Der Schlegelgarten-Turm

Erinnerungsort

Der Schlegelgarten-Turm

47.814010

16.247949

Gelände des Krankenhauses Wiener Neustadt Der Schlegelgarten-Turm   Nicht unerwähnt soll ein Turm sein, der zwar abseits unserer Tour liegt, aber einen Besuch wert ist, weil sich heute darin auch ein kleines Museum befindet: Auf dem Gelände des Krankenhauses von Wiener Neustadt finden sich noch einige Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Wenngleich vom nordöstlichen Eckturm, dem „Deutschherren-Turm“ – der sich im Hof der physikalischen Abteilung befindet – nur noch die Grundmauern vorhanden sind, so ist einer der Zwischentürme vollständig erhalten: der „Schlegelgarten-Turm“. Dieser Wehrturm wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, wobei aus dieser Zeit nur die quadratisch gesetzten Fundament-Mauern erhalten sind.  Der zweigeschoßige Turm (der wohl dreigeschoßig war) trägt immer noch die Zeichen Kaiser Friedrichs III., AEIOU, an der Ost- und Westseite sowie die Jahreszahl 1470 an seiner Westfassade – wohl ein Hinweis auf den neuen Ausbau des Turms im 15. Jahrhundert, wie auch beim Brüderturm. Der Name des Turms leitet sich von seinem früheren Besitzer, dem Münzmeister Ferdinand Schlegel (Schlögel) ab, der den Wehrturm an die Stadtgemeinde verkaufte. Die Stadtväter benannten in der Folge nach ihm die westlich verlaufende Gasse „Am Schlegelgarten“ (heute Schlögelgasse). Einst könnte sich im Turm eine (Rauch-)Küche oder Schmiede befunden haben, worauf eine von der Decke herabhängende Wand (eine sogenannte „Rauchschürze“) hinweist. Das Bauwerk wurde jedenfalls zur Arbeitsstätte, indem die Stadt dort später eine Büglerei und Näherei unterbrachte. Das wunderbare Tonnengewölbe im Untergeschoß wurde danach zum Abstellraum. Spät wurde der historische Wert des Turmes erkannt. Mit einer nachhaltigen Restaurierung durch die HTL Wiener Neustadt gewann der „Schlegelgarten-Turm“ wieder seine besondere Ausstrahlung zurück. Der ehemalige kaufmännische Direktor des Wiener Neustädter Krankenhauses, Mag. Herbert Schnötzinger, hatte die Idee zur Einrichtung eines Museums im „Schlögl-Turm“. Seit dem Jahr 2000 beherbergt er das Krankenhaus-Museum.   Öffnungszeiten: Di, Mi, Do 14-17 Uhr (Beachten Sie: Das Museum ist zurzeit geschlossen!) Für Gruppen ist die Besichtigung auch außerhalb der Öffnungszeiten gegen Voranmeldung unter der Telefonnummer 02622/321-2280 möglich.   Exkurs: Der Mühl-Turm Nordwestlich des Schlegelgarten-Turms stand bis 1953 der „Mühl-Turm“, ein Zwischenturm, der auch „Bastei- oder Anger-Turm“ genannt wurde. Man bezeichnete ihn, als er als Wohnhaus Verwendung gefunden hatte, aufgrund des schlechten Zustandes als „Ratzenturm“ und „Rattenburg“. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste er wegen des Baues der Grazer Straße 1951 abgebrochen werden.   Quellen/Literatur: Bundesdenkmalamt (Hg.), Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Niederösterreich südlich der Donau. Teil 2, Horn/Wien 2003. Gertrud Buttlar, Die Ruhe vor dem Sturm. Wiener Neustadt vor der Zerstörung durch die Bomben. Wiener Neustadt 1989. Walter Edelbauer, Das A. ö. Krankenhaus Wiener Neustadt im Spiegel der Zeit 1321-2000. Wiener Neustadt 2000. Gertrude Gerhartl, Wiener Neustadt. Wien/München 1983 [Niederösterreichischer Kulturführer]. Gerhard Geissl, Denkmäler in Wiener Neustadt. Orte des Erinnerns. Berndorf 2013. Erwin Reidinger, Planung oder Zufall. Wiener Neustadt 1192. Wiener Neustadt 1995.  

Die Domtürme

47.814840

16.242426

Gelände des Krankenhauses Wiener Neustadt

Der Schlegelgarten-Turm

 

Nicht unerwähnt soll ein Turm sein, der zwar abseits unserer Tour liegt, aber einen Besuch wert ist, weil sich heute darin auch ein kleines Museum befindet:

Auf dem Gelände des Krankenhauses von Wiener Neustadt finden sich noch einige Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Wenngleich vom nordöstlichen Eckturm, dem „Deutschherren-Turm“ – der sich im Hof der physikalischen Abteilung befindet – nur noch die Grundmauern vorhanden sind, so ist einer der Zwischentürme vollständig erhalten: der „Schlegelgarten-Turm“. Dieser Wehrturm wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut, wobei aus dieser Zeit nur die quadratisch gesetzten Fundament-Mauern erhalten sind. 

