Der Wasserturm – das Symbol der Stadt Wiener Neustadt

Erinnerungsort

Der Wasserturm – das Symbol der Stadt Wiener Neustadt

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16.242998

Neunkirchner Straße/Günser Straße Der Wasserturm – das Symbol der Stadt Wiener Neustadt   Kein anderes Bauwerk steht symbolisch für Wiener Neustadt wie der Wasserturm. Er ziert Postkarten, Logos und Produkte aus der Steinfeldstadt. Anstelle eines einfachen Zweckbaues entschieden sich die Stadtväter am Beginn des 20. Jahrhunderts dafür, einen repräsentativen Bau zu verwirklichen. In der Folge wurde das damals bekannte Architekten-Duo Theiß und Jaksch von der Stadtgemeinde mit der Planung beauftragt. Den Auftrag für die bauliche Umsetzung erhielt der Wiener Neustädter Baumeister Anton Koblizek; das Wiener Unternehmen C. Korte & Co führte die anspruchsvollen Metallarbeiten durch. Vor allem die Konstruktion des Wasserbehälters mit einem Fassungsvermögen von 780 m3 war eine technische Herausforderung. Der Turm wurde 1909/10 gebaut und schließlich 1911 in seinen Detailarbeiten abgeschlossen. Am 12. Dezember 1910 war der Sammelbehälter erstmals mit Wasser befüllt worden. Dieses holte man vom sogenannten Brunnenfeld im Süden der Stadt. Im November 1911 konnten die Steinarbeiten für das Portal abgeschlossen werden.  Der Wassermann über dem Portal ist möglicherweise eine Anspielung auf die mythische Gestalt des „Aquarius“ (lat.) bzw. des „Hydrochóos“ (grch.), also des sogenannten „Wassergießers“. Seit der Antike wird er als Mann, der Wasser aus einem Krug gießt, dargestellt. Ein Fischmensch (namens Oannes) ist uns aus der alten babylonischen Zeit überliefert. Probleme im Zusammenhang mit der Wasserversorgung in Wiener Neustadt hatten ursprünglich dazu geführt, ein Versorgungssystem auf dem damaligen neuesten Stand der Technik zu realisieren. Die Anzahl der Einwohner war kontinuierlich angestiegen und damit erhöhte sich auch der Wasserbedarf. Das oft verunreinigte Wasser der privaten Brunnen und aus Wasserläufen führte zu Erkrankungen, die Hygienemaßnahmen notwendig machten. Angeblich soll versucht worden sein, einen Wasserbehälter auf dem Turm der Militärakademie einzubauen, was Kosten erspart hätte, wenn dies nicht von den militärisch Verantwortlichen abgelehnt worden wäre. Mit dem neuen Wasserturm war die Stadt damit in der Lage, sauberes Trinkwasser zu bieten und in mehrstöckige Gebäude zu liefern. Man hatte außerdem ein Bauwerk geschaffen, das schnell mehr als nur ein Zweckbau wurde: ein Symbol für die Steinfeldstadt. Es war damals eine Zeit der technischen Errungenschaften und der Aufbruchsstimmung in Wiener Neustadt. Daher scheute man keine Kosten für den Wasserturm. 1907 hatte man ein für seine Zeit hochmodernes Elektrizitätswerk errichtet und plante sogar elektrische Autobuslinien für die Stadt. Ebenfalls 1907 war der „Posthof“ in der Wiener Straße errichtet worden, eine Zentrale für die k. k. Post, aber auch für die moderne Telegraphie- und Telefon-Kommunikation. 1909 wurde das erste österreichische Flugfeld in Wiener Neustadt eröffnet – Pioniergeist, wohin man blickte. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wiener Neustädter Wasserturm 1945 fast gänzlich zerstört, das heißt nicht der ganze Turm, sondern vor allem sein oberer Abschnitt: das Behältergehäuse mit seinem Dach und dem Hochbehälter. In der Nachkriegszeit kam es zum Wiederaufbau des Turms in sehr ähnlicher Art und identer Höhe von 50 Metern. Seit Generationen wird behauptet, dass der berühmte Corvinusbecher als Vorbild für den Wasserturm gedient habe. Doch es ist ein Mythos – ohne jeden Beleg. Ebenso handelt es sich um Gerüchte, dass der Behälter undicht gewesen wäre, der Turm sogar schief gewesen sei und der neue Turm 1950 höher gebaut worden wäre.    Tipps für nahe Sehenswürdigkeiten:  - Militärakademie - Akademiepark   Quellen/Literatur: Friedrich Creuzer, Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen. Leipzig/Darmstadt 1841. Karl Flanner, Wiener Neustadt: G’schichtln & Geschichte. Wiener Neustadt 1998. Gertrud Gerhartl, Wiener Neustadt. Geschichte, Kunst, Kultur, Wirtschaft. Wien 1993.  

