Thema: QR-Code-Stationen in TOWN

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QR-TOWN bietet allen Interessierten die Möglichkeit, Informationen ohne langes Suchen schnell abzurufen: gleich am Standort – über das Abscannen des vor Ort bereitgestellten QR-Codes. Sie brauchen nur den QR-Code zu scannen, der auf den Glasflächen der Eingangsbereiche oder Auslagen, vereinzelt auch auf Tafeln angebracht ist. Dann bekommen Sie rasch und natürlich völlig kostenfrei Text- und Bild-Informationen auf Ihr Smartphone. Wir berichten in den QR-TOWN-Beiträgen über nahezu Vergessenes aus unserer faszinierenden Stadtgeschichte und werfen einen Blick auf Traditionsbetriebe und das „gute, alte Handwerk“ in der Steinfeldstadt, aber auch auf unbekannte Details bis tief ins Mittelalter zurück!

Der Beginn ist mit den folgenden 11 QR-Code-Stationen gemacht:

  • besondere historische Orte und Bauwerke in Wiener Neustadt: der Reckturm, die Propstei, die Alte-Kronen-Apotheke, der Allerheiligenplatz 1 (Café Witetschka), das Sgraffitohaus in der Neunkirchner Straße, das Wiener Neustädter Casino in der Bahngasse
  • besondere Traditionsbetriebe des lokalen Handwerks: die Konditorei Ferstl, Optik Tomann, die Buchbinderei Wladika, der Handschuhmacher Saik, die Bäckerei Kustor

Der Reckturm – Gerettetes Juwel & Botschafter des Mittelalters

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Reyergasse/Petersgasse Der „Reckturm“ – Gerettetes Juwel & Botschafter des Mittelalters   Die Gründung und Befestigung der Neustadt Die Neustadt zählt als geplante Stadt zu den bedeutendsten europäischen Gründungsstädten. Nach ihrer Gründung und Vermessung 1192 und mithilfe des ab 1194 zur Verfügung stehenden Lösegeldes für den englischen König Richard Löwenherz begann man mit der Errichtung der Stadtbefestigung. Von dieser sind Teile erhalten geblieben, darunter auch der sogenannte Reckturm. Die neue Stadt („Neustadt“) an der Grenze zu Ungarn und im Pittener Gebiet (im österreichisch-steirischen Grenzraum) sollte ein militärisch abgesichertes Zentrum bilden und wurde deshalb mit starken Mauern befestigt, die zirka acht Meter hoch und durchschnittlich 1,6 Meter dick waren. Die Ansiedlung wurde in vier Viertel gegliedert und erhielt einen großen offenen Hauptplatz im Zentrum. An den vier Ecken der Stadtbefestigung und an den vier Zugangstoren wurden Türme gebaut. Außerdem stattete man die Mauerabschnitte im Norden, Süden, Osten und Westen noch mit 10 Zwischentürmen aus. Der Reckturm bildete einen Eckturm (den nordwestlichen Eckturm) und war zugleich ein wichtiger Punkt in der Geometrie der Stadtplanung. Denn von ihm aus verläuft eine Achse in Form einer Geraden durch den Absteckpunkt der Pfarrkirche (vor dem Haupttor des Doms) zum Gründungspunkt der Stadt (am Hauptplatz). Der Reckturm stellte eine Beobachtungs- und Kontrollbasis der Wachmannschaften der Stadt für den Nordwesten dar. Dieser Verteidigungsabschnitt war an sich nicht der gefährdetste, weil es einst dort noch sumpfigen Boden gab und daher andere Abschnitte massivere Befestigungen erforderten. Man beurteilte den Südosten der Neustadt als jenen Bereich, in dem unbedingt die Burganlage errichtet werden müsste. In der Zeit Herzog Friedrichs II. (1230-1246), des letzten Babenbergers, musste sich die Neustadt bewähren, nämlich einerseits gegen kaiserliche Truppen und andererseits gegen mongolische Scharen. Um 1240 wurde im Auftrag des Herzogs eine landesfürstliche Burg an der südöstlichen Ecke der Stadt angelegt. Sie bemaß eine Seitenlänge von 70 Metern und war mit vier Türmen gesichert. Im 15. Jahrhundert wurden die Stadtmauern erhöht und mit Wehrgängen und Zinnen versehen. Aufgrund der Erfahrungen aus der Belagerung durch König Hunyady im Jahre 1446, die erfolgreich abgewehrt werden konnte, hatten man dies als notwendig erachtet.  Dem ungarischen König Matthias Corvinus musste sich die Neustadt jedoch 1487 – nach zwei Jahren der Belagerung – ergeben, trotz einer modernen Befestigung. Die stark befestigten Vorstädte, die Stadtgräben (die zu beiden Seiten mit einer Mauerung von Quadersteinen gestützt wurden und Wasser führten, das von der Fischa und vom Kehrbach stammte) sowie die Eckbastionen (darunter auch jene mit dem Reckturm) hatten standgehalten.   Zur Geschichte des Reckturms Der Reckturm weist eine etwa quadratische Größe auf, hat eine Seitenlänge von 8,4 Metern und eine Mauerstärke von zirka 2,8 Metern. Seine Ecken sind – wie an vielen Wehrtürmen von landesfürstlichen Stadtbefestigungen – mit großformatigen Buckelquadern konstruiert. Beim heutigen Turm besteht nur das Sockelgeschoß bis zu einer Höhe von 4,5 Metern aus dem Mauerwerk des ursprünglich ersten Baues.  Der Turm wurde mehrfach umgebaut, bedingt durch Veränderungen und Verstärkungen der Stadtbefestigungen über die Jahrhunderte, aber auch in der Folge von Erdbeben (zum Beispiel 1356) und Brandkatastrophen. Für die spätere Zeit ist ein Neubau, der auf die vorhandene Erstbau-Basis aufgesetzt wurde, nachweisbar. Das Mauerwerk des Turms erreichte so eine Höhe von zirka 15 Metern (wie noch heute). Hinzu kam das Dach, das wohl nicht die Höhe des gegenwärtigen Dachaufsatzes (mit seinen Ecktourellen) erreichte. Es wird angenommen, dass das Gebäude in vier Stockwerke geteilt war und der ursprünglich ebenerdige Zugang vermauert und mit einem Zugang auf Höhe des ersten Obergeschoßes ersetzt wurde. Im obersten Geschoß war vermutlich eine Wächterstube eingerichtet, worauf ein Kamin in einer Ecke hindeutet. Nachdem Kaiser Friedrich III. veranlasst hatte, die Stadtmauern der Neustadt zu erhöhen und durch einen Zinnenkranz mit hölzernem Wehrgang zu sichern, wurden dem Reckturm im Jahr 1448 Fenster eingesetzt, ein ebenerdiger Zugang wurde (wieder) geschaffen und die Ausgänge zu den Wehrgängen wurden in ihrer Höhe neu bemessen. In einem Abstand von rund drei Metern besteht eine vorgelagerte Zwingermauer. Solche frühen Vorbefestigungen sind in Österreich höchst selten zu finden. Der ursprüngliche Name des „Reckturms“ war „Stuckturm“, wobei mit „Stuck“ Waffen gemeint waren (Stuck – Stücke – Geschütze). In seinem Inneren wurden also Waffen aufbewahrt. Im 16. Jahrhundert baute man ihn zu einem Gefängnis um. Weiters errichteten die Stadtväter im Bereich des heutigen Vorgartens einen vierflügeligen Bau mit einem Arkadenhof und einem Brunnen.  Der „Reckturm“ war ein Ort für „Befragungen“, das heißt für Folterungen. Die Bezeichnung „Reckturm“ leitet sich von einer Foltermethode ab: dem Recken und Strecken. Hier wurden die Deliquenten zuerst auf eine Streckbank gebunden oder an Gliedmaßen aufgehängt, um dann mit Seilzügen oder Gewichten „gespannt“ bzw. „gereckt“ zu werden. Die Bezeichnung „Reckturm“ findet sich auch bei anderen Türmen Niederösterreichs, in denen sich Kerker befanden. Überliefert ist uns beispielsweise aus der Zeit der Hexenverfolgungen der Fall der Afra Schick, einer Frau, die im 17. Jahrhundert in einem nahe gelegenen Dorf, Bromberg-Schlatten, gelebt hatte und die man 1671 der Hexerei beschuldigte. Ihr wurden ein Bund mit dem Teufel und Kurpfuscherei vorgeworfen. Nach der Folter gestand sie und wurde auf dem Scheiterhaufen (der sich bei der Spinnerin am Kreuz in der Wiener Straße befunden hatte) außerhalb der damaligen Stadtmauern verbrannt.   Abbruch des Reckturms Der Turm und das Gefängnis waren 1834 vom „Großen Stadtbrand“ betroffen, doch der Turm wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bewahrt. Dann kam es in Wiener Neustadt zu einer Stadtentwicklung, in der die lokale Regierung eine Modernisierung anstrebte und man die mittelalterlichen Befestigungen als entbehrlich ansah. Am Beispiel von Wien und der Erbauung der Ringstraße hatte man vor Augen geführt bekommen, in welcher Form eine Stadt weiterentwickelt werden kann und nahm sich daran ein Vorbild, indem man einen Ring um die alte Innenstadt baute und Teile der Wehranlage abriss. 1898 beschloss der hiesige Gemeinderat den Abbruch des alten Gefängnisses einschließlich des Reckturms. Teile der Stadtmauer und das Hauptgebäude wurden innerhalb kürzester Zeit abgerissen. Auf Initiative des Bauhistorikers Franz Staub konnte der damalige Bürgermeister Kammann überzeugt werden, den Turm und die benachbarte Stadtmauer doch zu erhalten. 1902 wurde der Reckturm – nach Plänen von Professor Viktor Lunz – rekonstruiert und mit einem steilen, viertürmigen Dachwerk aufgestockt, für das man sich an historischen Abbildungen orientierte. Neben der Rekonstruktion des Turmabschlusses wurden außerdem die Stadtmauer und der Zwinger (dieser in seinem oberen Abschnitt) rekonstruiert.  Bei einer Untersuchung des Reckturms durch das Bundesdenkmalamt stellte sich erst vor wenigen Jahren heraus, dass der Turm zur Wende zum 20. Jahrhundert nie bis zur Hälfte, geschweige denn gänzlich, abgebrochen wurde, sondern nur seine Dachkonstruktion. Das Dach war zweifellos schon beim Großen Stadtbrand von 1834 zerstört worden. Die südlich an den Reckturm angebaute Stadtmauer hatte man um 1900 jedoch massiv abgetragen.  In die neu aufzubauende Westmauer beim Reckturm zog man an einer Stelle das bekannte „opus spicatum“, ein Ähren- bzw. Fischgrätenmuster, ein. Man wollte nämlich die im Mittelalter sehr verbreitete typische Bauweise abbilden, die schon von den Römern erprobt worden war und schneller und billiger als der Bau mit Steinblöcken bzw. -quadern (die erst behauen und zugeschnitten werden mussten) war.   Der Weg zum heutigen Museum Der Wiener Neustädter Denkmalschutzverein richtete zwar im Jahr 1957 im Turm ein kleines Museum ein, aber der Reckturm verfiel zusehends. 1994 nahm sich Josef Karlik des Reckturms an und richtete ein Privatmuseum ein, das vor allem Waffen – also „Stuck“, wie wir nun schon wissen – präsentiert und das zu den größten privaten Waffensammlungen in Österreich zählt. 2004 wurde bei Grabungen im Inneren des Turms ein Kerker entdeckt und freigelegt. Dieser war bis in die Neuzeit  (vielleicht bis ins 18. Jahrhundert) genutzt worden. Es fanden sich sogar Folterwerkzeuge, eine Streckbank sowie Hand- und Fußfesseln. Im Bereich des Reckturms kann man außerdem den vor der Stadtmauer bestehenden alten Zwinger mit der niedrigen Zwingermauer sehen. Auf dem hölzernen Wehrgang, den man nur über den Turm betreten kann, bekommt man zweifellos den besten Eindruck davon, welchen Ausblick die Wachmannschaften im Mittelalter hatten. Dass der Turm erhalten wird und das gesamte Areal so gut gepflegt ist, verdanken wir letztlich der Familie Karlik. Wegen ihres Engagements können wir heute die Anlage besichtigen und an diesem Standort aus der Geschichte lernen.   Öffnungszeiten: 1. Mai - 31. Oktober, Di, Mi und Do jeweils 10-12 Uhr, 14-16 Uhr  jeden ersten Samstag und Sonntag im Monat jeweils 10-12 Uhr Voranmeldung unter Tel. 02622/27924 oder 0676/5829168 (Josef Karlik)   Weiterer Beitrag über den Reckturm auf TOWN (Segway-Tour zu Sightseeing-Punkten): http://www.zeitgeschichte-wn.at/stadt-spaziergaenge/segway-town/pplace/495?pfadid=9  