Der zweigeschoßige Turm (der wohl dreigeschoßig war) trägt immer noch die Zeichen Kaiser Friedrichs III., AEIOU, an der Ost- und Westseite sowie die Jahreszahl 1470 an seiner Westfassade – wohl ein Hinweis auf den neuen Ausbau des Turms im 15. Jahrhundert, wie auch beim Brüderturm.

Der Name des Turms leitet sich von seinem früheren Besitzer, dem Münzmeister Ferdinand Schlegel (Schlögel) ab, der den Wehrturm an die Stadtgemeinde verkaufte. Die Stadtväter benannten in der Folge nach ihm die westlich verlaufende Gasse „Am Schlegelgarten“ (heute Schlögelgasse).

Einst könnte sich im Turm eine (Rauch-)Küche oder Schmiede befunden haben, worauf eine von der Decke herabhängende Wand (eine sogenannte „Rauchschürze“) hinweist. Das Bauwerk wurde jedenfalls zur Arbeitsstätte, indem die Stadt dort später eine Büglerei und Näherei unterbrachte. Das wunderbare Tonnengewölbe im Untergeschoß wurde danach zum Abstellraum.

Spät wurde der historische Wert des Turmes erkannt. Mit einer nachhaltigen Restaurierung durch die HTL Wiener Neustadt gewann der „Schlegelgarten-Turm“ wieder seine besondere Ausstrahlung zurück. Der ehemalige kaufmännische Direktor des Wiener Neustädter Krankenhauses, Mag. Herbert Schnötzinger, hatte die Idee zur Einrichtung eines Museums im „Schlögl-Turm“. Seit dem Jahr 2000 beherbergt er das Krankenhaus-Museum.

 

Öffnungszeiten:

Di, Mi, Do 14-17 Uhr (Beachten Sie: Das Museum ist zurzeit geschlossen!)

Für Gruppen ist die Besichtigung auch außerhalb der Öffnungszeiten gegen Voranmeldung unter der Telefonnummer 02622/321-2280 möglich.

 

Exkurs: Der Mühl-Turm

Nordwestlich des Schlegelgarten-Turms stand bis 1953 der „Mühl-Turm“, ein Zwischenturm, der auch „Bastei- oder Anger-Turm“ genannt wurde. Man bezeichnete ihn, als er als Wohnhaus Verwendung gefunden hatte, aufgrund des schlechten Zustandes als „Ratzenturm“ und „Rattenburg“. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste er wegen des Baues der Grazer Straße 1951 abgebrochen werden.

 

Quellen/Literatur:

Bundesdenkmalamt (Hg.), Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Niederösterreich südlich der Donau. Teil 2, Horn/Wien 2003.

Gertrud Buttlar, Die Ruhe vor dem Sturm. Wiener Neustadt vor der Zerstörung durch die Bomben. Wiener Neustadt 1989.

Walter Edelbauer, Das A. ö. Krankenhaus Wiener Neustadt im Spiegel der Zeit 1321-2000. Wiener Neustadt 2000.

Gertrude Gerhartl, Wiener Neustadt. Wien/München 1983 [Niederösterreichischer Kulturführer].

Gerhard Geissl, Denkmäler in Wiener Neustadt. Orte des Erinnerns. Berndorf 2013.

Erwin Reidinger, Planung oder Zufall. Wiener Neustadt 1192. Wiener Neustadt 1995.

 

Bilder

Schlegelgarten-Turm mit Stiege am Krankenhausgelände

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Südseite des Schlegelgarten-Turms

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Reste der Stadtmauer südlich des Schlegelgarten-Turms

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Nahaufnahme eines einstigen Hocheinganges in den Turm

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Nordost-Ecke des Schlegelgarten-Turms

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Die Buchstaben AEIOU an der Ostseite des Turms

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Nordseite des Schlegelgarten-Turms

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

AEIOU - Kaiser Friedrichs III. Zeichen an der Westseite des Turms

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Info-Schild - Bitte also Besuche anmelden

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Schlegelgarten-Turm und NO-Eckturm, 1794

Datierung: 1794 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: G. J. Metzburg - bearbeitet Zusatzinfo: Druck - Federzeichnung

Mühl-Turm und vorgelagertes Stadtgebiet im Nordosten, 1906

Datierung: 1906 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Anton Folk - Foto F. Vockh Zusatzinfo: Postkarte

Mühl-Turm nach dem Zweiten Weltkrieg, 1940er Jahre

Datierung: nach 1945 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Mühl-Turm und Pognergasse

Datierung: 1943-45 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Abriss des Mühl-Turms beim Bau der Grazer Straße, frühe 1950er Jahre

Datierung: frühe 1950er Jahre Quelle: Sammlung Setznagl Autor: unbekannt Zusatzinfo: Repro - bearbeitet