Der Rákóczi-Turm

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16.245451

Neunkirchner Straße/Günser Straße

Der Wasserturm – das Symbol der Stadt Wiener Neustadt

 

Kein anderes Bauwerk steht symbolisch für Wiener Neustadt wie der Wasserturm. Er ziert Postkarten, Logos und Produkte aus der Steinfeldstadt. Anstelle eines einfachen Zweckbaues entschieden sich die Stadtväter am Beginn des 20. Jahrhunderts dafür, einen repräsentativen Bau zu verwirklichen. In der Folge wurde das damals bekannte Architekten-Duo Theiß und Jaksch von der Stadtgemeinde mit der Planung beauftragt. Den Auftrag für die bauliche Umsetzung erhielt der Wiener Neustädter Baumeister Anton Koblizek; das Wiener Unternehmen C. Korte & Co führte die anspruchsvollen Metallarbeiten durch. Vor allem die Konstruktion des Wasserbehälters mit einem Fassungsvermögen von 780 m3 war eine technische Herausforderung.

Der Turm wurde 1909/10 gebaut und schließlich 1911 in seinen Detailarbeiten abgeschlossen. Am 12. Dezember 1910 war der Sammelbehälter erstmals mit Wasser befüllt worden. Dieses holte man vom sogenannten Brunnenfeld im Süden der Stadt. Im November 1911 konnten die Steinarbeiten für das Portal abgeschlossen werden. 

Der Wassermann über dem Portal ist möglicherweise eine Anspielung auf die mythische Gestalt des „Aquarius“ (lat.) bzw. des „Hydrochóos“ (grch.), also des sogenannten „Wassergießers“. Seit der Antike wird er als Mann, der Wasser aus einem Krug gießt, dargestellt. Ein Fischmensch (namens Oannes) ist uns aus der alten babylonischen Zeit überliefert.

Probleme im Zusammenhang mit der Wasserversorgung in Wiener Neustadt hatten ursprünglich dazu geführt, ein Versorgungssystem auf dem damaligen neuesten Stand der Technik zu realisieren. Die Anzahl der Einwohner war kontinuierlich angestiegen und damit erhöhte sich auch der Wasserbedarf. Das oft verunreinigte Wasser der privaten Brunnen und aus Wasserläufen führte zu Erkrankungen, die Hygienemaßnahmen notwendig machten. Angeblich soll versucht worden sein, einen Wasserbehälter auf dem Turm der Militärakademie einzubauen, was Kosten erspart hätte, wenn dies nicht von den militärisch Verantwortlichen abgelehnt worden wäre. Mit dem neuen Wasserturm war die Stadt damit in der Lage, sauberes Trinkwasser zu bieten und in mehrstöckige Gebäude zu liefern.

Man hatte außerdem ein Bauwerk geschaffen, das schnell mehr als nur ein Zweckbau wurde: ein Symbol für die Steinfeldstadt.

Es war damals eine Zeit der technischen Errungenschaften und der Aufbruchsstimmung in Wiener Neustadt. Daher scheute man keine Kosten für den Wasserturm. 1907 hatte man ein für seine Zeit hochmodernes Elektrizitätswerk errichtet und plante sogar elektrische Autobuslinien für die Stadt. Ebenfalls 1907 war der „Posthof“ in der Wiener Straße errichtet worden, eine Zentrale für die k. k. Post, aber auch für die moderne Telegraphie- und Telefon-Kommunikation. 1909 wurde das erste österreichische Flugfeld in Wiener Neustadt eröffnet – Pioniergeist, wohin man blickte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wiener Neustädter Wasserturm 1945 fast gänzlich zerstört, das heißt nicht der ganze Turm, sondern vor allem sein oberer Abschnitt: das Behältergehäuse mit seinem Dach und dem Hochbehälter. In der Nachkriegszeit kam es zum Wiederaufbau des Turms in sehr ähnlicher Art und identer Höhe von 50 Metern.