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Die Propstei und ihre einzigartige Geschichte

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Domplatz 1 Die Propstei und ihre einzigartige Geschichte   Ein städtischer Adelssitz des Mittelalters Die heutige Propstei war einst – in mittelalterlicher Zeit – ein Adelssitz im nordwestlichen Stadtviertel nahe der Pfarrkirche gewesen. Dieser wurde seit der Stadtgründung von Wiener Neustadt (1192) immer wieder aus- und umgebaut. Denn dieser Bereich der neu gegründeten Stadt war anfänglich gar nicht für einen repräsentativen Bau vorgesehen: Es war kein herzoglicher Hof geplant. Folglich mussten die Bauherren später diverse bauliche Veränderungen durchführen. Solches war übrigens auch in anderen Städten der Fall, wie beispielsweise in Friedberg, Hartberg, Laa/Thaya, Neumarkt und Tulln. Die großen rechteckigen Bauten des Wiener Neustädter Propsteihofes und des östlich gelegenen Domherrenhauses muss man sich als ursprünglich typische Wohnhäuser der Hoch- bzw. Spätromanik vorstellen, die Mauern mit quaderhaften Steinblöcken aufwiesen. Solche bürgerlichen Wohnbauten befanden sich im Mittelalter wahrscheinlich auf mehreren Bauparzellen entlang des nördlichen Domplatzes und parallel dazu an der Petersgasse im Norden. Darauf lassen einige Funde schließen, wie beispielsweise eine Lichtscharte aus der Hochromanik (im Norden des Domherrenhauses) oder eine dreiteilige Sitznische aus der Frühgotik (im Süden desselben).   Eine Residenz der Babenberger Im 13. Jahrhundert verlegte der Hochadel seine Residenzen von den klassischen Höhenburgen in die wirtschaftlich und politisch aufstrebenden Städte, so auch in die Neustadt. Der heute noch hervortretenden Bau war im Kern eine solche Residenz der Babenberger, allerdings kam es im Laufe der Jahrhunderte später zu baulichen Ummantelungen bzw. Umbauten. Im Erdgeschoß findet man zum Beispiel das typische Fischgrät-Muster, wie es auch die Stadtmauer aufweist. Vermutlich lief das Gebäude weiter in östliche Richtung und war dreigeschoßig. Im Osten befanden sich eine oder zwei Kapellen: die „Katharinenkapelle“ (1344 erstmals erwähnt) und die „Margarethenkapelle“ (1383 erstmals erwähnt). Wir wissen aber nicht, wo die genauen Standorte derselben – vielleicht als Doppelkapelle realisiert – waren. Möglicherweise kann es auch nur eine Kapelle mit zwei Altären gewesen sein. Der Residenzhof der Neustadt war vermutlich von einer rechtwinkeligen Mauer umgrenzt und hatte einen mehrgeschoßigen Sommerpalast sowie einen – wegen der Beheizung – kleiner dimensionierten Winterpalast. Als unverzichtbar sah man damals eine Palastkapelle an. Im Vergleich zu Krems und Klosterneuburg könnte sich ein lang gestreckter Saal hier befunden haben, aber auch ein hölzerner Gang zum Innenhof, ähnlich wie auf der Schallaburg und der Hohensalzburg. Die Residenz war in den 20er und 30er Jahren des 13. Jahrhunderts zwar in Bau, aber möglicherweise wurde sie nie vollendet. 1211 soll der Sohn Herzog Leopolds VI., Friedrich II. „der Streitbare“, hier geboren worden sein.   Vom Pfarrhof zum repräsentativen Bischofssitz Um 1240 wurde im Auftrag Herzog Friedrichs II. (1230-1246) auch in der Neustadt eine landesfürstliche Burg an der südöstlichen Ecke der Stadt (heute Sitz der Militärakademie) angelegt: mit einer Seitenlänge von 70 Metern und mit vier Türmen abgesichert. Damit wurde ein Ausbau des ungeschützten Herzogshofes am Pfarrplatz hinfällig. Mit der Fertigstellung des Liebfrauendoms 1279 wurde der ehemalige Residenzbau als Pfarrhof nutzbringend.  1469 kam es zur Erhebung der Pfarrkirche zur bischöflichen Kathedrale. Damit einhergehend wurde in der Vorstadt eine Propstei gegründet, nämlich in St. Ulrich (im Südwesten), weil der Pfarrhof am Pfarrplatz wohl als zu klein erachtet wurde. Der Pfarrhof sollte allerdings bald zu einem repräsentativen Bischofssitz ausgebaut werden. Unter Bischof Peter Engelbrecht begann dieses Vorhaben, sodass der Sitz im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts schließlich seine repräsentative Größe erreichte: zum Beispiel mit einem umfassenden Wirtschaftstrakt und einer hohen Mauer um den Propsteigarten im Norden.  Ein nächster Ausbau in großem Stil erfolgte in der Zeit von Bischof Melchior Khlesl (1588-1630). Als Bischof von Wiener Neustadt (ab 1588) und Kardinal (ab 1615) legte er nicht nur Wert auf eine entsprechende Hofhaltung, sondern er machte sich einen Namen in der Bekämpfung des Protestantismus. Damals wurde unter anderem die Renaissance-Stiege errichtet und der isolierte Baublock mit wuchtigen, schrägen Böschungswänden zu einer Festung umgebaut. Die auffälligen Quader-Mauern (wie man sie heute vom Domplatz aus sieht) stammen also nicht aus romanischer Zeit, sondern aus der Zeit Bischof Khlesls. 1630 verstarb Khlesl im Wiener Neustädter Bischofshof. Mit Franz Anton Graf Puchheim [Puchhaim] (1695-1718) kam es zu einem Prozess der Barockisierung des Bischofspalastes. Damals wurde beispielsweise der westliche Hoftrakt vereinheitlicht, Festsäle im obersten Geschoß wurden errichtet und eine neue Kapelle verwirklicht. Die alte Kapelle funktionierte man zu einer Sakristei um. Auch die Errichtung des bekannten Löwentors fällt in die Zeit Puchheims. Es ist – mit den Atlanten (tragende Männer-Figuren als Säulen), seinen beiden Löwen, dem Doppelwappen des Bischofs, einschließlich der Grafenkrone und den Zeichen des Bischofs (Hut, Kreuz, Stab) – ein perfektes Beispiel für ein barockes Prunkportal und wurde als „eines der schönsten Portale in Österreich“ eingestuft. Puchheim gestaltete demnach den Bischofshof in die Form um, wie sie sich heute zeigt. Er selbst fand in der hiesigen Gruft der St.-Katharinen-Kapelle seine letzte Ruhestätte. An der Südostecke des Hofes findet sich das Puchheim`sche Wappen, das auf den Kopf gestellt ist, weil mit ihm das Geschlecht der Puchheimer ausgestorben war. 1734/35 stiftete Bischof Graf Franz Khevenhüller (1734-1741) den barocken Altar für die Kapelle, dessen Altarbild die Heilige Katharina mit dem Rad zeigt. Sowohl im Familienwappen als auch mit der lateinischen Inschrift auf dem Altar-Tisch hat sich der Erbauer Khevenhüller verewigt. Mit Bischof Ferdinand Graf Hallweil (1741-1773) wird nicht nur die Restaurierung der Pfarrkirche (des Doms) verbunden, sondern auch die Tatsache, dass er den großen Saal des Bischofshofs mit den Portraits von 21 Wiener Neustädter Bischöfen zieren ließ und ihnen somit ein würdiges Andenken schuf.   Der Propsteigarten Aufgrund der Reformmaßnahmen Kaiser Josephs II. wurde das Bistum Wiener Neustadt 1783 aufgehoben und verlor damit seine Bedeutung. Der Bischofssitz blieb als Propstei erhalten, wenngleich auch Naturkatastrophen und Brände – wie zum Beispiel der „Große Stadtbrand von 1834“ – Schaden anrichteten. Erwähnenswert ist die gerne übersehene Steinsammlung im Innenhof der Propstei: das Lapidarium. In ihren Reihen befinden sich seltene Grabsteine aus dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit, die ursprünglich in der Domkirche waren, aber wegen der Restaurierung des Doms (1977/78) einen neuen Aufstellungsort finden mussten und 1987 hier letztlich erhielten.  

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Die Alte Kronen-Apotheke – Ein Unikat aus mittelalterlicher Zeit

