Das Museum unserer Stadt - Stadtmuseum - Petersgasse 2a

Erinnerungsort

Das Museum unserer Stadt - Stadtmuseum - Petersgasse 2a

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Stadtmuseum Petersgasse 2a Das Museum unserer Stadt Das hiesige Stadtmuseum befindet sich seit 1994 an seinem Standort in der Petersgasse. Es ist ein Boden mit Geschichte, weil das Museum auf der Fläche eines im Zweiten Weltkrieg teils zerstörten Klosters steht. Gegenüber dem Eingang findet sich der „Bürgermeistergarten“, der ehemalige Garten des Klosters, und an der Ostseite des Museums ist die Klosterkirche St. Peter als Ausstellungsfläche eingebunden. Das Prunkstück in der Sammlung des Museums ist der im 15. Jahrhundert entstandene „Corvinusbecher“, der silberne, teilweise vergoldete Prunkbecher bzw. Deckelpokal in einer Höhe von 81 Zentimetern, von dem wir bereits bei einer vorhergehenden Station unserer Tour gehört haben. Ein weiteres unbedingt zu erwähnendes Objekt ist das Evangeliar von 1325 – eine Handschrift (auf Pergament) mit rotem Leder und kostbaren Zierelementen. Es stammt aus dem Besitz des Deutschen Ordens und umfasst die vier Evangelien. Eine sehr gute Orientierung gibt das Stadtmodell im Erdgeschoß des Stadtmuseums. Die mittelalterliche Neustadt war in vier Viertel gleicher Ausdehnung aufgeteilt, wie es für eine auf dem Reißbrett geplante Stadt gut möglich war: das Liebfrauenviertel (im Nordwesten), das Brüderviertel (im Südwesten), das Predigerviertel (im Südosten) und das Deutschherrenviertel (im Nordosten). Während das Liebfrauenviertel nach der Liebfrauenkirche, also der der Jungfrau Maria geweihten Pfarrkirche benannt war, trug das Brüderviertel seinen Namen nach den „Minderbrüdern“ des Minoriten-/Franziskanerordens. Das Predigerviertel, das auch als Dreifaltigkeitsviertel bezeichnet wurde, erhielt seinen Namen vom Bettelorden der Dominikaner (im Neukloster), und das Deutschherrenviertel wies auf die Verbindung zum Deutschen Orden (dem Ritterorden der „Brüder und Schwestern vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“) und zu seinem Deutschordenshaus im Nordosten der Neustadt hin. Wussten Sie, dass ...? Die Planer des Mittelalters gliederten die Neustadt also gezielt in vier Teile und erbauten in jedem Viertel mindestens ein Gotteshaus oder eine Einrichtung für einen Kirchen- bzw. Ritter-Orden. Aus religiöser Sicht stand damit jedes Viertel unter dem Schutz und in der Gnade Gottes bzw. der Heiligen Kirche. Es war im christlichen Denken des mittelalterlichen Menschen von großer Bedeutung, dass Orte und Viertel, in denen man lebte, den entsprechende Segen und damit göttlichen Schutz und Kraft erhielten. Dies stillte das Bedürfnis nach Sicherheit und sollte dem Raum quasi göttliche Energie geben. Noch ein paar kurze Anmerkungen zu St. Peter an der Sperr: Die Kirche wurde vom aus Polen stammenden Baumeister Peter von Pusika errichtet, der später Bürger der Neustadt wurde. 1456 bis 1469 erfolgte der Umbau des alten ehemaligen Frauenklosters und späteren Dominikanerklosters. Der Haupteingang in das Kloster und die Kirche war von Süden gegeben, weil die Gebäude an die Stadtmauer grenzten. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster von Kaiser Joseph II. aufgelöst und diente der Stadtgemeinde als Lager. Wussten Sie, dass ...? Der Name St. Peter an der Sperr erinnert zum einen an den Heiligen Petrus, den Namensgeber, und zum anderen an eine „Sperre“. Unweit des Klosters und Gotteshauses stand nämlich einst ein wichtiges und mächtiges Stadttor: das Wiener Tor (in der Wiener Straße). Tore wurden im Mittelalter gerne als Sperren bezeichnet. Daher leitet sich der Zusatz „an der Sperr“ höchstwahrscheinlich davon ab. Wohl auch von der „Torsperre“, einem wichtigen Zeitpunkt für die Menschen des Mittelalters, weil dann – meist zur Zeit der Dämmerung – die Zufahrt in die Stadt, hinter die sicheren Stadtmauern, nicht mehr möglich war. Der Heilige Petrus, dem St. Peter/Sperr geweiht wurde, trägt bekanntlich in all seinen Darstellungen seit jeher einen Schlüssel, den „Himmelsschlüssel“ bzw. den „Schlüssel zur Pforte zum Himmelreich“. So haben die Kirche und das Wiener Tor eine symbolische Verbindung.   nächste Station: über den Eyerspergring und den Corvinusring zum ehemaligen Kanalhafen (Am Kanal)  

Der ehemalige Hafen des "Wiener Neustädter Kanals" - Am Kanal

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Stadtmuseum Petersgasse 2a

Das Museum unserer Stadt

Das hiesige Stadtmuseum befindet sich seit 1994 an seinem Standort in der Petersgasse. Es ist ein Boden mit Geschichte, weil das Museum auf der Fläche eines im Zweiten Weltkrieg teils zerstörten Klosters steht. Gegenüber dem Eingang findet sich der „Bürgermeistergarten“, der ehemalige Garten des Klosters, und an der Ostseite des Museums ist die Klosterkirche St. Peter als Ausstellungsfläche eingebunden.

