bekanntheit als Radiojournalist, worauf er sich zunehmend fokussierte. Zum Beispiel hörte man seine Stimme auf „Voice of America for Austria“ und dem Sender „Rot-Weiss-Rot“. Seine Meinung als Konzert- und TV-Kritiker war gefragt. Jimmy Berg verstarb am 4. April 1988 in New York. Eine kleine Auswahl seiner Interviews mit österreichischen Künstlern (als deutschsprachige Beiträge) finden Sie zum Beispiel auf der Österreichischen Mediathek: http://www.oesterreich-am-wort.at/ausstellungen/united-states-information-agency/hier-spricht-jimmy-berg-aus-new-york/mit-und-ueber-oesterreichische-kuenstler/   Quellen/Literatur: Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt. Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, Wien 2010. http://www.exilarchiv.de/DE/index.php?option=com_content&task=view&id=184&Itemid=1  

Wohnhaus - Deutschgasse 10 - Hermann und Dr. Moritz Friedenthal

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Wohnhaus – Eyerspergring 3

Radiojournalist Jimmy Berg

Kaum jemand weiß, dass eine Verbindung zwischen dem US-amerikanischen Journalisten Jimmy Berg und Wiener Neustadt besteht, denn Berg hieß ursprünglich Weinberg:

Simson/Symson Weinberg kam am 23. Oktober 1909 in Kolomea, Galizien, als Sohn des Buchhalters Samuel und seiner Frau Fanny Weinberg zur Welt. 1910 fasste die Familie wieder in Wiener Neustadt, dem Standort des Arbeitgebers des Vaters, für kurze Zeit Fuß und wohnte am Corvinusring 18 und dann am Eyerspergring 3. Die Zeit des Ersten Weltkriegs war für den kleinen Simson zweifellos schwierig, nicht nur weil sein Vater zur kaiserlichen Armee eingezogen wurde, sondern seine Mutter an „Schwindsucht“, also Tuberkulose, erkrankte und 1918 starb. Simson wuchs fortan bei seinen Großeltern in Wien auf.

Das Interesse für Musik scheint Simson Weinberg von seiner Mutter geerbt zu haben, die als Zither-Spielerin ihr Einkommen hatte. Entdeckt wurde die Begabung des Knaben vom Dirigenten des Wiener Arbeitersängerbundes, Georg Marcus. Als Jugendlicher mit 16 Jahren und begeistert von Jazz produzierte Simson seine ersten eigenen Kompositionen. Es zog ihn in die Welt hinaus: 1931 nach Deutschland, wo er unter anderem amerikanische Schlager verdeutschte, und 1933 nach Paris. Mitte der 30er Jahre und wieder zurück in Wien schrieb Symson, der sich nun Jimmy nannte und unter den Namen Jimmy Weinberg und Jimmy Berg veröffentlichte, Unterhaltungsmusik und Wiener Lieder. Von 1935 bis 1938 war er der musikalische Leiter der Wiener Kleinkunstbühne ABC, die mit Namen wie Jura Soyfer, Josef Meinrad oder Leo Askenasy (Leon Askin) verbunden ist.

1938 konnte er Österreich verlassen und in die USA emigrieren, wo er rasch zu einem vielseitigen Künstler und Radiojournalisten avancierte. Zu seinem Repertoire zählten Kompositionen und Texte für Radiosendungen, Shows, Revuen, Club-Veranstaltungen und Kabaretts, Kurz-Operetten, Songs und Chansons. Dies führte zur Zusammenarbeit mit berühmten Persönlichkeiten in der Kunst- und Kulturszene in den USA. Im Zusammenhang mit seinen ersten Arbeiten in den USA wird stets seine Mitwirkung in der Show „From Vienna“ der „Refugee Artists Group“ angeführt, aber auch seine Tätigkeit für Oscar Tellers und Erich Juhns „Arche“ sowie mit Karl Farkas und Armin Berg in der Revue „Ali Farkas und die 40 Berge“.

Durch Hermann Leopoldi wurde sein Wiener Lied „In den kleinen Seitengassen“ im Österreich der Nachkriegszeit bekannt. Berg selbst erreichte Bekanntheit als Radiojournalist, worauf er sich zunehmend fokussierte. Zum Beispiel hörte man seine Stimme auf „Voice of America for Austria“ und dem Sender „Rot-Weiss-Rot“. Seine Meinung als Konzert- und TV-Kritiker war gefragt.

Jimmy Berg verstarb am 4. April 1988 in New York.

Eine kleine Auswahl seiner Interviews mit österreichischen Künstlern (als deutschsprachige Beiträge) finden Sie zum Beispiel auf der Österreichischen Mediathek: http://www.oesterreich-am-wort.at/ausstellungen/united-states-information-agency/hier-spricht-jimmy-berg-aus-new-york/mit-und-ueber-oesterreichische-kuenstler/

 

Quellen/Literatur:
Werner Sulzgruber, Das jüdische Wiener Neustadt. Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert, Wien 2010.
http://www.exilarchiv.de/DE/index.php?option=com_content&task=view&id=184&Itemid=1

 

Bilder

Frontansicht des nach dem Zweiten Weltkrieg am Eyerspergring 3 neu errichteten Hauses

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Blick auf das Gebäude Eyerspergring 3 bis zur Kreuzung Wiener Straße/Baumkirchnerring

Datierung: 2015 Autor: Foto Marcel Billaudet

Jimmy Berg, 1938

Datierung: 1938 Quelle: Dokumentationsstelle Wien, Nachlass Jimmy Berg Autor: unbekannt Zusatzinfo: Fotografie

Blick in den Eyerspergring nach Osten, 1950er Jahre

Datierung: 1950er Jahre Quelle: Stadtarchiv Wiener Neustadt Autor: unbekannt Zusatzinfo: Fotografie