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Hauptplatz 13 Die Alte Kronen-Apotheke – Ein Unikat aus mittelalterlicher Zeit   Zum Apothekerwesen in der mittelalterlichen Neustadt Seit dem 13. Jahrhundert entstanden Apotheken in Städten Mitteleuropas. Erste Niederlassungen sind im österreichischen Raum 1303 in Innsbruck, 1320 in Wien, 1344 in Krems und 1348 in Wiener Neustadt nachweisbar. Als Hauptstadt des Herzogtums Österreich beherbergte Wien schon im 14. Jahrhundert zeitgleich mehrere Apotheken. In der mittelalterlichen Neustadt gab es 1348 einen Apotheker („Jans der Apotheker“ mit Häusern in der Wiener Straße 17 und am Domplatz 11) und während der Zeit, als Kaiser Friedrich III. seine Residenz in der Stadt hatte (1444-1493) zwei Apotheken. Wir wissen beispielsweise von Apothekern namens Niklas (1445 erwähnt), Andreas (1454 erwähnt), Gabriel Hirnpich (1465 erwähnt), Peter und Ernst (z. B. 1467 urkundlich erwähnt). In einem Protokoll von 1520 über eine Visitation (durch Ärzte und Stadtratsmitglieder) sind die beiden Neustädter Apotheken genannt, wobei jene „auf dem Fischmarkt“ höchstwahrscheinlich die heutige „Alte Kronen-Apotheke“ bezeichnete. Ihr „Verweser“ (also nicht der Besitzer derselben) war ein gewisser Peter Hopfnitz – kein Apotheker, sondern offenbar ein „Lehrjunge“. Die beiden Apotheken der Neustadt standen in starker Konkurrenz zueinander und wiesen laut eines Visitationsberichts von 1533 Mängel (zum Beispiel an Arzneien) auf, weshalb sie auf Befehl des Stadtrats – wenigstens auf Zeit – gesperrt wurden. Von der Neustadt wissen wir – aus einer der ältesten Zunftordnungen der Bader („Freyheitt der Pader“) – aus dem Jahr 1476, dass Bader, „Baderinnen“ und „Dienerinnen“ die städtischen Badestuben betrieben und diese auch zu einfachen ärztlichen Verrichtungen verpflichtet waren, wie dem Aderlassen oder dem Verabreichen von Arzneien. Die Bevölkerung war in früherer Zeit völlig unzureichend medizinisch versorgt. Man musste sich auf die bekannten Hausmittel oder auf Kräuterkundige bzw. Wurzelgräber verlassen. Wundärzte (Ärzte ohne Medizinstudium) versorgten die Landbevölkerung. Darüber hinaus handelten – zum Unmut der Behörden – viele Ungeprüfte und Naturheilkundige ohne Zulassungen.   Über den „Viertelmedicus“ und die „Landschaftsapotheke“ Im 16. Jahrhundert verschärfte sich die Kontrolle. 1577 fassten die drei Landstände der Prälaten, Ritter und Herren (ohne den vierten Stand der Städte und Märkte) den Beschluss, für jedes Viertel des Landes einen Medicus (Doktor der Medizin) aufzunehmen: einen „Viertelmedicus“. Dieser Arzt arbeitete als (Stadt-)Physikus oder Landschaftsarzt und hatte nun die Oberaufsicht über das gesamte Sanitätswesen, also Bader bzw. Wundärzte, Hebammen und Apotheker.  Damals waren auch Apotheken zur besseren gesundheitlichen Versorgung mit Arzneien vorgesehen und erhielten den Namen „Landschaftsapotheke“. Sie dienten dazu, die Viertelsärzte und die wohlhabenderen gesellschaftlichen Gruppen mit Arzneimitteln zu versorgen. Solche „Landschaftsapotheken“ befanden sich im 16. und 17. Jahrhundert neben der Neustadt beispielsweise in Melk, Horn, Krems, St. Pölten, Wien oder Baden. In der Neustadt wurde eine der beiden Apotheken als „Landschaftsapotheke“ anerkannt – nämlich die spätere Kronen-Apotheke (1681). Die „Landschaftsapotheken“ erhielten jeweils von den Landständen ein festgelegtes Einkommen von zunächst 150 Gulden pro Jahr, sodass sie ihr Lager an Arzneimitteln stets ausreichend und frisch zu halten vermochten. Die Apotheker und deren Gesellen wurden von den Viertelsärzten genau überwacht. Mitte des 17. Jahrhunderts mussten alle Apotheker des Landes unter der Enns (der Apothekerordnung von 1644 für Wien folgend) eine Prüfung vor der Wiener medizinischen Fakultät ablegen. Während seit dem 16. Jahrhundert (Haus-)Apotheken in Stiften Niederösterreichs eingerichtet waren, so zum Beispiel in Klosterneuburg, und ab dem 17. Jahrhundert etwa in Zwettl, Seitenstetten oder Lilienfeld, hatten auch Adlige auf ihren Schlössern und Landsitzen Hausapotheken. Die einfache Landbevölkerung musste sich weiterhin auf traditionelle Hausmittel und Wundärzte verlassen. Die Zeit ab dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts war in Niederösterreich geprägt von „Arzneikramern“, Wundärzten und anderen fahrenden Händlern, die Heilmittel – „betrügerisch teuer“ – verkauften. „Kurpfuscher“ waren am Werk, über die sich die anerkannten Apotheker und Ärzte beschwerten.   Standorte der Apotheken Über die Jahrhunderte sind uns einige Apotheker im Zusammenhang mit der Apotheke „Zur goldenen Krone“ überliefert, wobei der Standort der Apotheke nicht immer das Haus Hauptplatz 13 gewesen war. Denn zum Ende des 16. Jahrhunderts war Michael Eder „Hof- und Stadtapotheker“ in der Hofapotheke „Zur goldenen Krone“, deren Standort der Wiener Straße zugeordnet ist. Nachweislich im Hause Hauptplatz 14 betrieb dann Jakob Goldner und 1610 dessen Sohn Christoph die Apotheke. Apotheker Benedikt Mayr verlegte sie in das von ihm erworbene „gegenüberstehende Haus“, also an die Adresse Hauptplatz 13. Aus dem 18. Jahrhundert wissen wir, dass bis 1799 der Landschaftsapotheker Ferdinand von Eyrsperg den Betrieb am Hauptplatz 13 verwaltete. Ihm folgten Josef Kajetan Erco, Josef Stigler und Ferdinand Wohlfart (ab 1813). Der Letztgenannte war Vorsteher des Apothekergremiums des Viertels unter dem Wienerwald.   Regelungen für Gesundheitsberufe Die Wiener Neustädter Baderzunft war vermutlich bereits im 17. Jahrhundert für das gesamte Viertel unter dem Wienerwald zuständig. Rechte und Pflichten der Bader sowie der Wundärzte (Chirurgen) waren im 17., spätestens im 18. Jahrhundert durch neue Zunftordnungen geregelt und vereinheitlicht worden. In der Maria Theresianischen „Gesundheitsordnung für alle k. k. Erbländer“ von 1770 wurden alle Pflichten der Apotheker festgeschrieben. Sie hatten zum Beispiel Arzneien in erforderlicher Güte und Menge vorrätig zu haben und wurden dazu von einem verantwortlichen Medicus (Stadt- und Landphysikus) angehalten. Nachdem die Wiener Neustädter Kronen-Apotheke eine „Landschaftsapotheke“ war, wurde Ärzten und Wundärzten nur eine Hausapotheke erlaubt, wenn sie mindestens eine Meile (= 24.000 Fuß oder 7,58 km) entfernt war. Seit der Regierungszeit Maria Theresias wurden approbierte Apotheker – mithin auch Chirurgen und Bader – „wegen der unentbehrlichen Notwendigkeit dieser Gattung von Leuten“ nicht zum Militärdienst einberufen und von der Rekrutierung befreit. Aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahlen nahm auch die Anzahl der Apotheken Ende des 18. Jahrhunderts schnell zu. 1837 wurden im Viertel unter dem Wienerwald 18 Apotheken gezählt; ihre Zahl stieg in der Folge bis in die 1930er Jahre kaum mehr an. 1915 bzw. 1933 war die Alte Kronen-Apotheke eine von 131 Apotheken Niederösterreichs.   Zeichen der Krone In Österreich gibt es mehrere Apotheken, die die Bezeichnung „Kronen-Apotheke“ führen. Allerdings wird das Führen der Bezeichnung unterschiedlich begründet und abgeleitet. Die Alte Kronen-Apotheke von Wiener Neustadt trug den Namen Apotheke „Zur goldenen Krone“ nachweislich seit 1671. Das Zeichen der Krone ist über dem Eingang vom Hauptplatz und am Hauszeichen zu erkennen. Die farbigen Stukkaturen über dem Eingang, auf denen zwei Adler den Erzherzogshut bzw. die Krone festhalten, eine eiserne, schwarze Krone als Nasenschild an der Hausfront und ein Stammbaum-Fresko stammen aus jüngerer Zeit, Drittes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.   Architektur und Fassadengestaltung des Gebäudes Hauptplatz 13 Hinsichtlich seiner Architektur handelt es sich beim Haus Hauptplatz 13 um ein dreigeschoßiges frühneuzeitliches Eckhaus, das mit einem Arkadengang aus der Baulinie hervorspringt, der aus Kreuzgrat- bzw. Kreuzrippengewölben und geböschten Arkadenpfeilern sowie einem gotischen Spitzbogen-Portal (mit einem Wappenstein) aus dem Jahr 1430 besteht. An der Seitenfront zur Wiener Straße findet sich ein Flach-Erker, der auf Kragsteinen ruht. Im Erdgeschoß ist eine zweijochige ehemalige Durchfahrt mit Kreuzrippengewölbe aus der Zeit um 1300.  Das Gebäude war immer ein Wohn- und Geschäftshaus. Wie alte Ansichtskarten belegen, war nicht nur die Fassade zum Hauptplatz im Bereich der östlichen beiden Bögen kunstvoll verziert, sondern auch das Innere des Laubenganges. Seit der Zeit um 1900 trug ein zwischen den beiden Fenstern des 1. Stocks aufgemalter Bogen, unter dem ein prachtvolles Gemälde zu finden war, eine Krone. Damals hatten die Schriftenmaler noch die Bezeichnung „Kronen-Apotheke“ in einem Schriftband über dem ersten Bogen (östlichster Bogen der Fassadenfront) verewigt. Später wurde dieses Kunstwerk durch sich nach oben rankenden Efeu völlig verwachsen und zerstört. Der dezente kleine Schriftzug wurde ab der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg von einem auffälligen Schriftzug (auf einer Holzbrett-Unterlage), das sich zwischen dem ersten und zweiten Stock breit zwischen den Fensterreihen zog, ergänzt und dann abgelöst. Er trug die Bezeichnung „Kronen-Apotheke“, welche spätestens in den 1930er Jahren in einem aus Eisen konstruierten Schriftzug auf selber Höhe an der Hauptfassade (aber nunmehr mittig installiert und mit dem heute noch gängigen Zusatz „Alte Kronen-Apotheke“ versehen) weitergeführt wurde. Zumindest seit dem frühen 20. Jahrhundert ziert die südöstliche Hausecke ein schmiedeeisernes Hauszeichen. Dazu eine Anmerkung:  Das Gemälde, das im frühen 20. Jahrhundert an der Fassade prangte, sollte nicht eine moderne Form der Heiligen Maria zeigen, die ein Kind zu ihrer Linken an der Hand führt und sich einem armen Bettler zu ihrer Rechten zuwendet. Denn eine solche Mariendarstellung wäre weit von dem von Lucas Cranach dem Älteren 1537 geschaffenen Motiv (Maria mit dem Kinde) entfernt, sondern wir haben es mit einer Darstellung der Heiligen Elisabeth von Thüringen – Schutzpatronin der Witwen und Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten und Notleidenden – zu tun. Die Patronin der Kranken wird nämlich gerne beispielsweise mit einem Bettler, Rosen und dem Kronen-Symbol dargestellt. Auch die zweite Apotheke der Neustadt hatte übrigens eine Krone als Zeichen geführt. Jene trug ursprünglich den Namen „Zum schwarzen Bären“, der bis ins frühe 20. Jahrhundert geläufig war, und sie wurde außerdem als „Ungarapotheke“ bezeichnet, weil sie sich im Eckhaus Hauptplatz/Ungargasse befand. Im Jahre 1592 ließ der dortige Apotheker Eustachius Hammer an einem Arkaden-Pfeiler eine Eisentafel mit einem Tiefrelief anbringen, auf dem die genannte Jahreszahl, ein viergeteilter Schild mit Wappen habsburgischer Länder und eine Krone(!) sowie Maria mit dem Christuskind abgebildet waren. Damit sollte sie zur Apotheke „Mariä Hilf“, heute „Zur Mariahilf“ (Hauptplatz 21), werden.    Das Haus in den 1930er und 1940er Jahren Im ersten Stock des Hauses Hauptplatz 13 befand sich in den 1930er Jahren zum Beispiel ein „Zahnatelier“ des jüdischen Zahntechnikers Gustav Braunberg, der 1938 vertrieben wurde und an den ein sogenannter „Stolperstein“ vor dem Haus erinnert. Noch heute sind Reste des Schriftzuges „Zahnatelier Braunberg im Hause“ am westlichen Ausgang aus dem Laubengang zu erkennen. Der östliche Teil des Hauses wurde im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen und während der russischen Besatzungszeit wieder aufgebaut, wobei die Lauben und der Erker originalgetreu hergestellt werden konnten. Der Einstützenraum im Erdgeschoß, der wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert stammt, beherbergt heute den Verkaufsraum der Apotheke.   Website der Kronen-Apotheke: http://www.kronen-apotheke.at/  

