Stadtmauer beim Reckturm

Erinnerungsort

Stadtmauer beim Reckturm

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„Schmuckerau“ an der Stadtmauer beim Reckturm – Reyergasse/Petersgasse/Rudolf-Fischer-Gasse Letzte Zeichen aus der Zeit der „Verdunkelung“ In unmittelbarer Nähe des „Reckturms“, nämlich an der nach Süden verlaufenden Westmauer der Stadtbefestigung lässt sich ein weißer Pfeil mit schwarzer Spitze und Aufschrift „Schmuckerau“ in einer Höhe von rund zweiMetern erkennen. Es ist dies ein Hinweise auf bestimmte Luftschutzmaßnahmen, die vor und im Zweiten Weltkrieg in Wiener Neustadt getroffen wurden – Markierung & Verdunkelung: An Hausfassaden und nahe den Eingängen zu Luftschutzräumen wurden in weißer, als fluoreszierend einzustufende Farbe die Buchstaben „LSR“ sowie Richtungspfeile aufgemalt, sodass die Bevölkerung die Schutzräume einfacher finden konnte. Außerdem wurden beispielsweise die Gehsteigkanten markiert, sodass es bei der sogenannten „Verdunkelung“ zu keinen Verkehrsunfällen kommen sollte. Auch weitere Markierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel das Aufmalen eines „H“ für die Kennzeichnung eines Hydranten, kamen damals zur Anwendung. Im Falle von Stromausfällen und ungenügender Beleuchtung in Luftschutzräumen wurde der jeweilige Notausstieg bzw. -ausgang mit „N.A.“ bezeichnet. Die „Verdunkelung“ wurde im Deutschen Reich mittels der Verordnungen vom 23. Mai 1939 und 22. Oktober 1940 geregelt. Diese sollte gewährleisten, dass feindlichen Flugzeuge (Tiefflieger, Aufklärungs- und Begleitflugzeuge, Bomber) keine Möglichkeit fanden bzw. Schwierigkeiten hatten, sich bei Nachtflügen zu orientieren und ihre Zielgebiete bzw. Ziele aufzufinden. Fenster von Gebäuden und diverse Lichtaustrittsöffnungen (Dachluken, Kellergitter o. Ä.) wurden verhängt bzw. verklebt, sodass möglichst kein Lichtschein nach außen trat. Fahrzeuge, wie zum Beispiel PKWs, waren mit Schlitzblenden auszustatten. Eigene „Luftschutzwarte“ (des Reichsluftschutzbundes, RLB) kümmerten sich um die Einhaltung sämtlicher Verpflichtungen, da seit 1935 eine „Luftschutzpflicht“ existierte, die jeden Reichsbürger unter anderem dazu verpflichtete, Verdunkelungs-, Brandbekämpfungs-, Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen. In Wiener Neustadt sind heute nur noch an zwei öffentlichen Plätzen solche Hinweise auf Luftschutzmaßnahmen erkennbar, nämlich beim Reckturm und an der südöstlichen Gebäudeecke der Volksschule in der Josefstadt. Mit dem Hinweis „Schmuckerau“ an der damaligen Petersgasse zum Babenbergerring sollte den Bewohnern bei Fliegeralarm der Fluchtweg aus der Stadt angezeigt werden. Über die Martinsgasse konnte man am schnellsten in das kaum besiedelte Gebiet des Hammerbach- und Fischabaches westlich des Bahndamms sowie zur „Siedlung Schmuckerau“ (die einst am Ende der Obstgasse lag) gelangen.

Arbeiterheim am Baumkirchnerring 4

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Schmuckerau“ an der Stadtmauer beim Reckturm – Reyergasse/Petersgasse/Rudolf-Fischer-Gasse

Letzte Zeichen aus der Zeit der „Verdunkelung“

In unmittelbarer Nähe des „Reckturms“, nämlich an der nach Süden verlaufenden Westmauer der Stadtbefestigung lässt sich ein weißer Pfeil mit schwarzer Spitze und Aufschrift „Schmuckerau“ in einer Höhe von rund zweiMetern erkennen. Es ist dies ein Hinweise auf bestimmte Luftschutzmaßnahmen, die vor und im Zweiten Weltkrieg in Wiener Neustadt getroffen wurden – Markierung & Verdunkelung:

An Hausfassaden und nahe den Eingängen zu Luftschutzräumen wurden in weißer, als fluoreszierend einzustufende Farbe die Buchstaben „LSR“ sowie Richtungspfeile aufgemalt, sodass die Bevölkerung die Schutzräume einfacher finden konnte. Außerdem wurden beispielsweise die Gehsteigkanten markiert, sodass es bei der sogenannten „Verdunkelung“ zu keinen Verkehrsunfällen kommen sollte. Auch weitere Markierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel das Aufmalen eines „H“ für die Kennzeichnung eines Hydranten, kamen damals zur Anwendung. Im Falle von Stromausfällen und ungenügender Beleuchtung in Luftschutzräumen wurde der jeweilige Notausstieg bzw. -ausgang mit „N.A.“ bezeichnet.

Die „Verdunkelung“ wurde im Deutschen Reich mittels der Verordnungen vom 23. Mai 1939 und 22. Oktober 1940 geregelt. Diese sollte gewährleisten, dass feindlichen Flugzeuge (Tiefflieger, Aufklärungs- und Begleitflugzeuge, Bomber) keine Möglichkeit fanden bzw. Schwierigkeiten hatten, sich bei Nachtflügen zu orientieren und ihre Zielgebiete bzw. Ziele aufzufinden. Fenster von Gebäuden und diverse Lichtaustrittsöffnungen (Dachluken, Kellergitter o. Ä.) wurden verhängt bzw. verklebt, sodass möglichst kein Lichtschein nach außen trat. Fahrzeuge, wie zum Beispiel PKWs, waren mit Schlitzblenden auszustatten. Eigene „Luftschutzwarte“ (des Reichsluftschutzbundes, RLB) kümmerten sich um die Einhaltung sämtlicher Verpflichtungen, da seit 1935 eine „Luftschutzpflicht“ existierte, die jeden Reichsbürger unter anderem dazu verpflichtete, Verdunkelungs-, Brandbekämpfungs-, Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen.

In Wiener Neustadt sind heute nur noch an zwei öffentlichen Plätzen solche Hinweise auf Luftschutzmaßnahmen erkennbar, nämlich beim Reckturm und an der südöstlichen Gebäudeecke der Volksschule in der Josefstadt. Mit dem Hinweis „Schmuckerau“ an der damaligen Petersgasse zum Babenbergerring sollte den Bewohnern bei Fliegeralarm der Fluchtweg aus der Stadt angezeigt werden. Über die Martinsgasse konnte man am schnellsten in das kaum besiedelte Gebiet des Hammerbach- und Fischabaches westlich des Bahndamms sowie zur „Siedlung Schmuckerau“ (die einst am Ende der Obstgasse lag) gelangen.

Bilder

Reckturm mit Stadtmauerteilen

Westliche Stadtmauer mit Aufschrift

Nahaufnahme der Aufschrift