Seit Generationen wird behauptet, dass der berühmte Corvinusbecher als Vorbild für den Wasserturm gedient habe. Doch es ist ein Mythos – ohne jeden Beleg. Ebenso handelt es sich um Gerüchte, dass der Behälter undicht gewesen wäre, der Turm sogar schief gewesen sei und der neue Turm 1950 höher gebaut worden wäre. 

 

Tipps für nahe Sehenswürdigkeiten: 

- Militärakademie

- Akademiepark

 

Quellen/Literatur:

Friedrich Creuzer, Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen. Leipzig/Darmstadt 1841.

Karl Flanner, Wiener Neustadt: G’schichtln & Geschichte. Wiener Neustadt 1998.

Gertrud Gerhartl, Wiener Neustadt. Geschichte, Kunst, Kultur, Wirtschaft. Wien 1993.

 

Bilder

Wasserturm - vom Stadtpark aus betrachtet

Datierung: 2014 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Marcel Billaudet Copyright: Marcel Billaudet Zusatzinfo: Foto

Blick vom nördlichen Vorgelände auf den Wasserturm

Datierung: 2014 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Marcel Billaudet Copyright: Marcel Billaudet Zusatzinfo: Foto

Bereich vor dem Zugang zum Wasserturm - mit Erinnerungstafel - und zwei Wasserbecken links und rechts

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Darstellung des Wassermanns über dem Eingang

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Froschperspektive auf die Darstellung des Wassermanns

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Froschperspektive auf den Wasserturm

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Wappen von Wiener Neustadt in der Wand des Wasserturms

Datierung: 2017 Quelle: Sammlung Sulzgruber Autor: Werner Sulzgruber Copyright: Werner Sulzgruber Zusatzinfo: Foto

Bau des Wasserturms - eingerüstet, von der Günser Straße aufgenommen, 1910

Datierung: 1910 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Errichtung der Dach-Konstruktion des Wasserturms, ca. 1910

Datierung: ca. 1910 Quelle: Sammlung Gerdenits Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto

Bau des Hochbehälters für den Wasserturm, 1910

Datierung: 1910 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Wasserturm zur Zeit des Ersten Weltkriegs, 1918

Datierung: 1918 Quelle: Sammlung Dresch Autor: Verlag Starosta Zusatzinfo: Postkarte

Blick vom östlichen Stadtpark auf den Wasserturm, 1911

Datierung: 1911 Quelle: Sammlung Wismühler Autor: Verlag Kuderna Zusatzinfo: Postkarte

Späterer Blick vom östlichen Stadtpark auf den Wasserturm, ca. 1918

Datierung: ca. 1918 Quelle: Sammlung Gerdenits Autor: unbekannt Zusatzinfo: Postkarte

Stadtpark mit Wasserturm, ca. 1929

Datierung: ca. 1929 Quelle: Sammlung Gerdenits Autor: unbekannt Zusatzinfo: Postkarte

Günser Straße beim Wasserturm, ca. 1930er Jahre

Datierung: ca. 1930er Jahre Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Verlag Eisenmenger Zusatzinfo: Postkarte

Blick von der Neunkirchner Straße auf den Wasserturm, frühe 1940er Jahre

Datierung: ca. frühe 1940er Jahre Quelle: Sammlung Setznagl Autor: Photo Pompe Zusatzinfo: Foto als Postkarte

Wasserturm mit zerstörtem Dach und Behälter, 1945

Datierung: 1945 Quelle: Sammlung Groll Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto

Wasserturm und zerstörtes Wohnhaus an der Neunkirchner Straße, 1945

Datierung: 1945 Quelle: Sammlung Groll Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto

Modell des neuen Wasserturms, späte 1940er Jahre

Datierung: späte 1940er Jahre Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Blick auf den neuen Wasserturm während des Zeughaus-Abrisses, ca. 1955

Datierung: ca. 1955 Quelle: Sammlung Habitsch Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto-Digitalisat

Burgplatz vor der MilAk mit dem Wasserturm im Süden, ca. 1958

Datierung: ca. 1958 Quelle: Sammlung Setznagl Autor: unbekannt Zusatzinfo: Foto

Wasserturm mit neu errichtetem Wohnhaus, 1950er Jahre

Datierung: 1950er Jahre Quelle: Sammlung Gerdenits Autor: Verlag Kuderna Zusatzinfo: Foto als Postkarte

Abbildung des Corvinus-Bechers auf dem Ersttagsbrief zur Landeskunstausstellung, 1966

Datierung: 1966 Quelle: Nachlass Klimek Autor: unbekannt Zusatzinfo: Druck