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Die Konditoren-Familie Ferstl und ihre mehrfach prämierte Zuckerbäckerei

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Hauptplatz 8 Die Konditoren-Familie Ferstl und ihre mehrfach prämierte Zuckerbäckerei   Kaffeehaus-Tradition und Konditor-Handwerk Die Konditorei Ferstl wird seit über 100 Jahren in dritter Generation geführt. 1913 gründete Karl Ferstl senior sein Unternehmen. Er hatte in der Wiener Neustädter Zuckerbäckerei Aulich am Hauptplatz 9 gelernt. Nachdem er in Wien, Graz, aber auch in Budapest, Meran, Luzern und sogar in Paris gearbeitet hatte, brachte er internationale Erfahrung in die Steinfeldstadt mit. Sein fachliches Wissen spiegelt sich in den erhaltenen Rezepten wider, nach denen noch heute die köstlichen Produkte hergestellt werden. Ein Beispiel dafür ist das Linzertörtchen, das Karl Ferstl sen. auf seinen Wanderjahren in Meran kennengelernt hat und das noch heute in unveränderter Form und nach alt-hergebrachter Rezeptur produziert wird. Am einstigen Standort wurden anfangs neben verschiedenen Süßigkeiten, wie Schokoladen, Bonbons, Desserts und Teebäckerei, auch Liköre, Kompotte und Fruchtsäfte angeboten. Sohn Karl junior war der jüngste Konditormeister Österreichs. 1974 wurde das Kaffeehaus vom Hauptplatz 9 in die Räumlichkeiten am Hauptplatz 8 verlegt, und in den 70er Jahren etablierte sich der Betrieb durch ein wachsendes Angebot. 1979 kreierte Karl Ferstl zum Beispiel den beliebten „Wiener Neustädter Taler“. Seit 2004 führt Heinz Ferstl, der 1986 als bester Konditorlehrling Niederösterreichs ausgezeichnet wurde und 1990 seine Meisterprüfung mit Auszeichnung ablegte, die Cafè-Konditorei am Hauptplatz 8. 2006 und 2009 wurde sie zur besten Konditorei Niederösterreichs gekürt, also zweimal mit der „Goldenen Kaffeebohne“ prämiert. Im renommierten Falstaff Café Guide von 2015 und 2016 wurde sie in der Kategorie „Konditorei & Bäckerei“ zur besten Österreichs gewählt. Der Name Ferstl steht in Wiener Neustadt für Kaffeehaus-Tradition und das Handwerk des Konditors. In der Konditorei (Konfiserie, Pâtisserie) werden in Handarbeit unter anderem Torten, Kuchen, Pralinen und Speiseeis hergestellt.   Über Lebzelter und Zuckerbäcker in Wiener Neustadt Das Handwerk des Zuckerbäckers bzw. Konditors ist eine wahre Kunst und hat eine lange Geschichte. Im späten Mittelalter wurden die herkömmlichen Brotteige nicht nur mit Gewürzen verfeinert, sondern auch mit Trockenfrüchten und Honig. So entstand der Beruf der Lebzelter, auch Lebküchler oder -zeltler genannt – die Vorläufer der Konditoren.  Am Beginn des 17. Jahrhunderts gab es in Wiener Neustadt drei solcher „Lebzelter“, die keine weitere Konkurrenz am hiesigen Markt wollten. Als 1716 beispielsweise der städtische Rat die Bewilligung für eine vierte Lebzelter-Werkstatt gab, erhoben sich die drei Meister sogar gegen diesen Entschluss – letztlich aber ohne Erfolg.  In Wiener Neustadt waren im späten 18. Jahrhundert drei „Lebzelter“ ansässig. Einer führte vermutlich vor dem Ungartor einen Verkaufsstand. Aus dem Jahr 1775 ist uns ein „Schokoladenmacher“ überliefert, der sich in dieser Zeit in der Stadt niedergelassen hatte. 1834 und 1841 ist wiederum ein Zuckerbäcker dokumentiert. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts versuchten viele Bewohner der Steinfeldstadt in diesem Metier tätig zu werden. Denn es sind zahlreiche Ansuchen nachlesbar, wie beispielsweise 1837 für die Errichtung einer „Schokoladensiederei“, 1839 für die Erzeugung von Mehlspeisen, 1842 für die Erzeugung von Mohnbeugel und Mohnkipfel und 1843 für die Erzeugung von Mohnbeugel, Nussbeugel, Hohlhippen und Krapfen. Man hat den Eindruck, dass es also mehrere Zuckerbäcker in Wiener Neustadt gegeben habe, aber das war nicht der Fall, weil alle Ansuchen Ablehnung fanden. Der Stadtrat bewilligte nur 1847 eine Befugnis für eine Mandoletti-Bäckerei (also für Kekse aus Mandel-Mürbteig). Waren, wie Mohnbeugel, stellten auch die Bäcker in ihren Backstuben her, die ihrerseits damals Schwarz-, Weiß- und Milchbrot, „Mundsemmeln“ (Weizenmehl-Semmeln), „Bretzen“ (Brezel) und anderes verkauften.   Zuckerbäcker Ferstl seit 1913 Am Beginn der 1920er Jahre sind gar nur zwei Zuckerbäcker, nämlich Karl Ferstl (Hauptplatz 9) und Josef Derschitz (Herzog-Leopold-Straße 25 und Semmeringgasse 19) in den Adressenbüchern der Stadt Wiener Neustadt ausgewiesen, später stieg ihre Anzahl rasant an: 1925 sind 10 und 1930 13 Zuckerbäcker angeführt. Nur eine einzige Konditor-Familie blieb bis heute in ihrem Handwerk: die Familie Ferstl – mit über 100 Jahren Tradition.    Website der Konditorei: http://www.konditorei-ferstl.at/   Videobeiträge: http://www.wntv.at/page/video/8815 http://www.wntv.at/page/video/OTU2MDI http://www.wntv.at/page/video/MTM1Nzg1  

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Tomann Optik – Ein Wiener Neustädter Traditionsbetrieb

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Herzog-Leopold-Straße 5 und Allerheiligengasse 8 Tomann Optik – Ein Wiener Neustädter Traditionsbetrieb   Optische Geräte und Sehhilfen im 18. und 19. Jahrhundert Die Anfänge der Optiker liegen in der Steinfeldstadt in Dunkeln. Wir wissen nur, dass die Glaser sich im Schleifen von Glas versuchten, ihnen dies aber vom städtischen Rat untersagt wurde. Sogenannte „optische Geräte“ wurden in Wiener Neustadt nicht produziert, sondern anfangs – vor rund 220 Jahren – nur verkauft. Zum Ende des 18. Jahrhunderts erwarb Josef Adam, Professor an der k. k. Militärakademie, die Bewilligung, mit „optischen, physikalischen und mathematischen Geräten“ zu handeln. Brillen, wie wir sie heute kennen, waren bis in das 18. Jahrhundert nicht in Verwendung. Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich im deutschsprachigen Raum das Monokel (ein randloses, rundes Brillenglas) durch; es wurde in Österreich als „Ringstecher“ bezeichnet. Doppelte Gläser mit einem Griff an der Seite, der aus Horn, Perlmutt oder Silber bestand, wurden „Lorgnette“ genannt und damals von Damen als Sehhilfe benutzt. In Österreich kamen erst nach 1850 die Ohrenbrillen in Verwendung, nachdem Brillengläser (zwei Gläser in einer Fassung) zuvor nur vor die Augen gehalten oder auf die Nase geklemmt worden waren. Erste moderne Handwerksbetriebe und Manufakturen für geschliffenes Brillenglas und Brillenoptik, wie jener des bekannten Mechaniker- und Optikermeisters Voigtländer in Wien, kamen in Österreich ab 1815 auf.   Optikermeister Viktor Tomann  In den frühen 1920er Jahren gab es in Wiener Neustadt zwei Optiker-Betriebe, nämlich den von Paula Schirmer („Schirmer's Wilhelm Witwe“) in der Neunkirchner Straße 2 und von Viktor Tomann in der Herrengasse 11. Mitte der 1920er Jahre kam Otto Schleiffelder in der Wiener Straße 14 hinzu. Die Firma Tomann ist demnach der älteste heute noch bestehende Betrieb dieser Art in Wiener Neustadt. Optikermeister Viktor Tomann führte zuerst an einem bzw. zwei Standorten, konkret in der Herrengasse 11 und kurzzeitig auch am Hauptplatz 10, seinen Optiker-Betrieb. Spätestens 1930 hatte er dann endgültig in der Herzog-Leopold-Straße 5 sein Geschäft. Betriebe führte er außerdem in Wien – mit einer Filiale in der Stumpergasse 54 (6. Bezirk) und einer Werkstätte am Margaretenplatz 8 (5. Bezirk). Gegen Ende der 1930er Jahre kam eine Filiale in Eisenstadt hinzu. Zum einen erzeugte Viktor Tomann „optische Waren“ in seiner eigenen Werkstätte und handelte mit optischen Geräten, zum anderen war er als Fotograf tätig. In seinem Sortiment fanden sich sowohl die gängigen Augen- bzw. Brillengläser als auch Qualitätsprodukte der Firma Zeiss (Carl Zeiss, Jena), wie Feldstecher und Punktalgläser (besonders geschliffene Brillengläser). Er setzte auf die moderne Augenoptik und optische Hilfen und Geräte, wie Lupen, Mikroskope, Fernrohre, kleine Gucker, Glas-Linsen u.v.a. Im Vordergrund der Werbung stand in der Vorkriegszeit der Name Zeiss – der heute in der Branche immer noch ein Begriff ist. Darüber hinaus erhielt man bei ihm beispielsweise Radioapparate, Bestandteile für Radios und Ladestationen für Akkumulatoren sowie Messinstrumente, wie Thermometer, Barometer und Waagen. Ältere und körperlich eingeschränkte Menschen konnten Hörapparate (für Schwerhörige) und Augenprothesen erwerben.   Fotografie und Zeit-Dokumente über Wiener Neustadt In der Fototechnik verkaufte er Fotoapparate und Zubehör, wie zum Beispiel Foto-Papiere, Platten und Filme der Marke „Mimosa“ und „Agfa“. Beworben wurde die vergleichsweise kostengünstige „Agfa-Box“, die ab 1930 auf den Markt kam und für das private Fotografieren breite Verwendung fand. Da die Bewohner der Stadt und der Region auch selbst Fotos entwickelten, konnte man bei der Firma Tomann außerdem Fotolabor-Ausrüstungen kaufen. Viktor Tomann war ein Mann, der die Wiener Neustädter und Ereignisse seiner Zeit mit seiner Fotokamera auf Bildern verewigte. Vor allem an Festtagen und zu Veranstaltungen schossen Viktor Tomann und später sein Sohn Fotos in der Stadt, die sie dann in den Auslagen des Geschäfts in der Herzog-Leopold-Straße für die Passanten präsentierten: auf großen Karton-Platten aufgezogen, aneinander gereiht und nummeriert. Kunden wurden auf diese Weise zum Stehenbleiben und Betrachten veranlasst; sie konnten die von ihnen gewünschten Fotografien (nach der jeweiligen Nummer) auswählen und bestellen.  Als Fotograf dokumentierte Viktor Tomann gleichsam die Stadtgeschichte mit seiner Kamera. Der Traditionsbetrieb, der sich zunehmend auf die Augenoptik spezialisiert hat, verfügt heute über zwei Standorte in der Innenstadt: in der Allerheiligengasse 8 und altbewährt in der Herzog-Leopold-Straße 5. An Zweiterem sind noch die historischen Ausstattungselemente des Geschäfts aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu finden und vermitteln uns einen Eindruck von der Geschäftswelt „von damals“ in unserer Stadt.    Website der Firma Tomann: http://www.tomannoptik.at/  