Das Prunkstück in der Sammlung des Museums ist der im 15. Jahrhundert entstandene „Corvinusbecher“, der silberne, teilweise vergoldete Prunkbecher bzw. Deckelpokal in einer Höhe von 81 Zentimetern, von dem wir bereits bei einer vorhergehenden Station unserer Tour gehört haben. Ein weiteres unbedingt zu erwähnendes Objekt ist das Evangeliar von 1325 – eine Handschrift (auf Pergament) mit rotem Leder und kostbaren Zierelementen. Es stammt aus dem Besitz des Deutschen Ordens und umfasst die vier Evangelien.

Eine sehr gute Orientierung gibt das Stadtmodell im Erdgeschoß des Stadtmuseums. Die mittelalterliche Neustadt war in vier Viertel gleicher Ausdehnung aufgeteilt, wie es für eine auf dem Reißbrett geplante Stadt gut möglich war: das Liebfrauenviertel (im Nordwesten), das Brüderviertel (im Südwesten), das Predigerviertel (im Südosten) und das Deutschherrenviertel (im Nordosten).

Während das Liebfrauenviertel nach der Liebfrauenkirche, also der der Jungfrau Maria geweihten Pfarrkirche benannt war, trug das Brüderviertel seinen Namen nach den „Minderbrüdern“ des Minoriten-/Franziskanerordens. Das Predigerviertel, das auch als Dreifaltigkeitsviertel bezeichnet wurde, erhielt seinen Namen vom Bettelorden der Dominikaner (im Neukloster), und das Deutschherrenviertel wies auf die Verbindung zum Deutschen Orden (dem Ritterorden der „Brüder und Schwestern vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“) und zu seinem Deutschordenshaus im Nordosten der Neustadt hin.

Wussten Sie, dass ...?

Die Planer des Mittelalters gliederten die Neustadt also gezielt in vier Teile und erbauten in jedem Viertel mindestens ein Gotteshaus oder eine Einrichtung für einen Kirchen- bzw. Ritter-Orden. Aus religiöser Sicht stand damit jedes Viertel unter dem Schutz und in der Gnade Gottes bzw. der Heiligen Kirche. Es war im christlichen Denken des mittelalterlichen Menschen von großer Bedeutung, dass Orte und Viertel, in denen man lebte, den entsprechende Segen und damit göttlichen Schutz und Kraft erhielten. Dies stillte das Bedürfnis nach Sicherheit und sollte dem Raum quasi göttliche Energie geben.

Noch ein paar kurze Anmerkungen zu St. Peter an der Sperr: Die Kirche wurde vom aus Polen stammenden Baumeister Peter von Pusika errichtet, der später Bürger der Neustadt wurde. 1456 bis 1469 erfolgte der Umbau des alten ehemaligen Frauenklosters und späteren Dominikanerklosters. Der Haupteingang in das Kloster und die Kirche war von Süden gegeben, weil die Gebäude an die Stadtmauer grenzten. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster von Kaiser Joseph II. aufgelöst und diente der Stadtgemeinde als Lager.

Wussten Sie, dass ...?

Der Name St. Peter an der Sperr erinnert zum einen an den Heiligen Petrus, den Namensgeber, und zum anderen an eine „Sperre“. Unweit des Klosters und Gotteshauses stand nämlich einst ein wichtiges und mächtiges Stadttor: das Wiener Tor (in der Wiener Straße). Tore wurden im Mittelalter gerne als Sperren bezeichnet. Daher leitet sich der Zusatz „an der Sperr“ höchstwahrscheinlich davon ab. Wohl auch von der „Torsperre“, einem wichtigen Zeitpunkt für die Menschen des Mittelalters, weil dann – meist zur Zeit der Dämmerung – die Zufahrt in die Stadt, hinter die sicheren Stadtmauern, nicht mehr möglich war.

Der Heilige Petrus, dem St. Peter/Sperr geweiht wurde, trägt bekanntlich in all seinen Darstellungen seit jeher einen Schlüssel, den „Himmelsschlüssel“ bzw. den „Schlüssel zur Pforte zum Himmelreich“. So haben die Kirche und das Wiener Tor eine symbolische Verbindung.

 

nächste Station: über den Eyerspergring und den Corvinusring zum ehemaligen Kanalhafen (Am Kanal)

 

Bilder

Stadtmuseum heute

Datierung: 2016 Autor: Foto Verena Tesar

Das kostbare Evangeliar von 1325

Datierung: o. J. Quelle: Sammlung Witetschka Autor: unbekannt Zusatzinfo: Postkarte

Blick vom Ring in die Wiener Straße und auf St. Peter/Sperr

Datierung: 1928 Quelle: Sammlung Groll Autor: Verlag Nettl Zusatzinfo: Postkarte

Blick stadtauswärts auf das einstige Wiener Tor - östlich von St. Peter/Sperr

St. Peter befand sich gleich westlich des Tores. Das Haus Wiener Straße 44 grenzte östlich an den alten Stadttor-Turm.
Datierung: o. J. Quelle: Sammlung Witetschka Autor: unbekannt Zusatzinfo: Postkarte