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Café Witetschka – Ein magischer Ort

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Allerheiligenplatz 1 Ein magischer Ort des religiösen Stadtlebens: jüdische Synagoge – christliche Kirche – evangelisches Bethaus – Café Witetschka   Der Allerheiligenplatz Das Areal des heutigen Allerheiligenplatzes bildete das Zentrum dieses mittelalterlichen Judenviertels, das kein abgeschlossenes Ghetto war, sondern sowohl von Juden als auch von Christen bewohnt wurde. Das Judenviertel lag westlich des Hauptplatzes: im südwestlichen Stadtviertel, dem sogenannten „Minderbrüderviertel“ (geringfügig auch im südlichen Teil des „Frauenviertels“). In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts hatte es seine größte Ausdehnung und wurde im Norden von der Herrengasse, im Osten von der Friedrichsgasse, dem Hauptplatz und der Brodtischgasse, im Süden von der Lange Gasse sowie im Westen von der Singergasse und Reyergasse begrenzt.  Der Allerheiligenplatz war im Mittelalter kein offener Platz. Die Bezeichnung „Judenplatz“ für den heutigen Allerheiligenplatz ist falsch, denn dieser befand sich wiederum im Bereich des ehemaligen Gerichtshauses der Stadt, das ungefähr in der Mitte zwischen Lange Gasse und Haggenmüllergasse lag. Historisch richtig ist, dass die „Judenschulgasse“ hier verlief, also ein Weg zur „Judenschul“, zur Synagoge der jüdischen Gemeinde (Allerheiligenplatz 1).   Die wechselhafte Geschichte des Hauses Allerheiligenplatz 1 Das Gebäude am Allerheiligenplatz 1, in dem sich heute das Café Witetschka befindet, hat zwar keine mittelalterliche Bausubstanz mehr. Aber hier stand im Mittelalter die Synagoge der jüdischen Gemeinde der Neustadt, die seit der Mitte des 13. Jahrhunderts bestand und 1383 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie hatte auch einen eigenen Gebetsraum für Jüdinnen („Frauenschul“). Ihr gegenüber stand das jüdische Spital („Spitalhaeussl“, Allerheiligenplatz 4). Außerdem gab es eine Fleischbank westlich des Spitals und ein rituelles Tauchbad („Judentuckhaws“, Mikwe) gegenüber der Synagoge. Nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung durch Maximilian I. 1496 schenkte der Kaiser der Stadt die Synagoge. Diese wurde 1497 in eine christliche Kirche „zu Ehren aller Heiligen“ umwandelt. 1494 hatte ein Brand große Teile des von der jüdischen Bevölkerung bewohnten Stadtgebiets zerstört. Die Synagoge, aber auch das jüdische Spital hatten durch diesen Stadtbrand Schaden genommen. Die „Judensynagoge“ war folglich ein „ödes Gemäuer“ gewesen. Bald fand der ‒ durch Verkürzung und Neuverbindung entstandene ‒ Name „Allerheiligenkapelle“ bzw. „Allerheiligenkirche“ und schließlich auch „Allerheiligenplatz“ Gebrauch. 1664 wurde die Allerheiligenkapelle durch Bischof Thuanus restauriert. In den 1780er Jahren soll das Gebäude „in 4 Theile abgetheilt“ und diese Viertelanteile als Bauplätze verkauft worden sein. Zur Profanierung war es in der Regierungszeit von Kaiser Joseph II. gekommen, 1784 erfolgte jedenfalls die Anordnung dazu, erst 1787 die Entweihung. Es wird später davon geschrieben, dass die Kirche versteigert worden sei, nämlich an die Familie Raith, und das „weitläufige Gebäude“ schließlich als Warenlager bzw. Wollmagazin gedient habe, was der Überlieferung von der Aufteilung und vom Verkauf widerspricht.  Der Eisenhändler Christoph von Habermayer erwarb das Haus Nr. 162 (heute Allerheiligenplatz 1) am 3. August 1834, das aber nur wenige Wochen später, beim „Großen Stadtbrand“ vom 8. September 1834, abbrannte. Beim Brand sollen sogar die Kellergewölbe geborsten und so das Haus fast vollständig zerstört worden sein. Habermayer ließ hier das evangelische Bethaus errichten, das weniger durch den Umbau der ehemaligen Allerheiligenkirche entstand, sondern ‒ aufgrund der schweren Brandschäden ‒ letztlich ein Neubau war. Der erste Gottesdienst fand am 28. Mai 1837 statt. Die Liegenschaft war allerdings nicht nur der Standort des Bethauses, sondern auch des Pfarr- bzw. Wohnhauses sowie der evangelischen Schule (Letztere von 1861 bis 1865 im Erdgeschoß des Pfarrhauses). Am Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte der Bau der evangelischen Kirche am Grabner-Ring (heute Ferdinand-Porsche-Ring), die 1911 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Folglich wurde das Bethaus nicht mehr für religiöse Zwecke verwendet. Der Gastwirt Johann Aibler hatte das Bethaus zwar schon am 5. Dezember 1909 um 40.000,- Kronen gekauft, aber trotzdem konnte es noch bis 1910 von der evangelischen Gemeinde benützt werden und wurde erst am 4. Juli 1911 geräumt. Den letzten Gottesdienst hielt man an diesem Ort am 3. Juli 1910 ab. (Der Turnsaal der evangelischen Schule am Ring wurde bis zur Einweihung der Kirche zum provisorischen Betsaal.) Die Adresse Allerheiligenplatz 1 (einschließlich Allerheiligengasse 3) diente in der Folge der Gastwirtschaft bzw. Gastronomie: zuerst dem Gastwirt Aibler und dann Franz und Johanna Witetschka. Der Haupteingang zur Gastwirtschaft Witetschka befand sich damals, also in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, an der Ecke Allerheiligengasse 3/-platz 1. In Räumen der Liegenschaft wurde über mehrere Jahre in den 1920/30er Jahren auch eine Frauengewerbeschule für Weißnähen und Kleidermachen (mit Öffentlichkeitsrecht) unter Leitung von Direktorin Auguste Behm untergebracht. Seit vielen Jahren steht der Name „Witetschka“ für ein Kaffeehaus am Platz und mit ihm der gesamte Allerheiligenplatz als kommunikativer Treffpunkt im Zentrum der Stadt Wiener Neustadt.   Website zur Geschichte der jüdischen Geschichte: http://www.juedische-gemeinde-wn.at/Pages/Gemeinde/Geschichte.aspx Website zur evangelischen Geschichte: http://www.auferstehungskirche-wrn.net/neu/index.php/wir-ueber-uns/unsere-pfarrgemeinde/kurze-geschichte-der-gemeinde Website zum Café Witetschka: http://www.wieneralpen.at/a-cafe-bar-witetschka   Online-Stadtspaziergänge zur jüdischen Geschichte: http://www.zeitgeschichte-wn.at/stadt-spaziergaenge/stadtspaziergang-juedisches-wr-neustadt http://www.zeitgeschichte-wn.at/stadt-spaziergaenge/stadtspaziergang-juedisches-wr-neustadt-mit-abstechern  

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Buchbinderei Wladika – Der Letzte seiner Zunft

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Brodtischgasse 7 Buchbinderei Wladika – Der Letzte seiner Zunft   Buchbinderei als Handwerk in Wiener Neustadt Das Handwerk der Buchbinder ist von den Buchdruckern, Papierern und Buchhändlern zu unterscheiden. Nach Josef Mayers „Geschichte von Wiener Neustadt“ ist erstmals 1688 das Gewerbe des Buchbindens in Wiener Neustadt dokumentiert, als sich damals die Buchbinder über die Händler, die Papier und Karten verkauften, beklagten. Die Buchbinder konnten damals auch Verleger (von Druckschriften und Büchern) sein. Rund hundert Jahre später, 1786, sind für Wiener Neustadt ein Buchdrucker und ein Papierer genannt. 1810 und 1811 waren nachweislich zwei Buchbinder tätig, denen vom Stadtrat der Verkauf von „Buch- und Kunsthandlungswaren, von Tuschfarben, Visitkarten und kleinen Bildern“ gestattet wurde, was allerdings den ansässigen Buchhändlern wiederum ein Dorn im Auge war. So hatten die beiden Buchbinder ihren Verkauf schließlich einzustellen, nachdem sich der Buchhändler Veit Holzschuh erfolgreich über sie beim Magistrat beschwert hatte. 1834 ist für die Stadt wieder nur ein Buchbinder gezählt worden, der hier das Auslangen in seinem Handwerk fand.   Der Familienbetrieb Wladika Josef Konrad Wladika führt heute – obgleich er längst in Pension ist und in den verdienten Ruhestand gehen könnte – als Letzter seiner Zunft eine Buchbinderei in der Brodtischgasse: aus Liebe zum Handwerk. Sein Großvater, Josef Wladika, hatte seinen Beruf als Bahnbeamter aufgegeben und von 1887 bis 1890 in Wiener Neustadt eine Lehre zum Buchbinder gemacht, also zu einem Zeitpunkt, als dies in der Steinfeldstadt noch möglich war. Er gründete 1901 seinen Betrieb in der Brodtischgasse (damals noch an der Adresse Nr. 23). Sein Sohn, der ebenfalls den Vornamen des Vaters Josef trug, legte 1924 die Meisterprüfung in Wien ab und übernahm unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946, den Betrieb. Er war außerdem als Meister in der Buchdruckerei Gutenberg, nämlich der dortigen Buchbinderei, angestellt. Seine kleine Buchbinderei in der Brodtischgasse hatte er mit einer Reihe von Maschinen (für den Manufaktur-Betrieb) ausgestattet, die die Arbeiten erheblich erleichterten und auch beschleunigten. 1968 trat Josef Konrad Wladika wiederum in die Fußstapfen seines Vaters, nachdem er 1967 mit der Meisterprüfung in Wien zu einem Meister seines Faches geworden war. Er übernahm den Betrieb, der sich seit den 1920er Jahren in der Brodtischgasse 7 befand. Mit großer Sorgfalt und in alter Manier werden dort bis heute Bücher gebunden und geprägt. Dafür werden besondere Maschinen verwendet, die  jeweils bestimmte Funktionen erfüllen. Ihre Bandbreite reicht von außergewöhnlichen Schneidegeräten, wie der „Papp-Schere“, einer Präge-Presse, einer Perforier-Maschine, einer Block-Heft-Maschine bis zu kleineren und größeren (Hand-)Pressen, wie der eindrucksvollen „Spindelpresse“. Der Besucher gewinnt bei einem Blick in die Werkstatt einen faszinierenden Eindruck von der Tradition des Buchbindens und von den unterschiedlichen Arbeitsschritten im fast ausgestorbenen Buchbinderei-Handwerk.   Die letzten Buchbinder Die Zahl der sieben Buchbinder der Stadt, die es noch Mitte der 1920er Jahre gab – Adolf Dangl (Lederergasse 4), Otto Greditsch (Herzog-Leopold-Straße 26), die Druck- und Verlagsanstalt GmbH „Gutenberg“ (Wiener Straße 66), A. J. Kuderna (Hauptplatz 33), Johann Schwarz (Ezilingasse 28), Richard Vollkron (Brodtischgasse 4) und Josef Wladika (Brodtischgasse 7) –, schrumpfte bis vor den Zweiten Weltkrieg auf fast die Hälfte. Heute ist nur noch die letztgenannte Buchbinderei, Wladika, übrig.  

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Handschuhmacher Saik – Der älteste Handwerksbetrieb der Stadt

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Neunkirchner Straße 2/Domplatz 20 Handschuhmacher Saik, der älteste Handwerksbetrieb der Stadt – Sehen, wie Qualität entsteht   Saik – Zeit und Kunst des Handschuhmachens Die Kunst des Handschuhmachens ist ein fast ausgestorbener Beruf. Nur noch wenige Meister ihres Faches sind in Europa zu finden. Einer von ihnen ist Friedrich Saik, bei dessen Betrieb es sich um den ältesten Handwerks- und Familienbetrieb von Wiener Neustadt handelt. Friedrich Saik ist also einer der letzten Handschuhmacher in Österreich. 1724 gab es in Wiener Neustadt zwei Handschuhmacher. Die Firma Saik wurde im Jahr 1752 gegründet – in einem für Wiener Neustadt besonderen Jahr, denn damals wurde die Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie (1751 initiiert) begonnen. Hunderte Offiziersanwärter kamen in die Stadt und Wiener Neustadt wurde zum Zentrum der Offiziersausbildung und zu einer Militärstadt. Der Offizier trug natürlich Handschuhe zu seiner Uniform. Jedem Offizier waren Fechthandschuhe und feinere Handschuhe zur repräsentativen Ausgangsuniform geläufig; jeder Dame der Gesellschaft Abendhandschuhe, die eine Länge bis zu den Oberarmen aufweisen konnten. Das 18. und 19. Jahrhundert war eine Zeit, als Handschuhe ein wichtiges Bekleidungsstück vor allem für die bürgerliche Bevölkerung waren und sie im Sommer und Winter ganz selbstverständlich zur Ausstattung zählten. Weiße Handschuhe – die bekannten Glacéhandschuhe – waren fester Bestandteil festlicher Bekleidung bei Mann und Frau.  Nicht zufällig ist über dem Geschäftsportal der Firma Saik ein Handschuh zu sehen. Er steht für das Zunftzeichen des roten Handschuhs, der heute immer noch vor dem seit jeher bestehenden Geschäft in der Neunkirchner Straße 2 und dem Eingang zur Produktionswerkstätte im Innenhof am Domplatz 20 prangt. Die Handschuhmacher erkannte man aber auch an ihrer weißen Schürze – ein weiteres Zeichen ihrer Zunft.   Zur Geschichte des Handschuhmacher-Gewerbes Das Handschuhmacher-Gewerbe war lange in der Hand der Hugenotten gewesen, die – aus Frankreich vertrieben – in den deutschsprachigen Raum ihre Handwerkskunst und mit ihr auch die französischen Begriffe mitnahmen. Viele Fachbegriffe der Handschuhmacherei stammen demnach aus dem Französischen und haben sich in einer Verbindung mit dem Deutschen zu einer Fachsprache entwickelt. So wurde aus dem französischen Begriff „dépecer“ (zerstückeln) das „Depsieren“ (für das Zuschneiden des Leders). Beim „Dollieren“ [auch „Dolieren“] wird das Leder (auch Fell genannt) von (Fleisch-)Resten befreit, abgeschabt bzw. abgeschliffen. Beim „Fentieren“ wird der Zuschnitt ausgestanzt; beim „Allongieren“ (Verlängern) werden die Ränder beschnitten. Das „Etavilionieren“ (im praktischen Sprachgebrauch „Etavenieren“ – Ziehen bzw. Strecken des Handschuhs auf das Modell), allenfalls bei Sonderanfertigungen vielleicht auch das „Rafflieren“ (Rundschneiden der Fingerkuppen) und – im Fall der Verarbeitung von Pelz – das „Rollieren“ (Zusammenpressen zum Verfilzen) sind weitere Fachbegriffe dieses Handwerks.   Die Herstellung von Lederhandschuhen Das Handschuhleder muss eine spezielle Qualität aufweisen, denn es muss nicht nur weich, sondern auch „zügig“ sein, also sich dehnen lassen. Der Handschuhmacher bereitet das Leder vor, indem er es (abhängig von der Leder-, Fell- und Gerbungsart) einfeuchtet und „dolliert“, das heißt es mit einem Messer (dem „Dolliermesser“) glättet, und in weiterer Folge seine Oberfläche mit Federweiß, einem talkumähnlichen Mineralpulver, leicht überzogen wird. So lassen sich feine Fehlstellen im Leder erkennen, etwa Stellen, an denen sich das Tier verletzt oder gerieben hat. Dann zieht man es über die Tischkante gleichsam in Form. Dabei wird es in unterschiedliche Richtungen gedreht, auf der Tischplatte mit der Handfläche festgehalten und mit der anderen Hand über die abgerundete Tischkante nach unten gezogen, sodass das Abmessen zweckmäßig erfolgen kann. Das Handschuhleder muss einerseits den Hand- und Fingerbewegungen zwar nachgeben, aber es darf sich andererseits nicht verformen bzw. ausdehnen. Das Leder bezieht der Handwerksbetrieb aus Italien und England. In einem kleinen Vorraum zur eigentlichen Werkstatt lagert Friedrich Saik seine wertvollen Lederteile unterschiedlichsten Ursprungs (Ziegen-, Lamm-, Hirsch-Leder etc.), in verschiedenen Stärken und Farbtönen. Die Arbeit, wie die Handarbeit des Ziehens, ist durchaus schweißtreibend. In diesem Arbeitsschritt liegt die körperlich anstrengendste Phase des Herstellungsprozesses. Zum anderen ist Genauigkeit beim Zuschnitt gefordert sowie Gefühl bzw. Gespür für das Material und seine Qualität.  Zur Ausstattung der Werkstätte zählen unter anderem hochwertige Scheren. Das Leder wird mit besonderen Scheren zugeschnitten, die nicht nur groß, sondern auch alt sind, wie zum Beispiel ein Stück aus der Produktion von F. G. Schmalz aus Altenberg in Sachsen aus dem 19. Jahrhundert. Sie haben aufgrund des Aussterbens dieses Handwerks Seltenheitswert und werden entsprechend gepflegt. Dazu gehört das Schleifen der Klingen („Passieren“) mit der sogenannten Passette, einem Schleifinstrument aus Metall. Das zugeschnittene Leder wird auf eine Schablone aufgelegt und dann nochmals genauer zugeschnitten. Im Anschluss daran wird es maschinell gepresst. Die Presse in der Werkstatt Saik stammt aus Prag (Marke „A. Rudolph“) und leistet eine Druckkraft von 10 Tonnen. Schließlich erhält der Handschuh mithilfe von sogenannten „Kalibern“ (Metall-Modeln) seine Grundform. Beim sogenannten „Fentieren“ (Stanzen in der Presse) wird das Leder gestanzt, sodass sich die Fingerformen abbilden. Die Kaliber reichen von 5 3/4-Kaliber bis zu einer Maximalgröße von 9 1/2-Kaliber (für Männer mit außergewöhnlich großen Händen). Im weiteren Arbeitsgang werden „Schichterln“ gefertigt: kleine Streifen, die aus den Lederteilen übrig geblieben sind und nicht die Flächen der Außen- bzw. Innenseite des späteren Handschuhs bilden, sondern zu den 12 Zwischenteilen („Schichtelleder“) werden. Diese müssen auf das Maß der Handschuhgrößen geschnitten werden. Abschließend kommen die fertigen Leder-Teile, inzwischen auch mit der Größe gekennzeichnet (gemeinsam mit dem Innenhandschuh, sofern eine Fütterung gewünscht ist) in die Näherei. Im zusammengenähten Zustand muss der Handschuh dann gebügelt („buffiert“) werden, wobei besondere, heute elektrisch geheizte Metall-Hände zur Anwendung kommen: die „Buffier- oder Dressier-Eisen“, mit denen das Produkt letztlich in die optimale Form gebracht werden kann. Auch hier braucht es die entsprechenden Größen von Metall-Händen für die jeweiligen Handschuh-Varianten. Die Variationen reichen von Herren- und Damen-Handschuhen mit diversen Zier- und Musternähten, aufkaschierten Teilen (Leder- oder Futterstoffe), Laschen, Schnallen, Nieten und Druckknöpfen, über sportliche Handschuhe mit Stanzlöchern (wie zum Beispiel für das Lenken von Fahrzeugen), mit Wolle, Kaschmir oder Lammfell gefütterte Handschuhe, mit Pelz besetzte Handschuhe bis zu Reit- und Uniformhandschuhen u.v.a.m. Die Hände eines Menschen sind nicht exakt gleich groß, wie man vermuten möchte. Sie unterscheiden sich geringfügig von einander – man denke nur an den Rechtshänder, der seine rechte Hand mehr gebraucht und beansprucht. Natürlich gibt es klare Unterschiede zwischen Mann und Frau. Die Erfahrungen des Meisters Friedrich Saik zeigen, dass die Hände der Männer kontinuierlich kleiner werden und jene der Damen größer. Die klassische Größe der Herren ist mit 8,5, die der Damen mit 7 französischen Zoll zu bemessen, wobei 1 pouce (franz. Zoll) 2,707 cm entspricht.   Einer der letzten Meister seines Faches 1895 hatte Ernst Saik, der Großvater von Friedrich Saik, das Geschäft in der Neunkirchner Straße neu eingerichtet, und es ist im Inneren bis heute nahezu in seinem Originalzustand geblieben. Gab es bis in die 1960er Jahren noch zirka 50 erzeugende Handschuhmacherbetriebe allein in Wien, so sind es heute in Österreich und Deutschland gerade einmal mehr als ein Dutzend Handwerker. Ein echter Meister seiner Zunft ist Friedrich Saik (*1945), der seine Lehre im Alter von 15 Jahren begann und 1970 seine Meisterprüfung für das Handschuhmachergewerbe ablegte. 1975 übernahm er den Betrieb von seiner Mutter und führt ihn noch heute.   Videobeiträge: http://www.servustv.com/at/Medien/Fast-vergessen57 http://www.wntv.at/page/video/7205  

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Das „Sgraffitohaus“ – Herausgeputztes

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Neunkirchner Straße 19 Das „Sgraffitohaus“ – Herausgeputztes   Die Geschichte des Gebäudes Das Gebäude Neunkirchner Straße 19 ist ein zweigeschoßiges Bauwerk aus dem Mittelalter und stammt im Kern aus dem 14. Jahrhundert. Dieser historischen Zeitphase sind das kreuzrippengewölbte Erdgeschoß und ein gotisches Maßwerkfenster im ersten Obergeschoß zuzurechnen. 1584 wurde das Haus renoviert. Die Sgraffito-Fassade entstand in der Renaissance, worauf die Jahreszahl 1584 in den Fensterzwickeln hinweist, und beeindruckt mit den ornamentalen Fensterrahmungen und der Portalrahmung. Bei einem genaueren Blick auf die Details stößt man beispielsweise auf Natur- und Blumen-Formen, Bewaffnete, Fabelwesen und -tiere, vielleicht auch auf Narren-Gestalten, jedenfalls mehrfach auf Meerjungfrauen. Letzteres ist bemerkenswert, weil wir es angesichts der Entstehungszeit des Sgraffito mit einer Epoche der Schifffahrt und der Zeit der Entdeckungen zu tun haben. In dieser Zeit gelangten auch viele Legenden auf den alten Kontinent Europa und in das Habsburgerreich – beeinflusst von seit dem Mittelalter rezipierten und zitierten Schriften, wie der „Naturgeschichte“ („naturalis historia“) von Plinius (dem Älteren). Dessen lateinische Bücher wurden im 16. Jahrhundert teils übersetzt, in Latein und Deutsch gedruckt und in Europa weit verbreitet. In diesen wurde von phantastischen Geschöpfen, Mischwesen und Lebewesen aus aller Welt berichtet. Die wertvolle Sgraffito-Fassade in der Neunkirchner Straße 19  wurde 1938 entdeckt und freigelegt. 1950 wurde sie vom akademischen Maler Fritz Weninger restauriert und ergänzt. 1980 erfolgte die letzte Restaurierung. Es handelt sich nicht um das einzige Haus in Wiener Neustadt mit einem Sgraffito, sondern auch am Hauptplatz 14 (ebenfalls als „Sgraffitohaus“ bezeichnet), in der Wiener Straße 15/Domgasse 1 und am Domplatz 20 finden sich Anwendungsbeispiele dieser Technik aus den vergangenen Jahrhunderten, die freigelegt worden sind.  Das Sgraffito am Hauptplatz 14 ist unter den genannten, wegen der detaillierten Abbildungen und filigranen Machart, wohl das kunstvollste. (Zusätzlich sind dreidimensionale „Fabelwesen“ am Hauptplatz 14 angebracht worden, wo heute noch zwei mit einander verschlungene Drachen sichtbar sind.) Wir wissen nicht, ob beide Sgraffiti (am Hauptplatz 14 und in der Neunkirchner Straße 19) vom selben Handwerker, Maurermeister, Baumeister bzw. Künstler ausgeführt wurden, dennoch tragen beide Gebäude dieselbe Jahreszahl (1584). Fakt ist, dass es im 16. Jahrhundert eine ausgesprochen rege Bautätigkeit in der Neustadt gab und viele öffentliche Bauten, Bürgerhäuser und die Verteidigungsanlage ausgestaltet und umgebaut wurden. Es waren Fachleute aus dem italienischen Raum (wie die Maurermeister Antonio Woller und Stephan Corazin oder die Steinmetze Stephan de Luca, Peter Solari, Rochus Pollaci und Markus Pagamin – die uns namentlich überliefert sind) am Werk. Mit ihnen kamen wohl auch die Geschichten über Meerjungfrauen, Lebewesen aus fernen Ländern und über Tiere des Meeres aus dem Mittelmeerraum in unsere Steinfeldstadt. Einzelne Darstellungen an der Fassade in der Neunkirchner Straße 19 könnten zum Beispiel exotische Delphine abbilden.   Sgraffito Sgraffito leitet sich vom griechischen Wort „graphein“ bzw. italienischen Wort „sgraffiare“ oder „graffiare“ (kratzen) ab und bezeichnet eine Technik (Stuck-Technik, Nass-in-Nass-Technik) zur Bearbeitung von Oberflächen, wie Fassaden und Außenwänden von Gebäuden. Dabei werden mehrere Putzschichten aufgetragen, wobei die erste Schicht ein eingefärbter Kalkputzgrund ist. Darauf werden drei oder vier Kalkanstriche aufgetragen oder ein hellerer Oberputz, auf dem die Motive (mit dem Verfahren des Pausens von Schablonen oder Durchdrückens) „gezeichnet“ werden. Im Anschluss daran muss die oberste, noch weiche Schicht zügig so abgetragen werden, dass die darunterliegende eingefärbte feste Putzschicht sichtbar wird und dekorative Flächen und Muster entstehen. Hier kommen als Werkzeuge Kratzeisen, Messer, Nägel und Metall-Schlingen zum Einsatz, mithilfe derer gekratzt, geschnitten und geritzt werden kann. Die Flächen, die dunkel bleiben sollen, werden ausgekratzt (also von der helleren Oberputz-Schichte befreit). Das Ergebnis ist deutlich haltbarer und wasserbeständiger als eine Wandmalerei. Die Wirkung des Sgraffito wird durch den Kontrast von Hell und Dunkel erzielt. Typisch ist ein mit Kohlenstaub gerührter Putz in unterschiedlichen Farbtönen von Hell- bis Dunkel-Grau bzw. Schwarz. Werden Sgraffiti nicht im Zwei-Farben-System, sondern in mehreren Farben realisiert, dann ist das Vorgehen aufwendiger, indem zum Beispiel zuerst die Detailarbeit an der jeweiligen Oberfläche durchgeführt werden muss. Infolge des unterschiedlich tiefen Abkratzens entstehen mehrfarbige und reliefartig wirkende Ansichten.  Die Kratztechnik fand zur Zeit der Renaissance in Italien Anwendung und wurde von dort im 16. Jahrhundert in den mitteleuropäischen Raum gebracht. Die Sgraffito-Technik kam in Niederösterreich in vielen Städten zur Anwendung, weshalb man heute zahlreiche Gebäude mit der Bezeichnung „Sgraffitohaus“ findet, zum Beispiel in Krems, Langenlois, Retz u.v.a.  

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Bäckerei Kustor – Alte Tradition verknüpft mit moderner Backkultur

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Bahngasse 20 Bäckerei Kustor – alte Tradition verknüpft mit moderner Backkultur    Zur Geschichte der Bäckerei Kustor An der Ecke Bahngasse/Lederergasse befindet sich die Bäckerei Kustor. Sie wurde 1910 von Ludwig Kustor gegründet und war ursprünglich in der Neunkirchner Straße 24 (wo man übrigens noch heute im Innenhof die gemauerten Bögen für die Backöfen erkennen kann). Bäckermeister Ludwig Kustor hatte in Ödenburg gelernt und war aus der ungarischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie nach Wiener Neustadt gekommen, um hier bei der Bäckerei Thiel in der Neunkirchner Straße 30 zu arbeiten und sich anschließend selbstständig zu machen.  1945 musste der Betrieb in die Bahngasse 20 übersiedeln, nachdem die Backstube im Zweiten Weltkrieg durch Bomben der Alliierten zerstört worden war. Die russische Kommandantur wies Ludwig Kustor damals die Räumlichkeiten (der in Konkurs gegangenen Bäckerei Vyzichl) zu, denn man brauchte zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung natürlich eine ausreichende Anzahl von Bäcker-Betrieben in der zerbombten Stadt. 1951 übernahm Tochter Henriette Kempf (als Bridge-Spielerin, die an Turnieren in Baden und Wien teilnahm, in der Stadt bekannt) die Bäckerei; seit 1970 führt sie ihr Sohn Fritz Kempf. Die Bäckerei Kustor ist eine der ältesten Bäckereien in der Stadt: über 100 Jahre Tradition. Die größte Stärke des Betriebes liegt im Handwerk. Bis heute kommt der Familienbetrieb nahezu ohne moderne Maschinentechnik aus. Althergebrachte Rezepturen werden verwendet und machen die besondere Qualität aus – nach dem (von Birgit Kempf stammenden) Leitsatz: „Der Bäcker bäckt's und macht's von Hand, die Qualität ist anerkannt!“    Das älteste erhaltene Handwerkssiegel von Wiener Neustadt Aus der Zeit Kaiser Friedrichs III. (15. Jh.) ist für die Neustadt ein Siegel der Bäcker überliefert. Es ist das älteste erhaltene Handwerkssiegel von Wiener Neustadt. Es zeigt ein Wappenschild mit einem Bären mit ausgestreckter Zunge. Als Bäcker-Zeichen diente eine Breze (Brezel), die oberhalb des Schildes abgebildet ist. Die Breze war und ist Teil des Zunftzeichens der Bäcker in Europa.   Bäckereiwesen und Bäcker-Handwerk in der Neustadt  In der Neustadt bestand eine Zunftordnung der Bäcker seit 1438. Fünf Bäcker („Beck“) und 10 Knechte waren damals in der Stadt (Hans Beck von Wien, Peter Beck, Stefan Gändl, Präsch Beck, Martin Greisser) und zwei Meister aus Piesting (Hans und Michel Beck) gehörten zur örtlichen Zunft. Sofern genaue Daten über die Anzahl der Bäcker vorliegen, so bleibt ihre Zahl überschaubar, denn bis 1652 waren acht Bäcker mit jeweils einer eigenen Backstube in der Neustadt, dann sieben, und 1724 wurden zehn Bäcker gezählt. In historischen Quellen wird uns immer wieder von Konflikten zwischen den Bäckern und Müllern oder zwischen den Bäckermeistern und ihren Gesellen in der Neustadt berichtet. Mehl und Grieß durfte beispielsweise von den Bäckern nicht verkauft werden, weil dies den Müllern vorbehalten war. Da sich die Bäcker allerdings bisweilen nicht daran hielten, kam es zu Streitigkeiten zwischen den Zünften und zu Abmahnungen und Bestrafungen durch den Stadtrat. In den vergangenen Jahrhunderten, nachweislich vor allem im 16. und 17. Jahrhundert, gab es kontinuierlich Beschwerden und Streit wegen des (zu geringen) Gewichts und des (zu hohen) Preises für Brot und Gebäck. Bereits 1445 hatte der städtische Rat eine allgemein gültige Preisliste und Gewichtstabelle vorgeschrieben. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mussten die Bäcker der Neustadt wiederholt vom Stadtrat ermahnt werden, die Semmeln größer zu backen, und sie wurden mehrfach mit Geldstrafen belegt, weil das Brot ein zu geringes Gewicht aufwies. Das Brot musste außerdem „gut und vollgewichtig“ gebacken werden, also auch ausreichend lange im Ofen bleiben. Die Bäcker waren angehalten, kein minderwertiges Mehl (sondern eines, das „taugt“) zu verwenden, stets das Gewicht korrekt zu bemessen („gutes Gewicht geben“) und den Teig lange genug zu backen („Mehl ordentlich auszubacken“).  Zweifellos versuchten die Bäcker beispielsweise zu sparen und Gewinne zu machen, indem man auch weniger qualitätsvolles Getreide von den Müllern günstiger ankaufte, die Teigmengen und die Gebäckgröße reduzierte und sogar bei den Heizkosten (für die Backdauer) sparte. Wenn Mahnungen und Geldstrafen nichts halfen, dann kam es durchaus zur Inhaftierung von Bäckern, wie zum Beispiel im Jahr 1600, als Bäcker in den Turm des Rathauses gesperrt wurden.   Von der „Kreuzersemmel“ und vom „Dreikreuzerbrot“ Über den Preis des Brotes und seines Gewichts ist für die Neustadt bekannt, dass eine sogenannte „Pfennigsemmel“ ein Gewicht von zwölf (1542), sechs (1550) oder sieben (1567) Lot [1 Lot = 17,5 Gramm] haben sollte. 1567 hatte ein „Kreuzerlaib“ ein Pfund und 12 Lot zu wiegen, ein „Zweikreuzerlaib“ zwei Pfund 24 Lot, ein „Röckl“ (ein aus Roggen- und Weizenmehl gemischtes kleineres Brot) 11 Lot. Die Festsetzungen für das Gewicht der Lebensmittel – durch den städtischen Rat – änderte sich jedoch ständig, auch mehrfache Änderungen in einem einzigen Jahr sind überliefert (zum Beispiel für 1693). Die Preise der Produkte hingen natürlich von den Getreidepreisen und der Lieferbarkeit von Getreide und Mehl ab. Im 17. Jahrhundert wurden die Semmeln, abhängig von ihrem Stückpreis, in Pfennig- und Kreuzersemmeln unterschieden. Auch beim Brot findet sich diese Bezeichnung nach dem zu erlegenden Geld, zum Beispiel das „Dreikreuzer-Roggenbrot“. Die Gewichte (und folglich die Größe) von Brot und Semmeln variierten immer wieder. Die Schwankungen bei der sogenannten „Kreuzersemmel“ (also einer Semmel für vier Pfennige) lagen in den letzten vier Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts und in den ersten drei Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts zwischen 10 und 16 Lot. Sie musste beispielsweise 1666 14 Lot, 1667 15, 1691 21, 1711 14, 1714 10 und 1733 16 Lot an Gewicht haben. Das gängige „Dreikreuzer-Roggenbrot“ hatte 1606 vier Pfund zu wiegen und musste wiederum 1666 drei Pfund, 1667 zweidreiviertel Pfund und 1691 viereinhalb Pfund aufweisen. Zusätzlich wurde alsbald auch ein „Sechs-Kreuzer-Brot“ mit dem doppelten Gewicht hergestellt und 1722 wurde es gleichsam befohlen, dass alle Bäcker ein solches zu backen haben.   Meister, Knecht und Junge In den Backstuben der Bäckermeister arbeiteten „Knechte“ (Gesellen, „Bäckenknechte“) und „Junge“ (Lehrlinge). Im 15. Jahrhundert stand hierarchisch nach dem Meister dessen „Helfer“ und unter dem Gesellen der „Zuknecht“. Im 16. Jahrhundert wurde weiters von „Trittknechten“ und „großen Jungen“ geschrieben, die nicht mit Geld, sondern mit einem Mehlanteil entlohnt wurden. Das weist darauf hin, dass es also noch weitere Abstufungen in diesem Handwerksberuf in der Neustadt gab. Ein Bäckergeselle erhielt Anfang des 16. Jahrhunderts 10 bis 12 Kreuzer Tageslohn. 1565 erhielten die Gesellen – neben der alten Bäckerordnung – eine eigene Handwerksordnung (für ihre „Bäckerknechtzeche“) und besondere Rechte.   Brottische – Brodtischgasse Um das Brot in der Neustadt verkaufen zu können, hatte die örtliche Bäckerzunft eine Pacht an die Stadtregierung zu bezahlen, sodass die Bäcker ihre Waren auf den Brot-Tischen an der südwestlichen Ecke des Hauptplatzes verkaufen durften. Außerdem wurde (am Wochenmarkt) auch schwarzes und weißes Brot von außerhalb eingeführt, was die hiesigen Bäcker zurecht störte, weil sie ihre Geschäfte geschädigt sahen. Die Bäcker produzierten hauptsächlich Brot (Schwarz- und Weißbrot auf Basis unterschiedlichen Getreides) und Semmeln (aus Weizenmehl). Heute erinnert noch die Brodtischgasse, die vom Hauptplatz stadtauswärts zur Bahngasse bzw. Bräuhausgasse nach Süden führt, an die Brot-Tische der Bäcker.   Das Gebäude Bahngasse 20 Das Haus Bahngasse 20 ist ein zweigeschoßiger Eckbau, der im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt, wie auch die Toreinfahrt mit seinem Kreuzkratgewölbe.   Website der Firma Kustor: http://www.baeckerei-kustor.at/   Videobeiträge: http://www.wntv.at/page/video/OTM5Nzc  http://www.wntv.at/page/video/MTMwNzQx http://www.wntv.at/page/video/MTMwNjI0 http://www.wntv.at/page/video/MTA3NDQ1  

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Ein Wiener Neustädter Spielcasino

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Bahngasse 17, 19-21 Vom Café „Casino“ zur Tanz-Diele und dem Konzert-Café Casino Bank – Ein Wiener Neustädter Spielcasino   Der Weg zum Casino Bank Kaum jemandem ist bekannt, dass es in Niederösterreich einst ein Spielcasino gab, das über mehrere Jahrzehnte Bestand hatte und sich in der Bahngasse 17 bzw. 19-21 befand. In Reiseführern vor der Jahrhundertwende ist von einem „modernen Casinogebäude“ in der Bahngasse die Rede. Das jedenfalls schon in den frühen 90er Jahren des 19. Jahrhunderts betriebene Café „Casino“ trug seinen Namen deshalb, weil man vom eigentlichen Kaffeehaus im Erdgeschoß in ein Spielcasino im ersten Stock gelangte. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Casino jedoch durch eine Tanzschule ersetzt.  Julius Bank, der spätere Eigentümer des Cafés in der Bahngasse 17, das nun „Konzert-Café Bank“ hieß, setzte die Tradition fort und richtete in den 1920er Jahren neuerlich ein Casino ein, allerdings nicht im Haus Bahngasse 17, sondern im Innenhof des Nebengebäudes Nr. 19-21, wo mehrere „Spielzimmer“ erbaut wurden. Es handelte sich um kleine Häuschen ohne Fenster, aber mit Glas-Oberlichten. Wenn man dem Karten- oder Glücksspiel nachgehen wollte, so erreichte man den Innenhof entweder vom Kaffeehaus oder vom Gastgarten (der sich zwischen dem Gebäude Bahngasse 21 und der Grenzmauer zum Kapuziner-Kloster bzw. der Kirche befand). Unbeobachtet, aber mit Getränken, Speisen und Rauchwaren bestens versorgt, konnte man damals in den versteckten Räumlichkeiten spielen und sein Glück versuchen. Aber nicht alles war erlaubt, sondern man hatte sich an legale Spiele – erlaubte Glücksspiele – zu halten. Zu den verbotenen Glücksspielen zählten dereinst beispielsweise Baccara, Poker, Roulette und Würfeln. Das Casino der Steinfeldstadt wurde gezielt beworben und war also Teil des berühmten Café Bank, des größten Kaffeehauses der Stadt. Gäste der bürgerlichen Gesellschaft kamen aus der Region und aus Wien, um an den vielfältigen Veranstaltungen teilzunehmen: an Musik-Konzerten, Gesangsabenden, Matinees, Kabaretts und anderen Unterhaltungsangeboten. In den Klub- und Spielzimmern verspielten die Männer, ob Tag oder Nacht, so manche Krone bzw. so manchen Schilling.    Ein Blick zurück: Spiel, Tanz und Musik in Wiener Neustadt – Verbote für das 18./19. Jahrhundert  Das Haus Bahngasse 17 stand über viele Jahrzehnte außerdem in Zusammenhang mit dem Tanz- und Musikwesen von Wiener Neustadt, da sich dort nicht nur das Café Bank mit seiner Tanz-Diele befunden hatte, sondern auch mehrere Tanzschulen (zuletzt von 1946 bis 1969 die Tanzschule Resnicek) und bis 1969 das Vereinslokal des „Wiener Neustädter Männergesangsvereins“. Blickt man zurück in die Geschichte von Wiener Neustadt, dann wird einem schnell bewusst, dass die Möglichkeiten für Spiel, Tanz und Musik höchst eingeschränkt waren. Mitte des 18. Jahrhunderts, als die Militärakademie von Kaiserin Maria Theresia gegründet wurde, hätte man nicht daran zu denken gewagt, dass in Wiener Neustadt einmal ein Casino eröffnen würde. Auf den Bällen der Spätbarockzeit durften sich die Gäste lokaler Ball-Festlichkeiten höchstens mit „erlaubten Kartenspielen“ unterhalten, nachdem sie dafür eine Gebühr erlegt hatten (wie in der sogenannten „Nobelballordnung“ von 1752 vorgeschrieben). Aber auch in den Bereichen Musik und Tanz hatte man sich sowohl an Konventionen und gesellschaftliche Normen als auch an gesetzliche Richtlinien zu halten. Die Unterhaltungen der städtischen Bevölkerung waren stark reglementiert und überwacht gewesen, insbesondere in den Jahrzehnten vor der Bürgerlichen Revolution von 1848: Zum Beispiel war in Wiener Neustadt bis in die Zeit um 1800 das Errichten von „Tanzhütten“ untersagt gewesen. Selbst das „Kreisel-Spiel“ war verboten, da man es als durchaus „schädlich“ für die Bewohner ansah. Man wollte keine umherziehenden „Musikantenbanden“ und ohne Erlaubnis spielenden Musikanten. Das Spielen von Tanzmusik war an Wochentagen sogar grundsätzlich verboten, es wurde an Feiertagsvormittagen als „unstatthaft“ erklärt und an Sonn- und Feiertagen nur bis Mitternacht erlaubt. Der Obrigkeit war die Tanzmusik, ebenso wie Zechgelage und das Spielen in den Wirtshäusern, ein Dorn im Auge. Und so verwundert es nicht, dass sich im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts eine ganze Reihe von Verboten gegen öffentliche Musik- und Tanzveranstaltungen richtete. Insbesondere das religiöse Leben sollte in der Stadt nicht gestört werden, weshalb beispielsweise 1826 Verbotstage für Bälle und Tanzmusik festgeschrieben wurden.   Josef Trapp und das erste Casino in Wiener Neustadt In der Steinfeldstadt stand der Name Josef Trapp für Tanz und Musikunterhaltung. Er war seit 1758 „Turnermeister“ („Thürmermeister“), also ein Kapellmeister, der die Leitung von Musikern in einer Stadt innehatte und Angestellter der Stadt war. Deshalb wurde Trapp als „Instrumentalmusikdirektor“ der Hauptpfarrkirche bezeichnet. Er förderte das Freizeit- und Unterhaltungsleben von Wiener Neustadt, indem er in der Stadt erstmals mehrere Neuerungen in diesem Bereich initiierte: Im Jahr 1785 war es durch ihn zum Beispiel zur Errichtung des ersten Casinos in Wiener Neustadt gekommen. Welche Spiele in diesem Casino der Unterhaltung dienten, wissen wir zwar nicht, aber vermutlich war es das in den Gasthäusern und privaten Kreisen übliche Kartenspiel, dem die männliche Gästeschar dort frönte. Der genaue Ort, an dem sich das erste Casino befand, ist nicht überliefert.    Der Wiener Neustädter Redoutensaal Im Jahr 1800 bespielte der Turnermeister Trapp, der mit der sogenannten „Turnergesellschaft“, also der städtischen Musikkapelle auftrat, einen eigenen Tanzsaal: den Wiener Neustädter „Redoutensaal“ (der wohl in Anlehnung an denselben in der Wiener Hofburg so bezeichnet wurde). Dieser Saal befand sich in einem ehemaligen Kirchengebäude, nämlich im östlichen Teil der Kirche des Paulinerklosters. Dieses war mit seiner Kirche profaniert worden und von 1780 bis 1782 zu einer Kaserne umgebaut worden. Das Paulinerkloster lag unweit der Militärakademie in der Niederländergasse (heute Grazer Straße 97, nördlich der Akademie). 1793 hatte die Umgestaltung zum „Redoutensaal“ stattgefunden. 1810 wurde der „Redoutensaal“ an Georg Frank, Trapps Nachfolger als Turnermeister, verkauft. Die Maßnahmen gegen die Tanz- und Musikveranstaltungen nahmen in der Folgezeit kontinuierlich ab und mit der Gründung des Musikvereins (erstmals 1825, dauerhaft mit 1870/71), des ersten Wiener Neustädter Männergesangsvereins (1846) und von mehreren Arbeitergesangs- und Arbeitermusikvereinen (1865 Arbeitermusikkapelle, 1867 Arbeitergesangsverein „Frohsinn“ etc.) zog ein wohl organisiertes Musikwesen in Wiener Neustadt ein.   Website (Station eines Online-Stadtspazierganges zur jüdischen Geschichte von Wiener Neustadt): http://www.zeitgeschichte-wn.at/stadt-spaziergaenge/stadtspaziergang-juedisches-wr-neustadt-mit-abstechern/pplace/484?pfadid=6  

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